Darum gehts
Vertragsverlängerungen sind beim FCSG videotechnisch ein Happening. Lukas Görtler grüsste einst vom Dach des Kybunparks. Und Jozo Stanic haut in die Tasten einer aus der Zeit gefallenen Schreibmaschine. Die Botschaft ist ein und dieselbe: Wir sind Grün-Weiss. Und wir bleiben es auch.
Bis 2030 hat Stanic verlängert. Und das, obwohl der bissigste Verteidiger der Liga auch andere Angebote auf dem Tisch hatte. Unter anderem soll der FCB im Winter am Deutsch-Kroaten interessiert gewesen sein, Bochum und andere Klubs aus der 2. Bundesliga ebenfalls.
Stanics Unterschrift, die nicht günstig war, ist ein Statement – und sie unterstreicht die grossen Ambitionen der St. Galler. Die Mannschaft soll zusammen bleiben – Abgänge sollen in Grenzen gehalten werden. Kontinuität statt Umbruch. Auch Alessandro Vogt hätte man gerne noch ein Jahr behalten. Weil dieser aber eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag besitzt, kickt er nächste Saison für Hoffenheim.
Baldé wichtig fürs System Maassen
Ob die St. Galler mit Aliou Baldé einen zweiten Stürmer verlieren, hängt davon ab, ob die Kaufoption gezogen wird. Die ist aber nicht günstig. Vor drei Jahren wechselte der Guineer für 2,5 Millionen von Lausanne zu Nizza. Wie wichtig Baldé im System von Enrico Maassen ist, verdeutlichen die Zahlen: In ausnahmslos allen möglichen Spielen stand der Wirbelwind auf dem Platz – und riss dank seines Speeds wichtige Löcher auf.
Unabhängig davon, ob Baldé bleibt, werden die St. Galler wohl einen Stürmer verpflichten. FCB-Flop Moritz Broschinski steht schon seit letztem Sommer auf der Liste. Mit Diego Besio (19) und Nevio Scherrer (18) hat man zudem zwei Sturm-Juwelen im eigenen Gewächshaus stehen.
In voller Blüte strahlt derzeit die Achse um Görtler, Boukhalfa und Daschner. Letztgenannter sagte am Freitag, dass er lieber mit St. Gallen international spielen wolle statt in der Bundesliga gegen den Abstieg. Und auch Boukhalfa wirkt nicht, als wolle er die Ostschweiz bald fluchtartig verlassen. Den ganzen Laden zusammen hält Görtler, der im Kybunpark auf dem Weg zur Unsterblichkeit ist.
Auch Jordi Quintillà hat man eine solche Rolle einst zugetraut. Nicht umsonst besitzt der Spanier einen gut dotierten Vertrag bis 2028. Dass er diesen erfüllen wird, ist aber unwahrscheinlich. Zu marginal ist seine sportliche Rolle unter Maassen. Mit Leon Frokaj (21, FC Aarau) stösst zudem ein weiterer zentraler Mittelfeldspieler ab Sommer zu den Espen. Dass Quintillà nach der 0:3-Niederlage gegen Sion ein Küsschen von Sion-Sportchef Barthélemy Constantin auf die Schläfe bekommen hat, hat zwar nichts zu bedeuten. Möglich aber, dass sich GC-Coach Peter Zeidler an sein langjähriges Mittelfeldhirn erinnern wird.
Auch für Christian Witzig dürfte es den einen oder anderen Interessenten geben. Bereits vor einem Jahr stand der Hochveranlagte vor einem Wechsel ins Ausland, damals aber machte ihm eine Schulterverletzung einen Strich durch die Rechnung. Nun schlägt sich der Thurgauer, der mit 25 nicht mehr der Jüngste ist, erneut mit einer Verletzung herum. Seinen Vertrag hat er jüngst bis Juni 2029 verlängert.
Einigt sich der FCSG mit Bochum?
Ein Jahr weniger ist Kevin Csoboth an den FCSG gebunden. Eine Zukunft in Grün-Weiss wird aber kompliziert. Weil es der Ungar zum wiederholten Mal nicht geschafft hat, seine Chance zu nutzen – und auf dem Abstellgleis steht.
Zu Einsatzminuten hingegen kommt Colin Kleine-Bekel. Der gehört dem VfL Bochum und wird im Sommer in den Ruhrpott zurückkehren. Nicht ausgeschlossen aber, dass sich die beiden Klubs über einen Verkauf einig werden. So wie vor einem Jahr, als Lukas Daschner erst an die Castroperstrasse zurückkehrte, ehe er einen Vertrag beim FCSG unterschrieb. Der dritte Spieler, dessen Vertrag im Juni ausläuft, heisst Tiemoko Ouattara. Der spielt in dieser Saison aber eine derart unwichtige Rolle, dass die Espen die Kaufoption kaum ziehen dürften.
Über allem aber steht die Frage, ob Coach Enrico Maassen in der Ostschweiz bleiben wird. Immer mal wieder gibts Interessenten aus Deutschland, nicht ohne Grund wurde sein Vertrag im Januar vorzeitig um ein Jahr bis 2028 verlängert. Dem Vernehmen nach soll Maassen nur dann mit einem Wechsel liebäugeln, wenn ein sportlich attraktiver 1.-Bundesliga-Klub anklopfen sollte. Dafür aber dürfte sein Leistungsausweis – aller aktuellen Erfolge zum Trotz - noch zu niedrig sein.
Sollte er die Espen in der nächsten Saison hingegen zum Meistertitel führen, dann würden ihm alle Türen offenstehen. Angesichts der Tatsache, dass der FCSG seine Mannschaft zusammenhalten wird, kein unrealistisches Szenario.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 35 | 35 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 35 | 22 | 63 | |
3 | FC Lugano | 35 | 14 | 63 | |
4 | FC Sion | 35 | 21 | 58 | |
5 | FC Basel | 35 | 6 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 35 | 3 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 35 | 6 | 46 | |
2 | Servette FC | 35 | 4 | 46 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 35 | -9 | 42 | |
4 | FC Zürich | 35 | -21 | 35 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 35 | -28 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 35 | -53 | 20 |
