Darum gehts
- Mujinga Kambundji scheitert über 100 Meter bei Schweizer Meisterschaft im Halbfinal
- Audrey Werro bricht Schweizer U23-Rekord über 400 Meter mit 50,80 Sekunden
- Sabrina Boss wirft Speer 60,88 Meter und sichert EM-Ticket
Der erste Tag der Schweizer Meisterschaften liefert elf Entscheidungen. Während Audrey Werro (22) gleich doppelt brilliert, sucht die Schweizer Rekordhalterin Mujinga Kambundji (34) noch ihre Topform.
Über 100 Meter schliesst die Bernerin den Vorlauf als Zweite ab und sieht dabei noch nicht ganz so spritzig aus, wie man es von ihr gewohnt ist. Für den Halbfinal reicht es zwar, doch dort ist mit 11,53 Sekunden Endstation. Kambundji verpasst den 100-Meter-Showdown im Letzigrund.
Noch nicht ganz bei 100 Prozent
Somit kommt es in Zürich nicht zu den Kambundji-Festspielen. Die Bernerin verpasst ihr Ziel: das EM-Ticket über 100 Meter. Enttäuscht ist sie dennoch nicht. Vielmehr freut sie sich über die starke nationale Konkurrenz im Sprint. Vor vier Jahren, als sie den Schweizer Rekord (10,89) aufstellte, hätte ihre heutige Zeit für den Final gereicht.
Auf die EM kann sich Kambundji trotzdem freuen. Die Bernerin, die auf den Tag genau vor acht Monaten ihren Sohn Léon zur Welt brachte, verfügt über eine Wildcard über 200 Meter. Schweizer Meisterin über 100 Meter ist hingegen Géraldine Di Tizio-Frey (29). Beim Meeting de la Gruyère stellte die Zugerin vor rund zwei Wochen mit 10,98 Sekunden die Schweizer Bestzeit dieser Saison auf.
Werro trocknet alle ab
Diese Marke unterbietet Di Tizio-Frey bei ihrem Finalsieg um zwei Hundertstel. Nun gilt es, diese Leistung bei der EM in Birmingham zu bestätigen. Auch Audrey Werro hat ihren Fokus auf Birmingham gerichtet. Die Westschweizerin – ebenfalls bereits qualifiziert – spult beim 400-Meter-Lauf, den sie als Belastungstest für die EM absolviert, eine neue Saisonbestzeit ab. 50,80 Sekunden braucht Werro für die Runde und sichert sich damit auch noch den U23-Landesrekord.
Den 400er-Final läuft sie am Sonntag mit Fokus auf die EM nicht. Den 800er-Final, für den sie sich im Vorlauf mit der Tagesbestzeit von 2:06,11 Minuten qualifiziert hat, wird sie hingegen absolvieren.
EM-Ticket gelöst
Bei den Frauen löst somit keine Läuferin ein EM-Ticket, die nicht bereits qualifiziert ist. Einer Speerwerferin gelingt es aber dafür umso spektakulärer. Sabrina Boss (21) verbessert mit 60,88 Metern ihre persönliche Bestmarke um ganze drei Meter, holt SM-Gold und erfüllt gleichzeitig die EM-Limite (60,80). Das alles mit ihrem letzten Versuch.