Darum gehts
- Owen Ansah sprintet bei EM in 10,19 Sekunden zu Bronze
- Ihm droht eine Sperre wegen angeblich verweigerter Dopingkontrolle
- Nada verlangt mehrjährige Sperre, DIS entscheidet über Freispruch oder Strafe
Am Dienstag sorgte Owen Ansah (25) bei der Leichtathletik-EM für ein historisches Ergebnis: In 10,19 Sekunden sprintete er über 100 Meter zu Bronze – die erste deutsche EM-Medaille über diese Distanz seit 40 Jahren. Doch die Freude wird von einer drohenden Sperre überschattet.
Hintergrund ist ein Vorfall vom 9. Juli: Ansah soll eine Dopingkontrolle verweigert beziehungsweise nicht ordnungsgemäss durchgeführt haben. Der Sprinter bestreitet den Vorwurf der Verweigerung. Seine Erklärung: Der Kontrolleur habe unangemeldet ausserhalb des von ihm angegebenen Zeitfensters geklingelt. Da er unter grossem Zeitdruck stand, um seinen Flug zum Diamond-League-Meeting nach Monaco nicht zu verpassen, habe er spontan keine Probe abgeben können. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) fordert eine mehrjährige Sperre. Weil sich Ansah gegen die Vorwürfe wehrt, wird der Fall nun vor dem Deutschen Sportschiedsgericht (DIS) verhandelt. Wie kann es bei ihm weitergehen?
Option 1: Freispruch
Ansah wird freigesprochen, alle Ergebnisse bleiben gültig und er darf seine EM-Bronzemedaille definitiv behalten.
Option 2: Sperre und Annullierung
Falls Ansah verurteilt wird, droht ihm eine Sperre. In diesem Fall würden alle seine Ergebnisse ab dem Vorfalldatum (9. Juli) aberkannt. Wichtig ist dabei die Dauer der Strafe: Eine einmonatige Sperre wäre das Maximum, damit sein 3. Platz gültig bleibt.
Nach dem Rennen meinte der Sprinter: «Ich habe keine Angst. Ich vertraue auf mein Team, das hinter mir steht. Die stärken mir den Rücken und ich kann das andere nicht beeinflussen. Ich kann nur beeinflussen, wie schnell ich auf der Bahn bin. Und das habe ich gezeigt.»