Vor EM ausgebremst
Fragezeichen um Hürden-Königin Ditaji Kambundji

Nach ihrem letztjährigen Weltmeistertitel bietet sich Ditaji Kambundji die Chance, nun an der EM in Birmingham nachzudoppeln. Mit ihrem Start gehen allerdings einige Unsicherheiten einher, aber auch ein Hoffnungsschimmer.
Kommentieren
1/6
Ditaji Kambundjis Vorbereitung auf die WM verlief nicht wunschgemäss.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ditaji Kambundji startet nach Oberschenkelzerrung direkt im EM-Halbfinal in Birmingham
  • Wettkampfpause und wenig Vorbereitung sorgen für Unsicherheit über Medaillenchancen
  • Nach EM-Bronze 2022 und Silber 2024 fehlt ihr nur noch Gold
RMS_Portrait_563.JPG
Marco PescioReporter Sport

Therapie statt Training, Warten statt Wettkämpfe: So hatte sich Ditaji Kambundji (24) die Vorbereitung auf die Europameisterschaften in Birmingham (bis Sonntag) definitiv nicht vorgestellt. Ihr letzter Einsatz datiert vom Diamond-League-Meeting in Rabat (Mar) am 31. Mai, als sie Sechste wurde. Einen Monat später zog sich die Hürden-Königin in Paris eine Oberschenkelzerrung zu, die ihr in den Wochen vor der EM ordentlich zu schaffen machen sollte.

Nach ihrem vorjährigen, sensationellen WM-Triumph in Tokio steht die Bernerin heuer unter besonderer Beobachtung. Vor der Saison lautete die grosse Frage: Wird sie nach dem Weltmeistertitel auch an der EM alle stehen lassen und wieder Gold absahnen? Doch nun, nach ihrer mittlerweile ausgeheilten Blessur, ist die Ausgangslage plötzlich eine andere: Kambundji gilt zwar weiterhin als Mitfavoritin, wie gut ihre Form aber tatsächlich ist und ob sie für Medaillenränge oder gar den erneuten grossen Coup reicht, kann niemand richtig abschätzen. Zudem verlief auch der Saisonstart mit dem vierten Rang an der Hallen-WM in Torun (Pol) nicht wunschgemäss.

Hier läuft Kambundji sensationell zu Gold
0:26
Bei der WM 2025:Hier läuft Kambundji sensationell zu Gold

Kambundji selbst sagt: «Unter den gegebenen Umständen haben wir in der EM-Vorbereitung sicher das Beste herausgeholt – auch wenn ich gerne noch ein paar Rennen mehr absolviert hätte.»

Nach EM-Bronze 2022 in München und EM-Silber 2024 in Rom träumt sie davon, den Medaillensatz in Birmingham zu vervollständigen. Allerdings weiss sie auch, dass sie erst seit rund zwei Wochen wieder unter voller Belastung trainieren kann. Und auch eine derart lange Wettkampfpause innerhalb einer Saison ist neu für sie. Zwar hat das Training in den letzten Tagen gut angeschlagen, und sämtliche Tests verliefen positiv, wie es aus ihrem Umfeld heisst. Dennoch wird die EM für Kambundji ein Kaltstart.

Kambundji-Gen als Ass im Ärmel?

Via Entry List ist sie direkt für die Halbfinals am Dienstagabend qualifiziert. Das kann ein Vorteil sein. Allerdings wäre in ihrem Fall ein Vorlauf womöglich gerade noch gelegen gekommen, um mehr Zeit zu haben, in Schwung zu kommen. So aber muss Kambundji direkt liefern – und ein Fauxpas könnte bereits einen verpassten Final bedeuten.

Gleichzeitig gibt es in ihrem Lager aber auch eine Hoffnung: nämlich jene, dass Kambundji an der EM wieder Kambundji-Sachen machen wird. Wie ihre Schwester Mujinga (34), die über 200 m als Titelverteidigerin mit einer Wildcard startet, ist mittlerweile auch Ditaji bekannt dafür, absolut parat zu sein, wenn es ernst gilt. Herausfordernde Situationen kitzeln bei beiden oft ausserordentliche Leistungen heraus. Überraschen würde es deswegen niemanden mehr, sollte das Familien-Gen Ditaji Kambundji doch noch zu einem EM-Exploit tragen. 

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen