Darum gehts
- Fifa eröffnet Verfahren nach WM-Final Spanien-Argentinien wegen Tumulten nach Abpfiff
- Argentiniens Paredes beschuldigt: Drei mutmassliche Tätlichkeiten
- Disziplinarverstösse: Argentinien drohen Strafen wegen Gesängen, Verhalten und Verzögerungen
Der WM-Final zwischen Spanien und Argentinien ist zwar schon eineinhalb Wochen her, juristisch hat er für mehrere Beteiligte aber erst begonnen. Wie die spanische Zeitung «Marca» berichtet, hat die Fifa nach den Tumulten unmittelbar nach dem Schlusspfiff Disziplinarverfahren eröffnet. Besonders im Fokus stehen mehrere argentinische Spieler – auf spanischer Seite wird dagegen einzig Gavi (21) untersucht.
Aus dem am Dienstag veröffentlichten Fifa-Communiqué geht hervor, dass die Disziplinarkommission nach dem Bericht des eingesetzten Disziplinar- und Ethikermittlers tätig geworden ist. Besonders schwer wiegen die Vorwürfe gegen die Argentinier. Gegen Leandro Paredes (32) läuft ein Verfahren wegen drei mutmasslichen Tätlichkeiten. Nahuel Molina (28) muss sich wegen zwei Fällen von Tätlichkeiten – einer davon im Versuch – sowie zusätzlich wegen unsportlichen Verhaltens verantworten. Auch Co-Trainer Roberto Ayala (53) wird eine mutmassliche Tätlichkeit vorgeworfen.
Deutlich milder fällt der Vorwurf gegen Spaniens Gavi aus. Der frisch gebackene Weltmeister ist der einzige spanische Nationalspieler, gegen den ein Verfahren eröffnet wurde, und zwar ausschliesslich wegen «unsportlichen Verhaltens». Den gleichen Vorwurf erhebt die Fifa gegen Argentiniens Thiago Almada (25).
Auch der argentinische Verband im Visier
Neben den Einzelverfahren hat die Fifa auch gegen den argentinischen Fussballverband ein Disziplinarverfahren eröffnet – wohl auch aufgrund des Banners zu den Falklandinseln, das für Empörung sorgte. Laut der Mitteilung geht es um mögliche Verstösse gegen mehrere Artikel des Fifa-Disziplinarcodes. Genannt werden unter anderem «diskriminierende Gesänge und Gesten», «unangemessenes Verhalten», «Verzögerungen des Spielbeginns», die «Missachtung der Spiel- und Sicherheitsprotokolle», «unangemessene Botschaften» von Mannschaft und Zuschauern sowie das Werfen von Gegenständen bei mehreren WM-Partien Argentiniens.
Welche Konsequenzen den Beschuldigten drohen, ist derzeit noch offen. Die Fifa betont, dass allen Betroffenen zunächst Gelegenheit gegeben werde, «ihre Sicht der Dinge darzulegen». Erst danach werde die Disziplinarkommission einen Entscheid fällen.


