Um Penalty gebracht?
Schiri-Erklärung liefert Sion Grund für neue Eskalationsstufe

Mit einer neuen Rubrik versucht das Ressort Spitzenschiedsrichter mehr Transparenz bei den VAR-Entscheiden zu schaffen. Doch schon bei der ersten Ausgabe läuft die Sache aus dem Ruder. Sion-Sportchef Constantin regt sich fürchterlich auf!
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Sion verliert zum Saisonauftakt 2:4 gegen YB.
Foto: Pius Koller

Das Vorhaben ist hehr. Die Umsetzung schon nach Spieltag eins kritisch: Das Ressort Spitzenschiedsrichter analysiert neu nach jedem Spieltag sogenannte «critical scenes» (man könnte auch auf neudeutsch verzichten und einfach von kritischen Szenen schreiben). Das soll zum Verständnis der Entscheide im VAR-Raum beitragen. Doch schon beim ersten Versuch geht einiges schief.

Drei Szenen werden analysiert. Der Penalty für Basel gegen Servette. Die Rote Karte gegen Vaduz-Goalie Schaffran wegen der Notbremse gegen Luganos Moncada. Und vor allem die kritische Intervention von YB-Zesiger gegen Sions Boteli. Bei dieser Intervention gibt es deutlich mehr Halten als beim Schaffran-Rot. Doch es gibt keinen Penalty. Und das bringt den FC Sion auf die Palme.

YB-Offensive überstrahlt Sions 30-Meter-Hammer
4:07
Highlights im Video:YB-Offensive überstrahlt Sions 30-Meter-Hammer

Sportchef Barthélémy Constantin ereifert sich: «Da gibt es seit Jahren eine gröbere Funktionsstörung in der Behandlung gewisser Mannschaften durch die Schiedsrichter.» Es sind dieselben Verschwörungstheorien, die schon seinen Vater Christian seit Jahrzehnten umtreiben. Barth weiter: «Die neue Meisterschaft beginnt und die immergleichen Szenen wiederholen sich, immer zum Nachteil derselben Mannschaften. Da wird nicht mit gleichen Ellen gemessen. Da gibt es keine echte Konsequenz, keine Verbesserung, die Ungerechtigkeit dauert an.»

«Technisch klarste Lösung ist Penalty»

Nun, das Schiri-Ressort selbst hat ihm natürlich den Steilpass dazu geliefert. Denn es schreibt zu dieser Szene: «Die technisch klarste Lösung ist Penalty.» Um dann auszuführen, weshalb es dennoch richtig war, dass der VAR nicht einschritt, weil es kein eindeutiger und offensichtlicher Fehlentscheid des Refs war. Begründet wird das so: «Der Angreifer des FC Sion hat den Kontakt übertrieben dargestellt und ist zu leicht zu Boden gefallen, da der Ball für ihn nicht mehr in Spielreichweite war.»

Wir schliessen daraus: Offenbar war es Penalty. Ref Anojen Kanagasingam hat da versagt. Und wenn ein Pfiff die technisch klarste Lösung (was auch immer das heissen mag) war – ist dann der Fehler nicht eindeutig? Und die beiden subjektiven Ausführungen, dass Boteli den Kontakt übertrieben dargestellt habe und der Ball nicht mehr in Reichweite war, wirken dann doch sehr abenteuerlich…

So kommt es also zu einer neuen Eskalationsstufe am Tag danach. Und das war bestimmt nicht die Idee dieses «Ref’s Insights».

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
BSC Young Boys
BSC Young Boys
1
2
3
2
FC Thun
FC Thun
1
2
3
3
FC Lugano
FC Lugano
1
1
3
3
FC St. Gallen
FC St. Gallen
1
1
3
5
FC Basel
FC Basel
1
1
3
6
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
1
0
1
6
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
1
0
1
8
FC Vaduz
FC Vaduz
1
-1
0
8
FC Zürich
FC Zürich
1
-1
0
10
Servette FC
Servette FC
1
-1
0
11
FC Sion
FC Sion
1
-2
0
12
FC Luzern
FC Luzern
1
-2
0
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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