Das 80-Millionen-Business
Der Padel-Boom packt die Schweizer Fussball-Legenden

Die Plätze sind ausgebucht, die Umsätze explodieren. Padel hat die Schweiz fest im Griff – und lockt prominente Investoren an. Ex-Fussballer wie Marco Streller, Marco Schönbächler oder Adrian Winter stürmen den Glaskäfig und mischen das 80-Millionen-Business auf.
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Der Padel-Boom packt die Schweiz. Die rasante Sportart wächst aktuell unaufhaltsam.
Foto: keystone-sda.ch
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Joël HahnRedaktor Sport

Während hinter den Kulissen die Fetzen fliegen und sich zwei Verbände um die Vorherrschaft im Padel-Sport zoffen, herrscht auf den Courts ein beispielloser Boom. Padel ist die am schnellsten wachsende Sportart der Schweiz. Rund 135 Klubs mit knapp 500 Plätzen gibt es mittlerweile, der Jahresumsatz der heimischen Padel-Branche kratzt bereits an der 80-Millionen-Franken-Marke.

Vom Rasen in den Käfig

Längst haben auch prominente Ex-Fussballer das immense Potenzial der rasanten Mischung aus Tennis und Squash entdeckt. Marco Streller (45) betreibt mit seinem Unternehmen «Padelwerk» mittlerweile das grösste Padel-Netzwerk der Schweiz. «Wir sind seit 2023 von drei auf 32 Hallen mit über 100 Plätzen in der Deutschschweiz gewachsen, unser Umsatz hat sich um rund 1470 Prozent nahezu versechzehnfacht», erzählt der Ex-Nati-Stürmer im Gespräch mit Blick.

Die nackten Zahlen untermauern den Wahnsinn: Die jährlichen Besucherzahlen stiegen in drei Jahren von 15'000 auf 194'000 an. Aktuell werden im Padelwerk rund 165'000 Spielstunden pro Jahr absolviert. «Die Nachfrage ist ungebrochen. Allein im letzten Monat war rund ein Drittel unserer Kunden Neukunden», so Streller. Er ist überzeugt, dass die Schweiz noch Platz für doppelt so viele Hallen hat.

Ein weiterer Erfolgsfaktor von Padel: Die Frauen. «Wir haben eine 50-Prozent-Frauenquote. Zeig mir nochmals eine Sportart, wo das so ist», schwärmt Streller. Er erklärt schmunzelnd, warum vor allem ehemalige Fussballer derart angefressen sind: «Das ist so ein bisschen Midlife-Crisis bei uns allen. Gehst du heute Fussball kicken, zerrst du dir jedes Mal einen Muskel.»

Trashtalk und volle Courts

Auch die früheren FCZ-Meisterhelden Adrian Winter (40) und Marco Schönbächler (36) hat das Fieber längst gepackt. Sie leiten das Padel-Angebot der «Activecity» in Rüti ZH. «Wir haben den Sport während der Corona-Zeit für uns entdeckt. Aus dem Hobby wurde echte Leidenschaft», erklären die beiden.

Ihre Plätze sind zu den Stosszeiten zu 80 bis 90 Prozent ausgebucht. Das Geheimnis des Erfolgs? «Padel ist deutlich einfacher zu erlernen als Tennis. Man hat sehr schnell Erfolgserlebnisse und verbringt eine gute Zeit zusammen.» Auch bei ihnen wächst eine starke Frauen-Community heran (aktuell 35 Prozent).

Wenn die beiden Ex-Profis zweimal pro Woche selbst auf dem Court stehen, geht es heiss zu und her. Im Direktduell steht es aktuell 50:50. Beide geben lachend zu: «Der Trashtalk gehört bei uns im Käfig genauso dazu wie früher auf dem grünen Rasen. Schliesslich will keiner von uns beiden verlieren!»

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