«Wir schauen da mit Argusaugen hin»
Bedroht der neue Leichtathletik-Final Weltklasse Zürich?

Weltklasse-Zürich-Co-Direktor Andreas Hediger über mögliche Konkurrenz für sein Meeting, neue Ideen für die Umsetzung und warum er mit Argusaugen auf das neue Format Ultimate Championship schaut.
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Co-Meetingdirektor Andreas Hediger, Felix Frei und Co-Meetingdirektor Christoph Joho von Weltklasse Zürich (v. l.).
Foto: STEFAN BOHRER

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Neue Ultimate Championship fordert Weltklasse Zürich mit Prestige und hohem Preisgeld heraus
  • Andreas Hediger sieht keine Bedrohung
  • Diamond-League-Final 2027 bleibt beim bisherigen Modell mit einem Tag im Stadion
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Yara VettigerReporterin Sport

Die Leichtathletik bekommt einen neuen Grossanlass: Beim Ultimate Championship (11.–13. September) treten nur die besten Athletinnen und Athleten der Welt gegeneinander an.

Es geht um viel Prestige – und um ein riesiges Preisgeld. Für Weltklasse Zürich bedeutet das: Das eigene Meeting ist künftig nicht mehr der letzte grosse Leichtathletik-Event des Jahres. Andreas Hediger kennt die Szene, die Diamond League und die Mechanismen des Sports seit Jahrzehnten. Zeit, ihn direkt mit der neuen Konkurrenz zu konfrontieren.

Blick: Herr Hediger, sind die goldenen Zeiten von Weltklasse Zürich vorbei? Mit dem Ultimate Championship ist Ihr Meeting künftig nicht mehr der letzte grosse Leichtathletik-Event des Jahres.
Andreas Hediger:
Überhaupt nicht! Unser Status ändert sich dadurch nicht.

Aber das klingt doch nach einem Problem für Weltklasse Zürich? Die Rolle als grosser Saisonabschluss ist plötzlich nicht mehr exklusiv.
Der Diamond-League-Final ist in einem WM-Jahr ohnehin das zweitletzte grosse Ereignis. Das war auch im letzten Jahr so. Ob am Ende der Saison eine WM oder die Ultimate Championship stattfinden, ändert grundsätzlich nicht viel.

Sie sehen die Ultimate Championship also nicht als Bedrohung?
Alles, was neu und innovativ ist, entspricht uns und unserer Philosophie. Wir wollen bewusst immer wieder einen Schritt weitergehen. Deshalb schauen wir mit Argusaugen und grossem Interesse auf solche Entwicklungen – aber nicht aus Angst.

Andreas Hediger persönlich

Der Zürcher Andreas Hediger (59) führt Weltklasse Zürich als Co-Direktor seit 2014 gemeinsam mit Christoph Joho. Der Leichtathletik ist er seit Jahrzehnten verbunden: Zuvor war er Technischer Direktor des Meetings und Trainer des LC Zürich. Heute verantwortet er bei Weltklasse Zürich vor allem die sportlichen und technischen Bereiche – und kennt die Szene wie kaum ein anderer.

Der Zürcher Andreas Hediger (59) führt Weltklasse Zürich als Co-Direktor seit 2014 gemeinsam mit Christoph Joho. Der Leichtathletik ist er seit Jahrzehnten verbunden: Zuvor war er Technischer Direktor des Meetings und Trainer des LC Zürich. Heute verantwortet er bei Weltklasse Zürich vor allem die sportlichen und technischen Bereiche – und kennt die Szene wie kaum ein anderer.

Trotzdem: Ein zusätzlicher Grossanlass mit den besten Athletinnen und Athleten, viel Prestige und einem riesigen Preisgeld könnte Weltklasse Zürich doch etwas wegnehmen.
Ich glaube nicht, dass das einen grossen Einfluss auf unsere Veranstaltung haben wird. Wir waren in diesem Jahr innert 45 Minuten ausverkauft – ohne die Bekanntgabe eines einzigen Athleten. Die Leute wissen, was sie bei uns bekommen: den bestmöglichen Leichtathletik-Event.

Das heisst, die Zuschauer kommen unabhängig davon, was danach noch passiert?
Davon gehen wir aus. Eher könnte man darüber diskutieren, ob es allenfalls einen Einfluss auf die Athleten hat. Aber das Beispiel in Brüssel von diesem Jahr zeigt, dass die Athleten den Diamond-League-Final nicht auslassen, sondern die Saison einfach um eine Woche verlängern. Weltklasse Zürich wird übrigens in den nächsten drei Jahren der Diamond-League-Final austragen. 

Warum gibts bei der Ultimate Championship eigentlich so viel mehr Geld als bei den Meetings der Diamond League?
Das ist nur deshalb möglich, weil der Veranstalter der Ultimate Championship kein langfristiges Businessmodell zu haben braucht. Es ist eine einmalige Austragung, bei der der Veranstalter diese 10 Millionen Preisgeld aufzubringen hat.

Die Ultimate Championship ist nicht die einzige Veränderung, über die Sie sich Gedanken machen. Könnte Weltklasse Zürich künftig über zwei Tage im Letzigrund ausgetragen werden?
Das ist eine Möglichkeit. Der Diamond-League-Final umfasst 32 Disziplinen. Eugene und Brüssel organisieren den Final bereits mit zwei Tagen im Stadion, wir bisher mit einem Tag im Stadion und einem Tag in der Stadt. Über eine andere Austragungsform machen wir uns selbstverständlich Gedanken. 2027 bleibt es aber noch beim bisherigen Modell.

Und wenn es nicht zwei Tage im Letzigrund werden: Was haben Sie sonst noch im Köcher?
Das sind noch ungelegte Eier. Aber wir überlegen beispielsweise, weitere Disziplinen an ikonischen Orten in Zürich auszutragen – so wie wir es bereits mit dem Stabhochsprung am HB oder dem Weitsprung, Hochsprung und Kugelstossen auf dem Sechseläutenplatz gemacht haben.

Kommen wir zum Schluss noch zu Audrey Werro. Wie sehr haben Sie als Co-Direktor auf den Weltrekord bei Weltklasse Zürich gehofft?
Ehrlicherweise hätten wir uns sehr über einen Weltrekord von Audrey gefreut! Das wäre noch das i-Tüpfelchen neben den beiden anderen Weltrekorden gewesen – und bei einer Schweizerin natürlich ganz besonders. Aber auch sonst war es ein riesiger Erfolg.

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