Darum gehts
- England besiegt Frankreich 6:4 im Spiel um Platz drei
- Kylian Mbappé erzielt Rekord: 22 Tore in 22 WM-Spielen
- Zehn Tore: neuer Rekord für ein WM-Spiel um Platz drei
Das Spiel um Platz drei löst seit jeher die Sinnfrage aus. Auch an dieser WM wurde vor dem Anpfiff wieder darüber diskutiert, ob es diese Partie überhaupt braucht. Zumal es in der Vergangenheit vorkam, dass es zu einem müden Sommerkick wurde.
Diesmal war alles anders. Wer sich das Duell zwischen Frankreich und England angeschaut hat, hat einen spektakulären Schlagabtausch gesehen, der in die WM-Geschichte eingegangen ist – mit mehreren Rekorden, die egalisiert wurden oder gar fielen. Blick zeigt sie auf.
So viele Tore wie noch nie
Zehn Tore bekamen die Zuschauer zu sehen – so viele wie noch nie in einem Spiel um Platz drei an einer Weltmeisterschaft. Der bisherige Rekord stammte von der WM 1958, als Frankreich Deutschland mit 6:3 bezwang und insgesamt neun Treffer fielen.
Gleichzeitig ist es das erste Mal in den vergangenen 64 Jahren, dass beide Teams vier oder mehr Tore in einem Spiel schiessen. Letztmals geschah das an der WM 1962 in Chile beim 4:4-Remis zwischen der Sowjetunion und Kolumbien.
Auch in der gesamten WM-Historie reiht sich das 6:4 zwischen England und Frankreich ganz weit oben ein. Nur vier Partien waren noch torreicher: Österreich–Schweiz (7:5) und Ungarn–Deutschland (8:3) an der WM 1954, Ungarn–El Salvador (10:1) 1982 sowie Brasilien–Polen (6:5 n.V.) 1938.
Mbappé ist neuer WM-Rekordtorschütze
Mit seinem Doppelpack baute Kylian Mbappé (27) seine Bilanz bei Weltmeisterschaften auf 22 Tore in 22 Spielen aus. Damit ist der Franzose nun alleiniger Rekordtorschütze der WM-Geschichte – mit einem unglaublichen Schnitt von exakt einem Tor pro Spiel.
Der einzige Spieler, der Mbappé in seinem letzten WM-Einsatz noch überholen könnte, ist Lionel Messi. Der Argentinier steht derzeit bei 21 Treffern. Dahinter folgt mit deutlichem Abstand Harry Kane (32), der als bester noch aktiver Verfolger auf 14 WM-Tore kommt. Zudem ist der Engländer fünf Jahre älter als Mbappé. Der Franzose hat damit beste Chancen, einen Rekord aufzustellen, der Jahrzehnte Bestand haben könnte.
Olise schreibt Assist-Geschichte
Für Michael Olise (24) endete der Abend trotz seines Rekords mit gemischten Gefühlen. Kurz vor Schluss hatte der Franzose den Ausgleich zum zwischenzeitlichen 4:4 auf dem Fuss, vergab jedoch. Wie «L'Équipe» berichtet, soll der Bayern-Star nach dem Schlusspfiff in der Kabine sogar in Tränen ausgebrochen sein und sich heftige Vorwürfe gemacht haben.
Dabei hätte Olise allen Grund zur Freude. Mit seinen zwei Assists gegen England kommt er an dieser WM auf insgesamt sieben Torvorlagen – so viele wie noch kein Spieler zuvor. Der bisherige Rekordhalter hiess Pelé. Der Brasilianer hatte bei der WM 1970 sechs Treffer vorbereitet. 56 Jahre hielt diese Bestmarke, ehe Olise sie nun übertraf.
Bellingham knackt Linekers Rekord
Mit seinem Treffer in der 98. Minute schrieb Jude Bellingham (23) Fussballgeschichte. Es war sein siebtes Tor an dieser Weltmeisterschaft – so viele wie noch kein Engländer zuvor bei einer WM.
Den bisherigen Rekord hielt Gary Lineker (65), der 1986 in Mexiko sechs Treffer erzielt hatte. Bellingham hat diese Bestmarke nun übertroffen und sich als neuer englischer WM-Rekordtorschütze in die Geschichtsbücher eingetragen.
Sakas besonderer Hattrick
Vor dieser Weltmeisterschaft waren insgesamt 54 Hattricks an Endrunden erzielt worden. Die meisten in einer einzigen WM gab es 1954 in der Schweiz, als gleich acht Spieler dreimal trafen.
An dieser WM gelang das Kunststück bislang vier Spielern: Lionel Messi (3:0 gegen Algerien), Jonathan David (6:0 gegen Katar), Ousmane Dembélé (4:1 gegen Norwegen) – und seit Samstagabend auch Bukayo Saka.
Mit seinen drei Treffern gegen Frankreich reiht sich der Arsenal-Star zudem in einen exklusiven Kreis englischer Fussballer ein. Vor ihm war ein WM-Hattrick nur Geoff Hurst (1966 im Final gegen Deutschland), Gary Lineker (1986 gegen Polen) und Harry Kane (2018 gegen Panama) gelungen. Saka ist damit erst der vierte Engländer, der dieses Kunststück an einer Weltmeisterschaft geschafft hat.


