Was am frühen Mittwochabend mit einem kleinen Schreckmoment beginnt, endet märchenhaft im grossen Gold-Triumph. Jason Joseph stürmt über 110 Meter Hürden zum Europameistertitel. «An einer Meisterschaft Saisonbestleistung zu laufen und nahe an die persönliche Bestzeit heranzukommen, ist doch genau das, was man will und was man braucht», sagt der Baselbieter nach seinem Sieg gegenüber SRF. In 13,12 Sekunden stürmt er in Birmingham zu Gold.
Dabei wird im Halbfinal zuvor kurz gezittert. Nicht etwa, weil Joseph schlecht unterwegs ist. Sondern weil direkt neben ihm der Belgier Elie Bacari stürzt und in Josephs Bahn fällt. «Ich musste meinen Schritt anpassen. Das nahm mir ein wenig das Momentum», erzählt der 27-Jährige und erklärt, dass dies alles kein Problem gewesen sei.
Über seinen Finallauf sagt Joseph: «Als ich während des Rennens merkte, dass ich gleichauf mit Just (dem letztlich zweitklassierten Just Kwaou-Mathey, Anm. der Redaktion) bin, kam in mir eine gewisse Freude auf und ich dachte mir: Schau, wenn ich neben Just bin, dann gewinne ich das Rennen.» So kommt es dann auch. Der Schweizer schlägt den Franzosen um vier Hundertstel und darf sich nun ab sofort Europameister über die 110 Meter Hürden nennen.
Etwas, das natürlich gefeiert werden muss – gäbe es da nicht ein klitzekleines Problem. Joseph: «Ich weiss noch nicht, ob ich feiern kann. Denn eventuell muss ich mich noch bereit halten für die Staffel.»