Darum gehts
- Liridon Berisha wird Vaduz-Goalie nach Platzverweis von Leon Schaffran gegen Lugano
- Lattenkreuz rettet Vaduz in der Nachspielzeit vor weiterem Gegentor
- Vaduz startet mit 1:2-Niederlage in neue Saison der Super League
Wann Liridon Berisha (28) letztmals im Tor gestanden hat, weiss er nicht mehr so genau. «Wahrscheinlich, als ich fünf oder sechs Jahre alt war und mein Bruder auf mich geschossen hat», sagt der Vaduzer Innenverteidiger mit einem Lachen. Als Torhüter Leon Schaffran in der 82. Minute am Sonntag gegen Lugano (1:2) mit Rot vom Platz fliegt, ist das Vaduzer Auswechselkontingent bereits erschöpft.
Berisha schnappt sich die Goaliehandschuhe, streift sich das knallgrüne Trikot über und stellt sich zwischen die Pfosten. «Das kann man natürlich nicht planen», so Berisha. Er habe gedacht, er sei in der Schlussphase auf dem Feld am wenigsten wichtig, also stelle er sich ins Tor. «Ich bin ja nicht derjenige, der sie vorne reinhaut.»
Das Glück des Tüchtigen
Bereits in seiner ersten Aktion hat Berisha das Glück auf seiner Seite. Der Freistoss von Anto Grgic streift die Lattenoberkante. Auch später kommt der Neo-Goalie mehrmals um einen Gegentreffer herum, auch als eine Flanke von Carbone in der Nachspielzeit ans Lattenkreuz klatscht. Da Vaduz aber auch kein Tor mehr gelingt, startet der Aufsteiger mit einer Niederlage in die neue Saison.
«Wir hätten sicher mehr verdient, denn in der ersten Halbzeit müssten wir in Führung gehen», so Berisha. Ärgerlich für die Vaduzer: Die beiden Lugano-Tore fallen im Anschluss an einen Corner. «Da müssen wir uns an der eigenen Nase nehmen und in Zukunft reifer und aggressiver auftreten und am Mann bleiben.»
Mutiger Auftritt nicht belohnt
Trainer Marc Schneider nimmt sein Team derweil in Schutz. «Solche Tore können passieren. Mai, Papadopoulos und Bichsel haben extrem viel Wucht und Qualität, das ist nicht einfach zu verteidigen.» Für den Berner Oberländer war es ein «guter und mutiger Auftritt» seines Teams, der auch Mumm für die nächsten Spiele gebe.
Aus Sicht Schneiders war der Platzverweis gegen Schaffran «ein harter Entscheid». Das Problem des Vaduzer Torhüters: Er zögert zuerst und kommt danach gegen Dereck Moncada zu spät. Auch wenn Schaffran den Lugano-Stürmer nur leicht berührt, der Entscheid von Schiedsrichter Alessandro Dudic geht in Ordnung.
Und so kommt es zur Goalie-Premiere von Berisha. Dass dies noch einmal passieren wird, hofft er nicht. «Aber falls nötig, ziehe ich mir schon nochmals die Handschuhe an.» Noch immer hat er eine weisse Weste.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | BSC Young Boys | 1 | 2 | 3 | |
2 | FC Thun | 1 | 2 | 3 | |
3 | FC Lugano | 1 | 1 | 3 | |
3 | FC St. Gallen | 1 | 1 | 3 | |
5 | FC Basel | 1 | 1 | 3 | |
6 | Grasshopper Club Zürich | 1 | 0 | 1 | |
6 | FC Lausanne-Sport | 1 | 0 | 1 | |
8 | FC Vaduz | 1 | -1 | 0 | |
8 | FC Zürich | 1 | -1 | 0 | |
10 | Servette FC | 1 | -1 | 0 | |
11 | FC Sion | 1 | -2 | 0 | |
12 | FC Luzern | 1 | -2 | 0 |