Darum gehts
Bei 20 Millionen hatte Sion-Boss Christian Constantin nur geschmunzelt. «Damit bezahle ich die laufenden Rechnungen für zehn Tage», so der Martinacher Architekt und Immobilien-Tycoon. Premier-League-Klub Crystal Palace hatte konkretes Interesse gezeigt und ein Angebot in dieser Dimension gemacht.
Was also braucht es, um den Präsidenten schwach werden zu lassen? 30 Millionen? Das ist die Zahl, bei der er zu Beginn der Boteli-Mania sagte: «Schauen wir mal.» Wohl denkend, dass es nach gut zwei Monaten als Stammspieler ohnehin nicht in solche Höhen gehen würde.
Galatasaray wäre der falsche Klub
Doch genau das ist nun passiert. CC bestätigt: «Galatasaray hat Zeichen gemacht, dass es bereit sei, sich solch eine Summe vorzustellen.» Doch CC bleibt standhaft. «Erstens, weil ich gesagt habe, dass Winsley diesen Sommer nirgendwohin gehen werde. Und zweitens – ich muss vorausschicken, dass ich Gala sehr mag – ist es der komplett falsche Klub, um in Ruhe den nächsten Karriereschritt zu machen. Ich habe seinem Agenten und seinem Vater versprochen, dass wir eine kohärente Karriereplanung mit Winsley machen. Was bedeutet: Die Auswahl des nächsten Klubs muss wohlüberlegt sein. Das wilde Galatasaray mit seinen permanenten Wechseln und seinem Wahnsinnskader ist da eine höchst unpassende Adresse.»
Vielmehr spricht CC davon, Boteli vorerst in Sion grösser machen zu wollen. «Er soll in Zukunft auch das Offensivscharnier in der Nati bilden, zusammen mit Johan Manzambi und Alvyn Sanches.»
Das gute Beispiel Ronaldinho
CC erinnert sich da an einen gewissen Ronaldinho, der kurz beim FC Sion gekickt haben soll, hundertprozentig gesichert ist das nicht … Gesichert ist: Er war als 13-Jähriger auf Stippvisite im Wallis, wohin ihn sein älterer Bruder Roberto Assis, der für Sion kickte, mitgenommen hatte. «Ronaldinho hätte nach seiner Rückkehr nach Brasilien zu Real Madrid gehen können. Doch sein Management entschied, dass dieser Schritt für den damals 20-Jährigen zu gross sei, es besser sei, vorerst mal zu PSG zu gehen.» Damals waren die Pariser absolutes Mittelmass. Wie sich herausstellen sollte, war das der perfekte Schritt zur späteren Weltkarriere.
Und noch etwas stellt CC klar: «Der Berater von Rilind Nivokazi ist nicht mit Wechselabsichten an mich herangetreten. Was aber stimmt: Der russische Erstligist Orenburg interessiert sich für Nivokazi. Doch was für Winsley gilt, gilt auch für Rilind: Es geht keiner weg!» Im Fall des kosovarischen Mittelstürmers wäre ein Weggang noch möglich gewesen, weil das Transferfenster in Russland erst am 10. September schliesst.
Es naht die Entscheidung: Schweiz oder Kongo?
Boteli seinerseits kann schauen, dass er wieder besser performt als zuletzt gegen Thun, als ihm sehr wenig gelang und er oft motzte. Vielleicht plagt ihn die Entscheidung, für welche Nation er international auflaufen will. Am 17. September verkündet Nati-Coach Murat Yakin sein Aufgebot für die nächsten Nations-League-Spiele.
Gleichzeitig tritt die Demokratische Republik Kongo in der Afrika-Cup-Qualifikation gegen Äquatorialguinea an. Die Entscheidung, die Boteli in den nächsten Tagen trifft, ist also endgültig! CC: «Wir haben noch kein Aufgebot für den Spieler erhalten. Seine Familie und er werden entscheiden, wenn die Aufgebote vorliegen.» Botelis Kopf ist derzeit bestimmt nicht frei.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 6 | 13 | 18 | |
2 | BSC Young Boys | 7 | 12 | 15 | |
3 | FC Sion | 6 | 3 | 12 | |
4 | FC St. Gallen | 6 | 1 | 10 | |
5 | FC Basel | 7 | 0 | 10 | |
6 | FC Luzern | 7 | -3 | 9 | |
7 | FC Thun | 6 | -6 | 7 | |
8 | FC Zürich | 7 | -7 | 7 | |
9 | FC Vaduz | 7 | -1 | 6 | |
10 | FC Lausanne-Sport | 7 | -3 | 6 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 6 | -5 | 5 | |
12 | Servette FC | 6 | -4 | 4 |

