Kälin reiht sich ein in Schweizer Wahnsinnslauf
«Krass, was wir für eine Leichtathletik-Generation haben!»

Annik Kälin schreibt mit ihrem Sieg am prestigeträchtigen Mehrkampf-Meeting in Götzis Geschichte – und sieht sich inspiriert von der Entwicklung der Schweizer Leichtathletik-Szene, die in den letzten Jahren regelmässig Grosserfolge produzierte.
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Annik Kälin ist in Götzis der grosse Coup gelungen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Annik Kälin triumphiert in Götzis mit Schweizer Rekord und Weltbestleistung
  • Nach Fussoperation und Rückschlägen zeigt Kälin ihr grosses Potenzial erneut
  • Paris 2024: Olympia-Vierte, jetzt in Götzis gefeierte Siegerin und EM-Trumpf
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Marco PescioReporter Sport

Jahresweltbestleistung. Schweizer Rekord. Und ein historischer Triumph im Mehrkampf-Mekka Götzis – und das auch noch an der Seite des bei den Männern ebenfalls siegreichen Simon Ehammer (26). Annik Kälin (26) erlebte im vorarlbergischen 12’000-Einwohner-Städtchen ein völlig verrücktes Wochenende, das sie beim abschliessenden Dinner-Event als gefeierte Siegerin ausklingen liess.

«Es ist absolut surreal», sagt Kälin mit etwas Abstand. Die auf Mehrkampf und Weitsprung spezialisierte Athletin aus Landquart GR hat mit ihrem Götzis-Coup (6726 Punkte) für ein Ausrufezeichen gesorgt. Eines, das nicht vorhersehbar war, zumal das letzte Halbjahr geprägt war von einer Reha und immer wieder kleinen Rückschlägen. Erst Ende November hatte sie sich wegen eines abgesplitterten Knorpelstückchens am Fuss operieren lassen müssen. Das war zwar nur ein kleiner Eingriff, erforderte aber dennoch viel Regenerationszeit und einen sauberen Aufbau.

«Extrem motivierend für uns alle»

Hinzu kommt, dass Kälins letzter Mehrkampf-Event, den sie voll durchzog, bis ins Jahr 2024 zurückgeht, als sie in Paris Olympia-Vierte wurde. Bei ihrem Götzis-Start im Vorjahr war sie leicht angeschlagen. «Darum gab es alles in allem schon eine kleine Ungewissheit vor meiner diesmaligen Teilnahme – ich wusste nicht, was funktionieren würde und was nicht.»

Nun, im Nachhinein ist klar: Geklappt hat richtig viel. Und Kälin konnte nach schwierigen Monaten endlich wieder unter Beweis stellen, welch grosses Potenzial sie hat. Der geschichtsträchtige Schweizer Doppelsieg in Götzis ist mit Blick auf die letzten Jahre der nächste Meilenstein der hiesigen Leichtathletik-Szene.

Da waren all die Erfolge von Sprint-Königin Mujinga Kambundji (33), der sensationelle Weltmeistertitel von Hürdenläuferin Ditaji Kambundji (24), überhaupt starke EM- und WM-Auftritte – und der Siebenkampf-Weltrekord von Ehammer bei der Hallen-WM in Torun in diesem März. Und jetzt trägt auch Kälin abermals ihren Teil zum Aufschwung bei. Sie sagt: «Es ist krass, was wir für eine Leichtathletik-Generation haben! Es mischen mittlerweile so viele an der Weltspitze mit, das ist extrem motivierend für uns alle.»

Erst seit Vorjahr Vollprofi

Dieses neue Bewusstsein, «dass wir in dieser dichten, hochklassigen Welt dazugehören», gebe vielen Talenten Hoffnung und Moral. Und, als nicht unwichtiger Nebeneffekt: Durch die öffentlich gestiegene Aufmerksamkeit konnten auch bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden. Kälin etwa ist erst seit letztem Jahr Vollprofi. Bis Anfang 2025 steckte sie noch in der Ausbildung zur Physiotherapeutin und trug dadurch die Belastung aus dem Jobleben mit. «Jetzt kann ich meinen Alltag ganz dem Sport unterordnen und habe deutlich mehr Zeit für die Erholung.»

All das hat sich nun in Götzis ein erstes Mal ausgezahlt – und macht freilich Lust auf mehr. Auf einen Exploit an der EM in Birmingham Mitte August beispielsweise. Dort will sie, mit neuem Selbstvertrauen, voll auf den Siebenkampf setzen.

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