Hier läuft Ehammer zu Gold und Weltrekord
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Siebenkampf an der Hallen-WM:Hier läuft Ehammer zu Gold und Weltrekord

Weltrekord mit Ticket-Märchen
Ehammer überirdisch – und dank Blick mit Familie vereint

Wow! Simon Ehammer holt nicht nur WM-Gold im Siebenkampf – er bricht auch den Weltrekord von Ashton Eaton! Das hatte er schon lange im Sinn. Und er konnte es dank eines Blick-Artikels auch mit der Familie geniessen.
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Es ist der Weltrekord für Simon Ehammer! Mit 6670 Punkten übertrumpft er Ashton Eatons 6645 Zähler.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Simon Ehammer bricht in Torun mit 6670 Punkten Weltrekord im Hallen-Siebenkampf
  • Er sprintet 60 Meter Hürden in 7,52 Sekunden – Rekordzeit im Siebenkampf
  • Perfekter Tag: Weltrekord, Hallen-WM-Gold und Familie live vor Ort
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Yara VettigerRedaktorin Sport

Es ist ein Meilenstein in der Schweizer Leichtathletik, ein geschichtsträchtiger Tag – dank eines fabelhaften Simon Ehammer (26)! Der Ostschweizer holt an der Hallen-WM im polnischen Torun im Siebenkampf nicht nur zum zweiten Mal in seiner Karriere Gold, sondern bricht mit der Punktzahl von 6670 auch den Weltrekord von Ashton Eaton (6645). Eine Punktzahl, die in der Geschichte des Hallen-Siebenkampfs bislang unerreicht war.

Schon nach dem ersten Tag war klar: Hier passiert etwas Aussergewöhnliches. 3698 Punkte nach vier Disziplinen – so viele wie noch nie in seiner Karriere. Über 60 Meter sprintet er in 6,69 Sekunden zu einer persönlichen Bestzeit. Im Weitsprung segelt er auf starke 8,15 Meter, im Kugelstossen überzeugt er mit 14,87 Metern, im Hochsprung überspringt er 2,02 Meter. Vier Disziplinen, viermal mindestens Saisonbestleistung – und das mit einer Selbstverständlichkeit, die beeindruckt.

Ein Detail zur Einordnung: In Torun fehlten mit Sander Skotheim (Nor), Leo Neugebauer (De) und Markus Rooth (Nor) gleich drei der stärksten Mehrkämpfer der Welt. Doch wer einen Weltrekord aufstellt, der muss sich vor gar niemandem verstecken. Diese Marke muss man Ehammer erst einmal nachmachen.

Tag zwei wieder explosiv

Am zweiten Tag des Siebenkampfs legt der Ostschweizer nämlich sofort nach. Über 60 Meter Hürden rennt er in 7,52 Sekunden, schneller als je ein Mehrkämpfer zuvor in einem Siebenkampf! Im Stabhochsprung überspringt er 5,30 Meter – ein weiterer Beweis für seine beeindruckende Form, denn eine persönliche Bestleistung liegt bei 5,35 Meter. Praktisch in jeder Disziplin bringt Ehammer eine neue Bestzeit oder Saisonbestleistung. Es ist eine Machtdemonstration des Appenzellers. 

Der abschliessende 1000-Meter-Lauf wird zur Bühne für einen historischen Moment. Mit einer Zeit von 2:41,04 Minuten überquert er die Ziellinie – und damit ist es amtlich: Weltrekord!

Damit wiederholte Ehammer seinen Triumph von 2024 in Glasgow, wo er bereits Hallen-WM-Gold im Siebenkampf gewonnen hatte. Zum Vergleich: Damals gewann er mit 6418 Punkten. Doch das, was er in Torun gezeigt hat, geht weit darüber hinaus. Es ist eine Performance, die in eine neue Dimension des Mehrkampfs gehört. Vor der Hallen-WM hatte der Spitzenathlet bereits grosse Ambitionen angemeldet. Von Gold und einem neuen Europarekord war die Rede. Simon Ehammer ist ein Sportler, der sich nicht scheut, hochgesteckte Ziele zu nennen. Aber dass er auch den Weltrekord im Visier hatte, das besprach er nur mit seinem Team und seiner Familie. «Ich rechne gerne. Das ist auch wichtig, um zu sehen, was möglich wäre. Und so wusste ich: Es ist möglich.»

Mit seiner Leistung reiht sich der Überflieger als zweiter Schweizer mit einem Hallen-Weltrekord hinter Werner Günthör (64) ein. Der Kugelstosser stellte 1989 in Magglingen mit 22,24 Metern einen Weltrekord auf – und gewann 1988 in Seoul die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen. Ehammer sagt dazu: «Es wäre schön gewesen, in Paris der Nachfolger von Werner mit einer Olympischen Medaille zu sein.» Da landete er 2024 im Weitsprung bitter auf Platz vier. Er lacht und ergänzt dann: « Jetzt bin ich dafür Werners Nachfolger für einen Hallen-Weltrekord. Auch cool!»

Happy End für die ganze Familie

Während unten auf der Bahn Geschichte geschrieben wird, ist auf der Tribüne ein kleines Drama bereits gelöst. Denn dort sitzt seine Familie: Frau Tatjana Ehammer, seine Eltern und seine Geschwister. Sie wissen, wie viel Arbeit hinter diesen Leistungen steckt. Und doch war das gemeinsame Erlebis vom Weltrekord fast geplatzt: Noch am Vortag sah es so aus, als müssten sie den entscheidenden Moment irgendwo in einem Pub verfolgen. Keine Tickets für den Finaltag. Ausverkauft. Ausgerechnet dann, wenn Ehammer um Gold – und plötzlich sogar um den Weltrekord – kämpft. «Es ist jetzt so», sagte Ehammer am Abend zuvor noch nüchtern. Er habe sich darauf eingestellt. Doch dann kam die Rettung: Ein Blick-Leser leitete den Artikel an Swiss-Athletics-Präsident Christoph Seiler weiter. Der reagierte sofort und setzte sich mit World-Athletics-Chef Seb Coe in Verbindung – und plötzlich tauchten für die Abend-Session doch noch Tickets auf.

«Es war so schön, dass wir jetzt doch noch da sein durften!», erzählt Tatjana Ehammer dann kurz nach dem Rennen. Sie ist immer noch total aus dem Häuschen, strahlt übers ganze Gesicht. «Im Moment bin ich einfach nur am Weinen vor Freude.» Kurz war Ehammer nach seinem historischen Sieg zu seinen Liebsten vor die Tribüne getreten. «Ich bekam da aber keinen Mucks raus», lacht sie. Und sagt weiter: «Ich kanns kaum erwarten, bis er endlich mit der Medienarbeit und der Dopingkontrolle fertig ist und ich ihm dann endlich sagen kann, wie stolz ich auf ihn bin!»

Und auch Ehammer selbst ist gerührt: «Es ist mega cool, dass wir via Blick und Weiteren irgendwie noch zu Tickets gekommen sind! Meine Familie hätte es verkraftet, wenn es nicht um einen Weltrekord gegangen wäre. Aber mir hätte es weh getan und ihnen wahrscheinlich auch, wenn sie den Weltrekord nicht live in der Halle hätten mitverfolgen können.»

So endet ein perfekter Tag für Simon Ehammer: Weltrekord, Hallen-WM-Gold – und die Freude, diese Sternstunde mit seiner Familie live zu teilen.

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