Mit Energydrink und Mammut
Darum kommentiert SRF-Ruefer WM-Spiele aus dem Hotelzimmer

An seiner achten WM-Endrunde kommentiert Sascha Ruefer erstmals Spiele, bei denen er gar nicht im Stadion sitzt. Was hinter der neuen Technologie steckt. Und warum der SRF-Mann von der WM in Nordamerika nicht restlos überzeugt ist.
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Sechs WM-Spiele hat Sascha Ruefer aus seinem improvisierten Kommentatorenstudio begleitet.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sascha Ruefer kommentiert WM-Spiele aus Kalifornien, nur Nati-Spiele vor Ort
  • SRG spart durch Remote-Kommentierung Ressourcen wegen 104 statt 64 Spielen
  • Ruefer kommentiert 14 Spiele, darunter ein Highlight: Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt

Plötzlich wird es im Meetingraum «Rancho las Palmas» des Marriott Hotels La Jolla in San Diego richtig laut. Vor einem grossen Bildschirm sitzt Sascha Ruefer (54) und versucht den SRF-Zuschauenden zu erklären, wie genau Marokkos Ismael Saibari gegen die Niederlande seine Riesenchance liegenlassen konnte. «Bislang hat sich noch niemand über die Lautstärke beklagt», sagt er, als ihn Blick in seinem improvisierten Kommentatoren-Raum besucht.

Doch warum sitzt Ruefer in einem kalifornischen Hotel, statt die Partie vor Ort aus dem berühmten Gigante de Acero im mexikanischen Monterrey zu begleiten? Aufgrund der Aufstockung von 64 auf 104 Spiele hat die SRG aus Planungs- und Ressourcengründen entschieden, einen Grossteil der Partien der Vorrunde und der Sechzehntelfinals aus Zürich kommentieren zu lassen. TV-Sender aus anderen Ländern müssen sich nur eine Kommentatoren-Position im Stadion leisten, die SRG benötigt aufgrund der Schweizer Landessprachen aber drei. Ein finanzieller und logistischer Aufwand, der in Zeiten des Spardrucks nicht mehr stemmbar ist.

14 WM-Spiele auf dem Programm

Trotzdem legte der Mann aus Schenkon grossen Wert darauf, nicht nur die Schweizer Spiele wie gewohnt aus dem Stadion, sondern auch andere Partien kommentieren zu können. So wie er das seit 1998 an jeder WM-Endrunde getan hat. «Für mich ist es wichtig, bei einem Turnier von Anfang an dabei zu sein», erklärt Ruefer.

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Zudem könne er durch seine Einsätze in San Diego seine Kommentatoren-Kollegen in Zürich etwas entlasten. Für den SRF-Mann bedeutet das, dass er bis und mit dem WM-Final 14 Partien kommentiert haben wird. In einem Raum vor einem Bildschirm zu sitzen statt auf der Medientribüne im Stadion ist für Ruefer derweil kein neues Erlebnis. Mehrfach hat er bereits Champions-League-Spiele aus dem Studio am Leutschenbach begleitet.

Stromausfall? Ruefer bleibt cool

Ruefer sieht verschiedene Vorteile in der neuen Technologie, die in Zukunft ermöglichen soll, dass sich Kommentatoren im Notfall sogar von zu Hause aus einschalten könnte. «Die Technik ist im internationalen Vergleich top. Und die Entwicklung wird diese Technologie immer besser machen, darum sind die Erfahrungen auch hier von der WM so wichtig», erklärt er.

Doch was passiert, wenn im Hotel plötzlich die Internet-Leitung zusammenbricht oder gar der Strom ausfällt? Davon würden die Zuschauenden vor den TV-Bildschirmen bis auf das Verstummen des Kommentators nichts mitbekommen. Doch nicht nur deshalb ist Ruefer trotz der ungewohnten Situation nicht angespannter als sonst. «Früher habe ich gedacht, ich muss mich für sämtliche Übertragungsprobleme verantwortlich zeigen. Da bin ich mit 54 Jahren inzwischen deutlich ruhiger geworden.»

Einwärmen mit Energydrink unter der Dusche

Obwohl sich Ruefer die Reise zum Stadion sparen kann und von seinem Hotelzimmer nur ein paar Stockwerke nach unten fahren muss, ändert er nichts an seiner Routine. «Ich versuche alles genau gleich zu machen», sagt er. In seinem Fall heisst das, rund eine Stunde vor Anpfiff auf seinem Stuhl Platz zu nehmen, obligate Ton-Checks mit den Technikern in Zürich durchzuführen und beim Abspielen der Nationalhymnen aufzustehen.

