Darum gehts
- Simon Ehammer wird EM-Zweiter im Weitsprung
- Sein Plan für danach: eines der Pubs in Birmingham aufsuchen
- Rest der Saison will er «entspannt» angehen, alle Ziele schon erreicht
Siebenkampf-Hallenweltmeister in Torun (Pol) mit Weltrekord. Zehnkampf-Sieger in Götzis mit verbesserter Schweizer Bestmarke. Und jetzt Weitsprung-Silbermedaillengewinner an der EM in Birmingham. Auch wenn es am Ende im Duell mit Dauerrivale Miltiadis Tentoglou (28) nicht für Gold an den kontinentalen Wettkämpfen gereicht hat, bietet Simon Ehammer (26) eine Saison der Extraklasse. Oder in seinen Worten: «Die Beste bis jetzt! Alles, was jetzt in den nächsten Wochen noch kommt, ist Zugabe.»
Die Heim-Events in Lausanne (21. August) und Zürich (27. August) oder auch die erstmals durchgeführten Ultimate Championships in Budapest (11. bis 13. September) könne er «entspannt» angehen: «Denn alles, was in diesem Jahr wichtig war, habe ich erreicht. Und ich habe das Gefühl, meine Form wird nun sogar noch besser.»
Ehammer kommt nach seinem Silber-Coup spät zum Interview. Zuvor war die Weitsprung-Siegerehrung leicht verzögert gestartet, weil es Verwirrung um einen angeblichen Protest gab. «Zunächst hiess es, dieser sei von Portugal eingereicht worden. Später wurde verlautet, er käme vom Coach von Bozhidar Saraboyukov (dem Drittplatzierten, d. Red.), weil der vierte Sprung des Bulgaren anscheinend ziemlich weit war, aber das T-Shirt einen Abdruck hinterlassen hat.» Allerdings habe Saraboyukov ob dieser Version ebenfalls überrascht reagiert. Was also genau geschehen sei, könne Ehammer nicht sagen.
Auf Pub folgt Brunch
Nun, wie dem auch sei: Dem Appenzeller kann es egal sein. Er hat an diesem Abend ohnehin nur ein Ziel: Nämlich, ihn gebührend ausklingen zu lassen. Bereits im Stadion gabs erste Gratulationen seines Umfelds und von Ehefrau Tatjana. Und danach sollte es – nach der Dopingkontrolle – noch eine Fortsetzung geben. «Ich gehe jetzt direkt ins Pub», sagt Ehammer auf die Frage, was er denn nun noch vor habe: «Wenn ich zuerst ins Hotel gehen würde, wäre ich am Ende noch zu müde. Also suchen wir uns einen Ort, um diesen Erfolg zu feiern.» Und auch für den Morgen danach hat er eine genaue Vorstellung: «Ich werde mir einen schönen Brunch gönnen.»
Nach Zehnkampf-Silber in München 2022 und Weitsprung-Bronze in Rom 2024 ist es für ihn die dritte EM-Medaille der Karriere. Und vor allem ist sie eine starke Antwort auf die schwierigen letzten Wochen, in denen er an einer Verletzung laborierte. Beim Diamond-League-Meeting in Monaco Anfang Juli hatte er sich eine leichte Zerrung mit einem kleinen Muskelfasereinriss im Oberschenkel zugezogen, was die Vorbereitung auf den Grossanlass in der zweitgrössten Stadt Englands zur Herausforderung machte. Doch die Arbeit, die er da hineingesteckt hat, sollte sich ganz offensichtlich auszahlen.