Werro sichert sich mit historischem Lauf EM-Gold
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Mit neuem EM-Rekord:Werro sichert sich mit historischem Lauf EM-Gold

«Es gab viele Diskussionen»
Werro über Gegenwind vor EM-Final

Audrey Werro krönt sich zur 800-m-Königin von Birmingham – und spricht hinterher offen über das Drama im Vorfeld und die Erleichterung nach der Zielüberquerung.
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Audrey Werro posiert nach ihrem Gold-Coup mit Krone.
Foto: keystone-sda.ch
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Marco PescioReporter Sport

Es dauert lange, bis Audrey Werro (22) nach ihrem Gold-Coup an den Europameisterschaften in Birmingham vor die Medien tritt. Alle wollen etwas von der grossen Siegerin im mit Spannung erwarteten Showdown mit Keely Hodgkinson (24) und Femke Broeders-Bol (26). Werro hat die britische Sport-Ikone und die holländische Medaillengarantin überflügelt – und das nach einer Vorgeschichte, die noch mehr Brisanz hat als zunächst angenommen. Werro über ...

... ihren Rückzug von Social Media nach dem Sturz-Drama am Donnerstag:

«Vor Grossanlässen nehme ich von Social Media immer Abstand. Dieses Mal war es aber ganz speziell nötig. Ich musste die Instagram-App auf meinem Handy löschen. Es gab viele Diskussionen darüber, ob ich für den Final hätte zugelassen werden dürfen und ob die Entscheidung der Jury, mich trotz Sturz weiterkommen zu lassen, gut gewesen ist. Ich habe einige unschöne Kommentare gelesen, dann aber sehr schnell entschieden, das hinter mir zu lassen, indem ich diesen Schnitt mache. Ich wollte so das Ganze ausblenden.»

... ihre erste Medaille an einem Freiluft-Grossanlass:

«Es ist für mich einfach ein wunderschöner Lohn für all die Arbeit, die ich jeden Tag reinstecke. Auf den letzten 100 Metern habe ich mich an all die harten Trainings erinnert. Jener Abschnitt war der kritischste während meines Rennens, doch mein Plan, vornewegzulaufen, ist aufgegangen.»

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... die Krone, die sie nach dem Rennen aufgesetzt bekam:

«Mein Fanklub hat mir sie überreicht. Ich denke, mein Sieg bedeutet, dass ich momentan die Königin über 800 m bin. Deshalb erlaube ich mir jetzt, diese Krone auch zu tragen.» (lacht)

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... die mentale Herausforderung:

«Physisch war ich trotz meines Tauchers parat. Schwieriger war die mentale Komponente. Vor allem wegen der Tatsache, dass ich nicht auf normalem Weg die Quali für den Final geschafft habe. Aber ich habe mir dann gesagt, dass ich trotzdem meinen Platz verdient habe und diese Chance nutzen sollte. Ich wollte etwas Gutes aus diesem – sagen wir mal – ungewöhnlichen Szenario im Vorfeld des Finals machen. Ich sagte mir auch, dass es schliesslich ja auch nicht mein Fehler war, dass ich gestürzt bin.» (Werro wurde von einer Gegnerin leicht touchiert, d. Red.)

… die tolle Stimmung im Alexander Stadium:

«Es hat mich ein wenig an meinen Sieg bei Weltklasse Zürich im Vorjahr erinnert. Da war es im Stadion ebenfalls extrem laut. Ich habe versucht, die ganze Energie von den Rängen auf den letzten Metern aufzusaugen.»

… ihre Taktik, vornewegzulaufen:

«Ich habe natürlich schon daran gedacht, dass es passieren könnte, dass ich im Verlauf des Rennens müde werden könnte, wenn ich direkt angreife. Doch ich wusste auch, dass ich in diesem Jahr die Weltbeste bin und dass dies für mich wohl die ideale Taktik für dieses Rennen sein würde. Also habe ich es einfach mal versucht.»

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