Dazu gehört auch das kleine Plüsch-Mammut auf dem Tisch, das ihn seit 2013 an jedes Spiel begleitet. «Daheim sagen sie mir Mammut. Mein Sohn und jetzt auch meine Tochter haben das Gleiche. Es verbindet uns und hilft gegen das Vermissen, wenn ich weg bin. Ich schicke dann auch immer Bilder heim von da, wo sich das Mammut gerade befindet», erzählt er.

Neben dem Plüschtier, einem Laptop und einem Tablet gehört auch eine Energydrink-Dose zu seiner Kommentatorenausrüstung. «Seit 1998 ist das für mich, was für andere der erste Espresso am Morgen ist», so Ruefer und verrät: «Vor Live-Spielen trinke ich es auch mal unter der Dusche und kommentiere mich warm. Jeder hat so seine Macken…»

SRF-Kommentierende ab Achtelfinals in den Stadien

Sein Highlight der bisherigen WM: Das Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt, das er vor Ort kommentieren durfte. «Das war unfassbar. Ein sensationelles Stadion, eine überragende Atmosphäre und eine Hymne, die für Gänsehaut gesorgt hat. Für mich war das eines der grössten Erlebnisse meiner WM-Karriere.» Den Grossteil dieses laufenden Turnieres wird Ruefer dagegen nicht in allerbester Erinnerung behalten. «Es ist zwar alles super organisiert, aber mir fehlt das Fan-Erlebnis. Vor allem hier in den USA ist ausserhalb der Stadien kaum etwas von der WM zu spüren. Drei Länder als Ausrichter der WM sind einfach zu gross und zu weitläufig für eine WM.»

Zudem stört ihn, dass durch politische Gründe nicht allen Teams die gleichen Bedingungen zuteil kamen. «Es hatten nicht alle Länder die gleichen Voraussetzungen, als sie hierherkamen. Für mich kann das darum nicht die beste WM der Geschichte sein», so Ruefer.

Der Schechzehntelfinal-Knüller zwischen den Niederlanden und Marokko war das sechste und letzte Spiel, das der SRF-Mann aus San Diego kommentiert hat. Seit Beginn der Woche befindet sich der langjährige Nati-Kommentator in Vancouver, wo er für das Spiel gegen Algerien wieder auf seiner gewohnten Position im Stadion Platz nehmen wird. Das gilt ab den Achtelfinals auch für seine SRF-Kollegen. Mit Dani Kern, Mario Gehrer und Rachel Rinast schickt SRF drei weitere Kommentierende nach Nordamerika, damit in der heissen Phase des Turniers niemand mehr nur vor einem TV-Monitor sitzen muss.

Noch näher dran an der Schweizer Nati

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
3
6
9
2
Südafrika
Südafrika
3
-1
4
3
Südkorea
Südkorea
3
-1
3
4
Tschechien
Tschechien
3
-4
1
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
3
4
7
2
Kanada
Kanada
3
5
4
3
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
3
-1
4
4
Katar
Katar
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
3
6
7
2
Marokko
Marokko
3
3
7
3
Schottland
Schottland
3
-3
3
4
Haiti
Haiti
3
-6
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
3
4
6
2
Australien
Australien
3
0
4
3
Paraguay
Paraguay
3
-2
4
4
Türkei
Türkei
3
-2
3
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
3
6
6
2
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
3
2
6
3
Ecuador
Ecuador
3
0
4
4
Curacao
Curacao
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
3
6
7
2
Japan
Japan
3
4
5
3
Schweden
Schweden
3
0
4
4
Tunesien
Tunesien
3
-10
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
3
4
5
2
Ägypten
Ägypten
3
2
5
3
Iran
Iran
3
0
3
4
Neuseeland
Neuseeland
3
-6
1
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
3
5
7
2
Kap Verde
Kap Verde
3
0
3
3
Uruguay
Uruguay
3
-1
2
4
Saudi Arabien
Saudi Arabien
3
-4
2
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
3
8
9
2
Norwegen
Norwegen
3
1
6
3
Senegal
Senegal
3
2
3
4
Irak
Irak
3
-11
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
3
7
9
2
Österreich
Österreich
3
0
4
3
Algerien
Algerien
3
-2
4
4
Jordanien
Jordanien
3
-5
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kolumbien
Kolumbien
3
3
7
2
Portugal
Portugal
3
5
5
3
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
3
1
4
4
Usbekistan
Usbekistan
3
-9
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
3
4
7
2
Kroatien
Kroatien
3
0
6
3
Ghana
Ghana
3
0
4
4
Panama
Panama
3
-4
0
K.o.-Phase
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