Fans feiern mit Werro den Finaleinzug
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Nach Schock-Sturz an EM:Fans feiern mit Werro den Finaleinzug

Erst EM-Drama, dann Happy End und Freudentränen
Mama Werro: «Audrey ist so stark – ich glaube an sie!»

Sturz und banges Warten auf die Jury: Der Halbfinal im 800-m-Lauf an der EM in Birmingham wird für Gold-Favoritin Audrey Werro zum Horrortrip. Als das grüne Licht für den Final kommt, brechen bei Familie, Trainerin und Fanklub alle Dämme.
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Mutter Philomène (2. v. r.) und Vater Claude (oberhalb seiner Tochter in der Mitte) sowie zahlreiche Fans und Teammitglieder muntern Audrey Werro auf.
Foto: Marco Pescio/Matthias Davet

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Audrey Werro stürzt im Halbfinal von Birmingham, schafft dennoch Finaleinzug
  • Französin berührte sie, Jury entscheidet nach 40 Minuten für Werro
  • 35 Fans feiern Werro vor Stadion, Trainerin vergiesst Freudentränen
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Marco PescioReporter Sport

Es ist 12.12 Uhr Ortszeit, als ein riesiges Raunen durch das Alexander Stadium von Birmingham geht. Im Halbfinal, eigentlich Formsache für Audrey Werro (22), stürzt die in diesem Jahr Weltbeste in der letzten Kurve, schlägt hart auf und bleibt zunächst liegen. Später rappelt sie sich auf, trottet weiter und beendet so den 800-m-Lauf. Was enorm wichtig ist, denn mit ihrer Zielankunft geht das grosse Bangen um die Final-Quali los. Swiss Athletics legt sofort Protest ein, weil Bilder vermuten lassen, dass die Französin Anaïs Bourgoin (29) sie berührt haben könnte. Während im Hintergrund die Jury die Szenen bewertet, sagt Werro mit blutendem Knie, Schramme an der Hüfte und deutlichen Bremsspuren auf ihrem Rennshirt, dass es ihr den Umständen entsprechend gut gehe. Es habe ihr beim starken Aufprall den Atem verschlagen. «Ich weiss nicht, was passiert ist», sagt sie mehrmals, deutlich mitgenommen.

Hier stürzt Werro im Halbfinal dramatisch
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«Steh auf und lauf weiter!»:Werro stürzt im Halbfinal dramatisch

Im Bauch des Stadions tigern derweil Journalisten, Vertreter von Swiss Athletics und Werro-Manager Julien Nuoffer nervös herum und warten auf einen Bescheid. Dann, nach rund 40 Minuten, gibts die grosse Erleichterung. Bourgoin hatte Werro mit der Hand leicht touchiert. Damit ist es klar: Die Westschweizerin steht auf der offiziellen Startliste für den grossen Final vom Freitagabend (22.46 Uhr Schweizer Zeit) – sie kann also doch noch zum Mega-Duell mit dem britischen Superstar Keely Hodgkinson (24) antreten. Wie fit, steht allerdings auf einem anderen Blatt Papier.

Als sich die gute Nachricht verbreitet, ist es eine enorme Erlösung für das Werro-Lager. Papa Claude atmet einmal tief durch und sagt dann: «Ich bin so erleichtert!» Und Mutter Philomène meint: «Solche Szenen sind nicht gut fürs Herz. Die Emotionen in der letzten Stunde waren fürchterlich. Aber ja, wir sind extrem froh, hat es doch noch geklappt.»

Werro wird nach ihrem Sturz von Mutter Philomène und Vater Claude getröstet – später folgt das grosse Aufatmen.
Foto: keystone-sda.ch

«Zweimal Freudentränen vergossen»

Praktisch gleichzeitig findet sich Werros Fanklub vor der Arena ein. Rund 35 Leute, fast alle vom CA Belfaux, dem Freiburger Jugendverein des Riesentalents aus Courtepin FR. Und Manager Nuoffer erhält die Nachricht, dass ein kurzes Treffen mit Audrey Werro möglich sein werde. Also trottet die gesamte Fan-Entourage einmal ums Stadion und wartet dort auf ihren Liebling. Und tatsächlich, um 13.15 Uhr taucht Audrey Werro hinter den Athletenzelten auf. Lächelnd und fast ein wenig verlegen ob des Anblicks, der sich ihr bietet. Alle sind dort: Mama, Papa, weitere Familienmitglieder, Freunde und zahlreiche bekannte Gesichter aus ihrem Klub. Ruckzuck wird sie von der Masse verschluckt.

Hier wird Werro am Fuss getroffen
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BBC-Video beweist:Werro wird am Fuss getroffen

Werro selbst spricht an diesem Tag nicht mehr zu den Medien. Ihre Trainerin Christiane Berset Nuoffer aber sagt: «Ich habe heute zweimal Freudentränen vergossen. Das erste Mal, als ich erfuhr, dass Audrey doch im Final starten darf. Und dann, als ich die Szenen mit ihrem Fan-Lager gesehen habe.»

Berset Nuoffer berichtet auch, dass Werro umgehend in ärztliche Obhut genommen worden sei. Die Wunden seien desinfiziert worden, ansonsten gehe es ihr recht gut: «Wir werden nun eine normale Regeneration machen. Mit Essen, Physiotherapie und Eisbad, danach werden wir das Ganze noch einmal analysieren und auf den Final vorausblicken.»

Schöne Geste von Hodgkinson

Sie würden alles unternehmen, Werro so fit wie möglich für den Final zu bekommen, so die Trainerin. Eine Aspirantin auf Gold bleibt die drittschnellste Frau der 800-m-Geschichte allemal. Dieser Meinung ist auch ihre Mutter Philomène: «Audrey ist so stark – ich glaube an sie!»

Und übrigens: Rivalin Keely Hodgkinson, die im zweiten Halbfinal startete und zunächst nichts vom ganzen Drama mitbekam und mit der sich Werro um Gold und möglicherweise gar den Weltrekord streitet, hat sich gegenüber Werro ebenfalls aufmunternd gezeigt, wie Trainerin Berset Nuoffer sagt: «Das war wirklich sehr nett von ihr.»

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