Darum gehts
- Mujinga Kambundji (34) kehrt am Donnerstag in Luzern nach Schwangerschaft zurück
- Ihre Teamkollegen loben Comeback als Inspiration und grossartige Leistung
- Schweizer Meisterschaft als nächstes Ziel, Kambundji beeindruckt mit Stärke
Der Star des Tages sitzt an diesem Mittwoch in Luzern gar nicht auf dem Podium. Und trotzdem dreht sich beim Medientermin vor dem Meeting fast alles um Mujinga Kambundji (34). Die Schweizer Sprintkönigin kehrt am Donnerstag (ab 19.30 Uhr) nach ihrer Schwangerschaft und einem ersten Testlauf in Bulle FR auf die grosse Bühne zurück.
Für ihre Teamkolleginnen und Teamkollegen ist klar: Allein dieses Comeback verdient höchsten Respekt. «Es ist unglaublich schön und inspirierend, sie wieder dabei zu haben», sagt Annik Kälin (26), die zuletzt regelmässig mit Kambundjis Trainingsgruppe in Zürich trainierte.
Viel von der Sprintkönigin gelernt
William Reais (27), der früher ebenfalls mit Kambundji trainierte und sie auch privat kennt, meint: «Mujinga freut sich mega, dass sie wieder starten darf.» Gleichzeitig sei vieles noch unklar. «Man weiss halt nicht, was der Körper nach dieser Zeit schon kann.»
Eine Zeit will er deshalb nicht prognostizieren. Dafür glaubt er an eine positive Entwicklung: «Sie ist der Typ, der mit den Wettkämpfen stärker wird. Ich habe das Gefühl, dass sie bei der Schweizer Meisterschaft schon wieder schneller sein könnte.»
Für Sprinterin Géraldine Di Tizio-Frey (29) ist Kambundji weit mehr als nur eine Teamkollegin. «Sie ist eine Rieseninspiration und eine Art Mentorin für mich. Wir verstehen uns sehr gut und trinken ab und zu auch einen Kaffee zusammen.»
Seit ihrem ersten Grossanlass 2019 habe sie viel von der Bernerin gelernt. «So wie ich Mujinga kenne, wird sie, wenn nicht morgen, spätestens an der Schweizer Meisterschaft einen rauslassen.»
Sie ist eine wie keine
Auch Angelica Moser (28) verfolgt das Comeback mit grossem Interesse. «Es ist eine mega krasse Leistung, wenn jemand nach einer Schwangerschaft zurückkommt.» Gerade im Sprint gebe es mehrere Beispiele von Athletinnen, die danach wieder Weltklasseleistungen gezeigt haben. Sie verweist auf die Griechin Katerina Stefanidi (36), die ebenfalls nach einer Babypause zurückgekehrt ist.
Gleichzeitig gibt Moser zu bedenken: «Im Stabhochsprung ist es bisher eigentlich noch keiner gelungen, nach einer Schwangerschaft wieder ganz auf das frühere Niveau zurückzukommen.» Deshalb sei Kambundjis Rückkehr umso beeindruckender. «Ich glaube, sie ist sehr gut betreut und weiss genau, was sie macht.»
Leonie Hügli (21) bringt auf den Punkt, was viele denken. «Sie hat für uns Frauen im Schweizer Sport unglaublich viel gemacht. Dass sie jetzt zeigt, dass Spitzensport und Mutterschaft vereinbar sind, macht sie zu einem riesigen Vorbild.»