Hier läuft Ehammer zu Gold und Weltrekord
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Siebenkampf an der Hallen-WM:Hier läuft Ehammer zu Gold und Weltrekord

Ostschweizer in neuen Sphären
So viel ist der Weltrekord von Ehammer wert

Gestatten, Weltrekordhalter Simon Ehammer! Der Mehrkämpfer aus dem Appenzellerland hat sich in den Leichtathletik-Olymp gehievt. Welche Auswirkungen seine Siebenkampf-Marke hat – und welchen kleinen Makel.
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Steil nach oben: Simon Ehammer ist auf einem neuen Level angelangt.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Simon Ehammer bricht in der Halle Weltrekord im Siebenkampf
  • Der Ostschweizer steigert seine Aktie durch den Coup deutlich
  • Welche Prämien winken könnten – und was das für die Zukunft heisst
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Wenn sich einer auf diesem Planeten ohne schlechtes Gewissen wie ein «Sibesiech» fühlen darf, dann ist das wohl Simon Ehammer (26). Welch offiziellere Berechtigung dafür sollte es geben, wenn es nicht der Weltrekord und Hallen-WM-Gold im Siebenkampf ist? Dem Appenzeller ist in Torun (Pol) einer der grössten Coups der Schweizer Leichtathletikgeschichte gelungen. Und seine Monster-Performance hat auch in der internationalen Szene für Aufsehen gesorgt, zumal der ehrgeizige Ostschweizer die 14 Jahre alte Bestmarke von US-Mehrkampf-Ikone und Doppel-Olympiasieger Ashton Eaton (38) auslöschte. Der Weltrekord in der Blüte seines sportlichen Schaffens lohnt sich in mehrfacher Hinsicht für Ehammer. Eine Auslegeordnung. 

Standing

Als Ehammer am 21. März in Torun für die Schweizer Sternstunde sorgte, verneigte sich in der Folge die gesamte Leichtathletik-Welt vor ihm. Der Mann aus Stein AR wurde in Expertenrunden rauf und runter diskutiert. Insbesondere in den USA, die nicht nur die globale Siebenkampf-Bestmarke verloren, sondern im Wettkampf auch auf die Plätze zwei und drei verwiesen wurden, gewann er deutlich an Ansehen. Und wie hoch ein Weltrekord einzuordnen ist, zeigt sich auch in den Athletenverträgen mit ihren Partnern. Gemäss Blick-Recherche ist ein Weltrekord meist gleichgesetzt mit Olympia-Gold – eine höhere Prämienstufe gibts nicht. Wobei es in Ehammers Fall einen kleinen Makel gibt. Nämlich, dass er sein fabelhaftes Resultat in der Halle erzielte, was vertraglich weniger grosszügig vergütet wird als bei einem Outdoor-Event. Zu vergleichen ist dies am ehesten mit der Schwimm-Elite, wo die Kurz- im Vergleich mit der Langbahn vertraglich auch weniger stark ins Gewicht fällt.

Finanziell

Wichtig ist vorauszuschicken: Ehammer bewegt sich in der Leichtathletik in einem Feld, das geldmässig bei weitem nicht auf einer Stufe mit Sportarten wie Fussball oder Tennis ist – mit wenigen globalen Superstars als Ausnahme. Als Richtwert dient im Fall des Schweizers der schwedische Stabhochspringer Armand «Mondo» Duplantis (26). Der Weltrekord-Dauerablieferer streicht pro neue Marke vonseiten World Athletics 100’000 Dollar (rund 79’000 Franken) ein. Daneben gibts von den grössten Sponsoren eine festgelegte Summe. Dem Vernehmen nach soll sich diese bei Red Bull und Puma zwischen 50’000 und 100’000 Dollar bewegen.

Und Ehammer? Er hat für seinen Hallen-Weltrekord von World Athletics einen Scheck über 50’000 Dollar in die Hand gedrückt bekommen. Ausserdem ist davon auszugehen, dass er bei seinen grössten Partnern, Red Bull, Puma und Omega, ebenfalls in den Genuss einer Prämie gekommen ist. Nicht im Duplantis-Ausmass, sondern im tieferen fünfstelligen Bereich. Wobei bei Uhrensponsoren oftmals auch materielle Zuwendungen – sprich teure Uhren – üblich sind.

Je nach Status und Palmarès eines Athleten, kann vertraglich auch ein Prämiendach beinhaltet sein. Heisst: Ist ein gewisser Betrag übers Jahr schon früh erreicht, gibts für den Rest der Saison keine weiteren finanziellen Belohnungen des entsprechenden Sponsors mehr. Auf der anderen Seite bestehen grundsätzlich auch nachhaltige Vertragsmodelle, die nach einem sogenannten Roll-over-System funktionieren. Ein Erfolg kann hier den Sportler auf eine höhere Prämienstufe hieven, die er dann für den Rest der Vertragslaufzeit auch behält.

Marke

Gerade, was letzteren Punkt anbelangt, dürfte sich Ehammer mit seinem Weltrekord in eine deutlich bessere Position gebracht haben. Durch seinen Galaauftritt in Polen hat er nicht nur an sportlicher Strahlkraft gewonnen, sondern auch an einem guten Argument, was künftige Kontrakte mit neuen und bereits vorhandenen Partnern betrifft. Ehammer kann ab sofort als Weltrekordhalter beworben werden – das könnte sich bei Meetings wie etwa Götzis auf die Startgage auswirken. Auf seinen Vertrag mit Weltklasse Zürich, dem Diamond-League-Event, dürfte der jüngste Coup gemäss Blick-Informationen (noch) keine Auswirkungen haben. Ehammer ist dort, wie andere Schweizer Aushängeschilder, als Botschafter für mehrere Jahre verpflichtet und auch abseits der Wettkampftage für den Leichtathletik-Klassiker engagiert. Allerdings sind auch hier die Chancen gestiegen, dass er in einer nächsten Verhandlungsrunde zu verbesserten Konditionen verpflichtet wird.

Gut vorgespurt zu haben scheint Ehammer bereits, was das grosse Jahreshighlight 2026 anbelangt. Für die Freiluft-EM in Birmingham Mitte August dürften seine beiden Steckenpferde, Mehrkampf und Weitsprung, prämienmässig gleichgestellt zu sein.

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