Wahnsinn um Sion-Juwel
Champions-League-Klub wollte für Boteli 30 Millionen zahlen

Es herrscht vorübergehend Ruhe im Winsley-Boteli-Theater. Der von vielen begehrte Hochtalentierte bleibt in Sion. Obwohl das 30-Millionen-Angebot am Ende des Mercato doch vorlag. Dennoch naht eine ultimative Entscheidung.
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Alain KunzReporter Fussball

Bei 20 Millionen hatte Sion-Boss Christian Constantin nur geschmunzelt. «Damit bezahle ich die laufenden Rechnungen für zehn Tage», so der Martinacher Architekt und Immobilien-Tycoon. Premier-League-Klub Crystal Palace hatte konkretes Interesse gezeigt und ein Angebot in dieser Dimension gemacht.

Christian Constantin hat bestimmt alles versucht, damit sich Winsley Boteli für die Schweiz entscheidet.
Foto: Pascal Muller/freshfocus

Was also braucht es, um den Präsidenten schwach werden zu lassen? 30 Millionen? Das ist die Zahl, bei der er zu Beginn der Boteli-Mania sagte: «Schauen wir mal.» Wohl denkend, dass es nach gut zwei Monaten als Stammspieler ohnehin nicht in solche Höhen gehen würde.

Jubel vor den FCB-Fans: «Lasst es doch einfach sein»
2:26
Provokation von Sion-Juwel:Jubel vor FCB-Fans: «Lasst es doch einfach sein»

Galatasaray wäre der falsche Klub

Doch genau das ist nun passiert. CC bestätigt: «Galatasaray hat Zeichen gemacht, dass es bereit sei, sich solch eine Summe vorzustellen.» Doch CC bleibt standhaft. «Erstens, weil ich gesagt habe, dass Winsley diesen Sommer nirgendwohin gehen werde. Und zweitens – ich muss vorausschicken, dass ich Gala sehr mag – ist es der komplett falsche Klub, um in Ruhe den nächsten Karriereschritt zu machen. Ich habe seinem Agenten und seinem Vater versprochen, dass wir eine kohärente Karriereplanung mit Winsley machen. Was bedeutet: Die Auswahl des nächsten Klubs muss wohlüberlegt sein. Das wilde Galatasaray mit seinen permanenten Wechseln und seinem Wahnsinnskader ist da eine höchst unpassende Adresse.»

Gegen Thun war Winsley Boteli Durchschnitt. Belastet ihn der Nationen-Entscheid, den er bald treffen muss?
Foto: Pascal Muller/freshfocus

Vielmehr spricht CC davon, Boteli vorerst in Sion grösser machen zu wollen. «Er soll in Zukunft auch das Offensivscharnier in der Nati bilden, zusammen mit Johan Manzambi und Alvyn Sanches.»

Das gute Beispiel Ronaldinho

CC erinnert sich da an einen gewissen Ronaldinho, der kurz beim FC Sion gekickt haben soll, hundertprozentig gesichert ist das nicht … Gesichert ist: Er war als 13-Jähriger auf Stippvisite im Wallis, wohin ihn sein älterer Bruder Roberto Assis, der für Sion kickte, mitgenommen hatte. «Ronaldinho hätte nach seiner Rückkehr nach Brasilien zu Real Madrid gehen können. Doch sein Management entschied, dass dieser Schritt für den damals 20-Jährigen zu gross sei, es besser sei, vorerst mal zu PSG zu gehen.» Damals waren die Pariser absolutes Mittelmass. Wie sich herausstellen sollte, war das der perfekte Schritt zur späteren Weltkarriere.

Winsley Boteli hätte für 30 Millionen zu Galatasaray Istanbul gehen können, wo er zum Beispiel Konkurrenz gehabt hätte von Rafael Leão. Doch CC will sein Juwel nur zu einem Klub ziehen lassen, der gut ist für seine Karriereplanung.
Foto: imago/ZUMA Press

Und noch etwas stellt CC klar: «Der Berater von Rilind Nivokazi ist nicht mit Wechselabsichten an mich herangetreten. Was aber stimmt: Der russische Erstligist Orenburg interessiert sich für Nivokazi. Doch was für Winsley gilt, gilt auch für Rilind: Es geht keiner weg!» Im Fall des kosovarischen Mittelstürmers wäre ein Weggang noch möglich gewesen, weil das Transferfenster in Russland erst am 10. September schliesst.

Es naht die Entscheidung: Schweiz oder Kongo?

Boteli seinerseits kann schauen, dass er wieder besser performt als zuletzt gegen Thun, als ihm sehr wenig gelang und er oft motzte. Vielleicht plagt ihn die Entscheidung, für welche Nation er international auflaufen will. Am 17. September verkündet Nati-Coach Murat Yakin sein Aufgebot für die nächsten Nations-League-Spiele.

Auch Rilind Nivokazi darf in diesem Mercato nicht weg, trotz Interesse des russischen Klubs Orenburg.
Foto: TOTO MARTI

Gleichzeitig tritt die Demokratische Republik Kongo in der Afrika-Cup-Qualifikation gegen Äquatorialguinea an. Die Entscheidung, die Boteli in den nächsten Tagen trifft, ist also endgültig! CC: «Wir haben noch kein Aufgebot für den Spieler erhalten. Seine Familie und er werden entscheiden, wenn die Aufgebote vorliegen.» Botelis Kopf ist derzeit bestimmt nicht frei.

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Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
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6
13
18
2
BSC Young Boys
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7
12
15
3
FC Sion
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6
3
12
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
6
1
10
5
FC Basel
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7
0
10
6
FC Luzern
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7
-3
9
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FC Thun
FC Thun
6
-6
7
8
FC Zürich
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7
-7
7
9
FC Vaduz
FC Vaduz
7
-1
6
10
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7
-3
6
11
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6
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5
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6
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