Darum gehts
- Bilanz gegen Winti ist negativ
- Bislang kein Mann der grossen Spiele
- Wird Lausanne zum Schicksalsort?
Nein, das Schicksal meint es in dieser Saison nicht gut mit Peter Zeidler. Wäre er bei Lausanne bereits Anfang April entlassen worden, hätte er vielleicht früher bei GC angeheuert und wäre mit den Hoppers auf der Pontaise gegen SLO in den Cupfinal eingezogen – und dort ausgerechnet auf seine alte Liebe den FC St. Gallen getroffen. Die für die Mannschaft schockierenden Krawalle der Fans hätte es nie gegeben, und der Rekordmeister wäre vielleicht, vom Finaleinzug beflügelt, auch in der Liga von Sieg zu Sieg geeilt und hätte den FCZ noch überholt.
Hätte, hätte, Fahrradkette. Die Realität für Zeidler heisst nach der 2:1-Derbypleite vom Samstag: Abstiegssumpf! Hatten die Zürcher vor zwei Wochen noch acht Punkte Vorsprung auf Winterthur, ist dieser auf vier Zähler geschmolzen. Am Dienstag kommts im Letzigrund zum Knüller. Dass der Winterthurer Anhang in Scharen ins 25 Kilometer entfernte Zürich reisen wird, versteht sich fast von selbst. Dass die Rahmen-Elf nach dem Sieg gegen Lausanne mit breiter Brust anreisen wird, ebenfalls.
Zeidler hingegen muss es beim Gedanken an die Schützi-Kicker angst und bange werden. Insgesamt zwölf Mal trat er als Trainer des FCSG und Lausanne gegen den FCW an, zwölf Mal ging er aufgrund der finanziellen Möglichkeiten der beiden Vereine als Favorit auf den Platz. Trotzdem hat der 63-Jährige eine negative Bilanz. Von den ersten sechs Spielen gegen Winti gingen fünf verloren, insgesamt fünf Siege und ein Unentschieden stehen zu Buche.
Ein Punkt reicht, um Winti in die Challenge League zu schicken
Von einer «komplizierten und schwierigen Aufgabe» spricht der GC-Coach, als er auf den Gegner vom Dienstag angesprochen wird. Zeidler wäre aber nicht Zeidler, wenn er nicht im selben Atemzug gleich das Positive herausstreichen würde. «Wir brauchen sowieso vor der Barrage noch ein Erfolgserlebnis. Und das können wir uns am Dienstag gegen einen direkten Konkurrenten holen.»
Ein Punkt genügt, um Winterthur in die Challenge League zu schicken. Bei einer Niederlage müsste GC am letzten Spieltag auswärts in Lausanne gewinnen, um sicher in der Barrage zu sein. Weil Winti mit einem Sieg gegen Luzern drei weitere Punkte gut machen und bei einem GC-Remis vor dem Rekordmeister landen würde. Dass die Waadtländer es ihrem ehemaligen Trainer zeigen wollen, versteht sich von selbst. Dass die Hoppers auf ungewohntem Kunstrasen antreten müssen, ist ebenfalls kein Vorteil. Es wäre bittere Ironie, wenn Zeidler ausgerechnet an jenem Ort in die Challenge League absteigen würde, wo er im Herbst noch international spielte.
Damals qualifizierte sich Lausanne nach einem Husarenritt gegen Besiktas sensationell für die Gruppenphase der Conference League. Es ist eines der wenigen grossen Spiele, die Zeidler in seiner Karriere gewonnen hat. Meist gabs aufs Dach, wenns um alles oder nichts ging. Die Champions-League-Quali mit Red Bull Salzburg gegen Dinamo Minsk oder die beiden verlorenen Cup-Finals mit St. Gallen lassen grüssen.
Ob der GC-Coach am Dienstag erneut vom Schicksal gebeutelt werden wird?
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 36 | 33 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 36 | 23 | 66 | |
3 | FC Lugano | 36 | 13 | 63 | |
4 | FC Sion | 36 | 23 | 61 | |
5 | FC Basel | 36 | 3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 36 | 6 | 51 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 36 | 6 | 47 | |
2 | Servette FC | 36 | 4 | 47 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 36 | -10 | 42 | |
4 | FC Zürich | 36 | -20 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 36 | -29 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 36 | -52 | 23 |

