Darum gehts
Nach einem regelrechten Interview-Marathon für die frisch gekürte Sportlerin des Jahres 2025 ist die Mutter von Ditaji Kambundji (23) die erste Gratulantin aus der Familie: Es gibt eine innige Umarmung am Bühnenrand, gefolgt von einer erstaunten Reaktion, als Mama Ruth den Award ihrer Tochter in den Händen hält: «Der ist schon noch schwer», meint sie lachend.
Eigentlich kennt sie die Auszeichnung nur zu gut, denn Ditaji Kambundjis zehn Jahre ältere Schwester Mujinga hat den Pokal auch schon zweimal gewonnen. Doch jene Erfolge der Sprint-Königin gehen mittlerweile auch schon in die Jahre 2019 und 2022 zurück – und ausserdem stünden die Trophäen nicht etwa im Elternhaus, sondern in Mujingas Daheim «im Büro», wie Ruth Kambundji verrät.
Hürden-Weltmeisterin Ditaji Kambundji selbst weiss noch nicht genau, wo sie ihre jüngste Errungenschaft platzieren wird. «Wahrscheinlich irgendwo zusammen mit meiner WM-Goldmedaille.»
Das Gewicht des Awards ist an diesem Abend nicht das Einzige, das die Eltern Ruth und Safuka überrascht. Da sie die früheren Auszeichnungen von Mujinga nur aus der Ferne verfolgten, kommt es diesmal zu ihrer Premiere in den SRF-Studios in Zürich Leutschenbach.
Beide zeigen sich beeindruckt ob der Dimension des Anlasses. Ruth Kambundji meint: «Es war spannend für uns, mal das ganze Drumherum mitzuerleben.» Als die Show vorüber ist, posieren Mama und Papa gemeinsam mit Tochter Ditaji für ein Siegerbild. Mujinga Kambundji fehlt auf dem Foto. Sie ist zu jenem Zeitpunkt bereits nicht mehr vor Ort, weil sie nach der Sendung direkt ins Hotel zurückgekehrt ist, wo die Mutter ihres Partners und Trainers, Florian Clivaz (31), auf das vier Monate alte Baby Léon aufpasste.
Gibts wieder mal ein eigenes Abendkleid?
Eine allzu grosse Feier liegt für die Familie am späten Sonntagabend ohnehin nicht drin, denn Ditaji Kambundji fliegt nur wenige Stunden nach ihrem grossen Auftritt im eleganten, selbst genähten Kleid bereits wieder ins Trainingslager nach Belek (Tur). Trotzdem sagt die Bernerin: «Dieser Award ist eine tolle Anerkennung für all das, was ich im vergangenen Jahr geleistet habe. Ich freue mich, das nun mit meinen Liebsten geniessen zu dürfen.»
Und apropos Kleid: Obwohl das Prozedere ziemlich aufwendig war und sie zunächst sogar ein Testkleid anfertigte, habe es ihr «grossen Spass» bereitet: «Ich weiss nicht, ob ich das nun jedes Jahr mache – aber vielleicht gibt es wieder mal eines.» Fährt sie sportlich im selben Stil fort, wird sie zweifelsohne genügend Gelegenheiten dazu erhalten.