An den Europameisterschaften in Birmingham glitzert die nächste Schweizer Medaille: Jason Joseph gewinnt den Mittwochsknüller über 110 m Hürden! Der Baselbieter, der schon die Final-Quali auf sehr überzeugende Art und Weise schaffte, läuft eine Zeit von 13,12 Sekunden – und krallt sich damit zum zweiten Mal in seiner Karriere Edelmetall an einer EM. Vor zwei Jahren hatte er in Rom Bronze gewonnen. Jetzt hat der 1,92-Meter-Hüne eindrücklich nachgedoppelt, indem er der Konkurrenz davonläuft. Zweiter wird Just Kwaou-Mathey mit vier Hundertsteln Rückstand.
Für Mujinga Kambundji ist die EM derweil nach einem Rennen schon wieder vorbei. Die Titelverteidigerin wird über 200 m entthront – sie scheitert als Siebte und mit einer Zeit von 23,81 Sekunden schon im Halbfinal deutlich. Genauso wie Léonie Pointet und Iris Caligiuri. Dass die Bernerin in Birmingham gleich in den Final stürmen würde, durfte allerdings auch nicht erwartet werden. Nach der Geburt ihres Sohnes Léon im letzten November bestreitet sie ihre Comebacksaison – und ist erst seit rund einem Monat wieder wettkampfbereit.
Auch Kambundji wusste, dass sie wohl keine Wunderdinge vollbringen würde. Gleichwohl zeigt sie sich hinterher überrascht ob des Gefühls, dass die klare Niederlage an einer EM bei ihr hinterlässt: «Ich glaube, ich habe das ein wenig unterschätzt. Es ist mental schon sehr speziell, so bei Meisterschaften mitzulaufen. Das ist sehr ungewohnt für mich.» Die verbleibende Saison wolle sie nutzen, um noch ein paar weitere Rennerfahrungen zu machen: «Ich werde nicht ganz grosse Zeiten laufen, aber ich weiss, dass ich mich noch etwas steigern kann.»
Exploit von Hoenke
Und dann zeigt sie sich zum Abschluss noch sehr erfreut ob der Leistung ihrer Aargauer Teamkollegin Fabienne Hoenke. Die erst 22-Jährige darf dank einer neuen persönlichen Bestzeit über 200 m (22,46 Sekunden) am Donnerstagabend um die Medaillen sprinten. Und das nicht ohne Hoffnungen auf einen Coup. Hoenke ist in diesem Jahr die fünftschnellste Europäerin über diese Distanz. Kambundji lobt: «Ich habe echt Freude. Es ist schön, dass wir eine solche Breite im Sprint haben.»