Darum gehts
- Uefa kritisiert Fifa-Pläne, WM-Anteile an Investoren zu verkaufen
- Boykott von Klub-WM und WM 2030 wird diskutiert
- Sechs der letzten acht WM-Viertelfinalisten kamen aus Europa
Die Pläne der Fifa, Anteile an der WM an private Investoren zu verkaufen, stossen beim europäischen Fussballverband Uefa auf heftige Kritik. In einem scharfen Statement schreibt dieser am Dienstagabend unter anderem: «Damit wird eine Grenze überschritten, die die Führungsgremien des Fussballs niemals überschreiten sollten. [...] Die Seele und die Führung des Fussballs sind keine Handelsgüter – insbesondere nicht, wenn keinerlei Transparenz darüber besteht, wer finanziell davon profitiert.»
Die Reaktion des grössten Fussball-Kontinentalverbands könnte aber noch drastischer ausfallen: Wie verschiedene Medien, unter anderem ESPN berichten, planen die europäischen Verbände nun, sich dieser Entwicklung geschlossen entgegenzustellen. Schon diese Woche soll eine virtuelle Dringlichkeitssitzung abgehalten werden, um über mögliche Schritte zu beraten.
Uefa stellt sechs WM-Viertelfinalisten
Ein Boykott von anstehenden Fifa-Turnieren wie der Klub-WM oder gar der WM 2030, die in Portugal, Spanien und Marokko ausgetragen wird, ist offenbar nicht ausgeschlossen.
Ein solcher würde die Fussball-Welt heftig erschüttern: Fünf der letzten sechs WM-Titel gingen an eine europäische Nation, auch 2026 in Nordamerika waren sechs der acht Viertelfinalisten Mitglieder der Uefa.
Auch der Kontinentalverband Concacaf schlägt sich auf die Seite der Uefa und kritisiert die Fifa-Pläne. Der Verband, bestehend aus nord- und mittelamerikanischen sowie den karibischen Fussball-Verbänden, betont, dass so ein Vorhaben die Stimmen aller Kontinentalverbände benötige. Concacaf habe demnach durch Medienberichte vom Vorhaben des Weltverbands erfahren.
Die Fifa versucht derweil, die Wogen zu glätten. Sie betont, dass sie die Kontrolle über die WM-Rechte behalten würde und dass private Investoren nur eine Minderheitsposition einnehmen dürften – beruhigen kann sie zumindest zwei ihrer Teilverbände damit aber offenbar nicht.
Dieser Artikel ist zuerst auf «abola.pt» erschienen. Die portugiesische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.