Darum gehts
- Folarin Balogun spielte trotz Roter Karte nach «Sperre auf Bewährung» – ein grosser Skandal weltweit
- SRF2 sprach erst nach über 100 Minuten über den Fall um Balogun
- Das Tessiner Fernsehen diskutierte das Thema schon nach 5 Sekunden, das ZDF nach 3 Minuten und 56 Sekunden
Balogun zum Ersten, Balogun zum Zweiten und Balogun zum Dritten: In den letzten 48 Stunden gab es vor allem ein Thema, das die (Fussball-)Welt bewegt und erzürnt hat. Jeder hat eine Meinung zum Fall Folarin Balogun, der trotz einer Roten Karte im Sechzehntelfinal im erreichten Achtelfinal auflaufen durfte, weil seine Sperre nachträglich auf Bewährung (und auf Druck von Trump und Infantino?) gestellt wurde.
Jeder? Nicht ganz! Wer am Montagabend um kurz nach 20 Uhr SRF2 einschaltete, ging leer aus. Dort redeten im Vorfeld des 21-Uhr-Spiels zwischen Portugal und Spanien die Gäste Mladen Petric und Marc Schneider und die Moderatorin Annette Fetscherin über allerlei, doch das Thema der Woche, der Skandal um den US-Kicker, wurde das erste Mal in der Halbzeitpause diskutiert. Zu diesem Zeitpunkt war die Sendung schon 1 Stunde, 42 Minuten und 32 Sekunden alt.
Die Tessiner waren die schnellsten
Ein Blick zur Konkurrenz offenbart: Damit war SRF2 allein auf weiter Flur. Beim Tessiner Fernsehen fiel der Name Balogun das erste Mal schon nach 5 Sekunden, beim österreichischen Servus TV nach 32 Sekunden, beim deutschen ZDF nach 3 Minuten und 56 Sekunden und bei den Welschen nach 12 Minuten und 22 Sekunden.
Als SRF2 es dann nach über 100 Minuten Sendezeit doch noch schaffte, über Balogun zu reden, sagte Fetscherin nach dem eingespielten Bericht: «Es hat da bei uns im Studio während des Beitrags alles gegeben: Gelächter, aber auch Stirnrunzeln und Sorgenfalten.»
In der «Tagesschau» war Balogun ein Thema
Stirnrunzeln und Sorgenfalten: Das passt auch perfekt dazu, wie der Sportsender SRF2 mit dem Fall Balogun umging. Zur Ehrenrettung muss noch gesagt werden, dass der Skandal immerhin in der «Tagesschau» ein grosses Thema war. Trotzdem gibt es für das Schweizer Fernsehen eine Rote Karte. Und an dieser kann im Gegensatz zu der von Balogun nicht mehr gerüttelt werden.
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