Darum gehts
- Spaniens Ex-Premier Rajoy kritisiert Frankreichs Team rassistisch vor Halbfinale gegen Spanien
- Spaniens amtierende Ministerpräsident Sánchez distanziert sich: «Möge der Bessere gewinnen und der Rassismus verlieren»
- Französische Ministerin fordert den französischen Fussballverband zu rechtlichen Schritten auf
Die laufende Weltmeisterschaft wird von einem weiteren Rassismus-Skandal überschattet – und wieder steht die französische Nationalmannschaft im Visier. Nachdem bereits die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla (61) mit zutiefst rassistischen Äusserungen über Kylian Mbappé (unter anderem: «Er ist ein kolonialisierter Kameruner, der vorgibt, Franzose zu sein») weltweit für Entsetzen sorgte und den Superstar nach dessen Reaktion weiter aufs Übelste beschimpfte, sorgt nun auch der ehemalige spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy (71) für Kopfschütteln.
Vor dem Halbfinal-Duell zwischen Spanien und Frankreich (14. Juli, 21 Uhr) schrieb der Politiker der konservativen Volkspartei «Partido Popular» – von 2011 bis 2018 Spaniens Premierminister – in einem Gastbeitrag für das Online-Medium «El Debate» die französische Auswahl besitze zwar ein «Kader von höchstem Niveau – allerdings ohne Franzosen».
Spaniens Ministerpräsident distanziert sich
Spaniens amtierender Ministerpräsident Pedro Sánchez (54) reagierte deutlich auf die Worte seines Vorgängers: «Es gibt Menschen, die Zugehörigkeit immer noch am Nachnamen, am Geburtsort oder an der Hautfarbe messen. Andere messen sie an der Verbundenheit mit einem Land und dem Willen, zu ihm beizutragen.»
Seine Stellungnahme auf X schliesst er mit einer starken Botschaft im Hinblick auf die Partie: «Spanien gehört denen, die es lieben und mit Leben erfüllen. Nicht denen, die es mit fremdenfeindlichen Äusserungen in Verruf bringen. Frankreich, wir sehen uns im Halbfinale. Möge der Bessere gewinnen und der Rassismus verlieren.»
«Systematischer und verharmloster Hass auf Frankreich»
Auch aus Frankreich folgten scharfe Reaktionen. «Unsere Spieler müssen kein Zertifikat über ihre Staatsangehörigkeit von einem ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten erhalten. Die französische Nationalmannschaft ist die Mannschaft Frankreichs», betonte Philippe Diallo (62), der Präsident des französischen Fussballverbandes, für den die Aussagen des Ex-Regierungschefs «unerträgliche rassistische Untertöne» enthalten. Zudem stellte die französische Botschaft in Madrid via Mitteilung klar: «Alle Spieler der französischen Nationalmannschaft sind Franzosen. Von den 26 Spielern sind 23 in Frankreich geboren. Die drei, die im Ausland geboren wurden, sind ebenfalls Franzosen.»
Auch die französische Regierung schaltete sich ein: Aurore Bergé (39), Beauftragte für die Bekämpfung von Diskriminierung, sprach von «wiederholten rassistischen Entgleisungen.» Naïma Moutchou (45), Ministerin für die Überseegebiete, ging noch einen Schritt weiter und forderte den französischen Fussballverband zu rechtlichen Schritten auf: «Es ist ein systematischer und verharmloster Hass auf Frankreich und das, was es ist.»
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