Darum gehts
- Fifa-Vorsitzender Al-Kamali hob Baloguns Rotsperre allein auf, berichtet «Times»
- 17 Disziplinarkomitee-Mitglieder offenbar nicht einbezogen
- Trump-Telefonat mit Infantino sorgte bereits für erhebliche Brisanz
Der Fall Folarin Balogun geht in die nächste Runde: Wie die englische «Times» berichtet, soll die umstrittene Aufhebung der Rotsperre gegen den US-Amerikaner von einer einzigen Person veranlasst worden sein.
Anders als üblich soll nicht das komplette Disziplinarkomitee der Fifa über Folarin Baloguns (24) Begnadigung entschieden haben, sondern nur der Vorsitzende Mohammad al-Kamali aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die übrigen 17 Mitglieder des Gremiums seien nicht miteinbezogen worden.
Der US-Stürmer sah im Sechzehntelfinal gegen Bosnien und Herzegowina die Rote Karte und wäre somit für den Achtelfinal eigentlich gesperrt gewesen. Die Disziplinarkommission – oder wie nun vermutet wird, nur deren Vorsitzender – setzte die Sperre aber auf Bewährung aus. So spielte Balogun bei der 1:4-Pleite gegen Belgien.
Begründung steht noch immer aus
Al-Kamali berief sich bei der Begnadigung auf Artikel 27 der Fifa-Disziplinarordnung, der es erlaubt, «die Umsetzung einer Disziplinarmassnahme ganz oder teilweise auszusetzen». Laut Artikel 66.4 führt ein Platzverweis automatisch zu einer Sperre von mindestens einem Spiel. Eine Begründung für den Entscheid lieferte die Fifa nicht.
Für zusätzliche Brisanz sorgte ein Telefongespräch zwischen Donald Trump (80) und Fifa-Boss Gianni Infantino (56). Der US-Präsident bestätigte, er habe darum gebeten, die Rote Karte noch einmal zu überprüfen. Infantino beteuerte, dass das Urteil dennoch unabhängig gefällt worden sei.
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