Darum gehts
Mujinga (34) und Ditaji Kambundji (24), Simon Ehammer (26), Audrey Werro (22), Annik Kälin (26), Angelica Moser (28) – die Schweizer Leichtathletik hat in den letzten Jahren viele Athletinnen und Athleten von Weltklasseformat hervorgebracht. Historische Rekorde fallen reihenweise, prestigeträchtige Titel werden gefeiert. Von einem solchen Höhenflug konnte man früher nur träumen.
Doch auch der Blick auf die nächste Generation weckt Hoffnungen. Nationaltrainer Patrick Saile lobt das enorme Potenzial: «Generell ist die U20-Generation gerade superstark.» Wir präsentieren eine Auswahl der vielversprechendsten Schweizer Leichtathletik-Talente.
Xenia Buri (18)
Mujinga Kambundji, Ditaji Kambundji – und jetzt Xenia Buri? Bern hat eine neue Sprint-Überfliegerin. Bei der Junioren-Gala in Mannheim im Juni pulverisierte Buri über 100 m den Schweizer U20-Rekord gleich doppelt. Bleibt sie gesund, wird sie in den nächsten Jahren Jagd auf die Schweizer 100-m-Bestmarke machen. «Xenia ist ein Ausnahmetalent. Sie könnte ja schon bei den Aktiven mitrennen», sagt Saile.
Akira Eghagha (18)
Das männliche Pendant zu Buri ist Akira Eghagha: Auch er blitzschnell, auch er 18 Jahre alt und auch er Rekordbrecher in Mannheim. «Xenia und Akira sind unsere zwei Top-Sprinter in der U20», erklärt Saile.
Mit einer Fabelzeit von 10,16 Sekunden unterbot Eghagha den Schweizer U20-Rekord um stolze 15 Hundertstel und stellte die europaweit zweitbeste U20-Saisonzeit auf. Auch bei ihm hält Saile fest: «Es wird interessant, was da passiert, wenn er verletzungsfrei bleibt.»
Jil Sanchez (18)
Während Buri die flache Sprintstrecke dominiert, fliegt Sanchez über die Hürden. So richtig auf sich aufmerksam machte die Schwyzerin im vergangenen Sommer, als sie sich in Tampere als 17-Jährige über 100 m Hürden zur U20-Europameisterin krönte.
Die letzte Schweizerin, der dieses Kunststück gelang? Keine Geringere als Ditaji Kambundji (2021). Ohnehin ist Sanchez erst die dritte Schweizerin überhaupt mit U20-EM-Gold in dieser Disziplin. Den ersten Titel holte Noemi Zbären (32) im Jahr 2013.
Andrin Huber (22)
Mit seinen 22 Jahren ist Huber bereits der viertbeste Schweizer Zehnkämpfer aller Zeiten und hält den nationalen U20-Rekord. Zudem krönte er sich 2025 in Bergen zum U23-Europameister. Ende Mai ging er auch beim traditionsreichen Mehrkampf-Meeting in Götzis an den Start. Während sein Idol Ehammer mit einem neuen Schweizer Rekord Geschichte schrieb, gab Huber den Wettkampf jedoch vorzeitig auf.
Leon Krummenacher (19)
Vom einen Zehnkampf-Juwel zum nächsten: Auch Leon Krummenacher weiss, wie man internationale Medaillen gewinnt. An der U20-EM 2025 in Tampere sicherte er sich die Bronzemedaille. Sein Traum? Einmal zu den besten Zehnkämpfern der Welt zu gehören. Dass das Potenzial dafür da ist, beweist der Blick in die Geschichtsbücher: In der ewigen Schweizer U20-Bestenliste belegt der Obwaldner Rang zwei direkt hinter Huber – und damit vor einem gewissen Simon Ehammer.