Rückkehr auf die grosse Bühne
Andere Sport-Mütter machen Mujinga Kambundji Hoffnung

Mit ihrem Start über 200 m an der EM in Birmingham meldet sich Mujinga Kambundji auf internationalem Parkett zurück. Die Grande Dame der Schweizer Leichtathletik eifert grossen Namen des Weltsports nach.
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Mujinga Kambundji geht in Birmingham als Titelverteidigerin an den Start.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mujinga Kambundji startet nach Babypause bei EM in Birmingham
  • Halbfinal über 200 m am Mittwoch, Final eventuell Donnerstagabend
  • 34-jährige Europameisterin seit Juli wieder rennbereit nach Schwangerschaft
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Marco PescioReporter Sport

Mujinga Kambundjis (34) Plan ist voll aufgegangen. Nach der Geburt ihres Sohnes Léon im letzten November hatte sie früh die EM in Birmingham als internationales Comeback-Fernziel ausgerufen. Als Europameisterin von 2024 in Rom über 200 m hatte sie für diese Disziplin ohnehin eine Wildcard auf sicher. Und tatsächlich ist der Aufbau nach ihrer Schwangerschaft so verlaufen, dass sie seit Anfang Juli wieder Rennen bestreiten kann. Die schnellste Frau der Schweiz fühlt sich parat für die EM.

Aber wie stehts um ihre Form? Und reichts für den Final am Donnerstagabend (22.50 Uhr Schweizer Zeit)? Auch wenn Kambundji als echter Wettkampftyp bekannt ist, dürfte sie in dieser Saison noch einen schweren Stand gegen die starke Konkurrenz haben. So oder so: Erste Antworten gibts am Mittwoch um 21.20 Uhr, wenn der Halbfinal über 200 m über die Bühne geht.

Nächstes Jahr bei alter Stärke?

Kambundjis Ziele sind allerdings für einen längeren Horizont ausgelegt. «Die schnellen Zeiten werden schon noch kommen», sagte sie Mitte Juli beim Meeting in Luzern. Gemeint hat sie damit vor allem nächstes Jahr. Dann dürfte die Leichtathletik-Welt gespannt auf ihre Comeback-Leistungen als Mutter blicken. Denn eindrucksvolle Geschichten von Mamis, die im Spitzensport brilliert haben, gibt es genug.

Dazu gehört in jüngster Vergangenheit sicherlich Tennis-Star Belinda Bencic (29), die nach der Geburt ihrer Tochter Bella (2024) in der ersten vollen Saison zwei WTA-500-Titel holte sowie den Wimbledon-Halbfinal erreichte.

Mutter und erfolgreich: Tennis-Aushängeschild Belinda Bencic mit Tochter Bella.
Foto: Getty Images

Allerdings kennt sich in der Schweiz wohl niemand besser im Thema aus als die Triathletin Nicola Spirig (44). Ihr Werdegang im Schnelldurchlauf: 2012 gewann sie in London Olympia-Gold, 2013 kam Sohn Yannis zur Welt, 2016 gewann sie Olympia-Silber, 2017 wurde sie zum zweiten Mal Mutter (Tochter Malea), 2018 holte sie sich ihren sechsten EM-Titel. Und im April 2019 kam das dritte Kind (Sohn Alexis). Danach trat sie 2022 vom Spitzensport zurück.

Weitere eidgenössische Beispiele? Orientierungsläuferin Simone Niggli-Luder (48) holte neun ihrer 23 WM-Titel als Mutter. Und das allererste Schweizer Sport-Mami, das Sommer-Olympiasiegerin wurde, war Brigitte McMahon (59) – mit ihrem Triathlon-Triumph 2000.

Tipps von Vorzeige-Mami Ali

Und international? Da hat bei Kambundji vor allem Nia Ali (37) nachhaltig Eindruck hinterlassen. Die US-Hürdenläuferin, mit der die Bernerin im letzten Jahr im regen Austausch war, lief 2016 in Rio de Janeiro zu Olympia-Silber über 100 m Hürden – und wurde 2019 in Doha Weltmeisterin in derselben Disziplin. Ihre drei Kinder kamen 2015, 2018 und 2021 auf die Welt.

Auch Nia Ali (r.) gehört zu jenen Sport-Mamis, die Mujinga Kambundji inspiriert haben.
Foto: Getty Images

Von ihrer Babypause noch stärker zurückgekehrt ist Sprinterin Shelly-Ann Fraser-Pryce (39). Die Jamaikanerin brachte 2017 einen Sohn zur Welt. Danach holte sie 2019 an der WM Gold über 100 m sowie Olympia-Silber in Tokio 2021 und Olympia-Gold über 4 x 100 m. Und sieben (!) weitere Medaillen bei Weltmeisterschaften.

US-Fussballerin Alex Morgan (37), die zweifache Weltmeisterin, kehrte als Mami ebenfalls wieder früh auf den Platz zurück und nahm eine wichtige Rolle bei Tottenham und im Nationalteam ein. Zwei der berühmtesten Beispiele stammen aber wie Bencic aus dem Tennis: Die Belgierin Kim Clijsters (43) gewann drei ihrer vier Grand-Slam-Titel als Mutter. Und: Serena Williams (44) erreichte nach der Schwangerschaft noch vier Major-Endspiele.

Nun reiht sich Mujinga Kambundji unter all die grossen Namen ein. Welche Resultate die WM-Dritte von 2019 (200 m) noch einfahren wird, bleibt abzuwarten. Die aktuelle EM, nächstes Jahr die WM in Peking und Olympia 2028 in Los Angeles dürfen sie aber auf jeden Fall träumen lassen.

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