Zur Premiere des neuen FCB-Formats «BOX-TO-BOX» treffen vier prominente Entscheidungsträger des Schweizer Fussballs aufeinander: FCB-Boss David Degen (43), FCZ-Präsident Ancillo Canepa (73), FCSG-Präsident Matthias Hüppi (68) und YB-Verwaltungsrat Christoph Spycher (48) diskutieren über aktuelle Themen und Herausforderungen im Schweizer Profifussball.
Eines der zentralen Themen, das den Klub-Verantwortlichen dabei unter den Nägeln brennt, ist die internationale Wettbewerbsfähigkeit – und die eng damit verknüpfte Problematik der TV-Gelder.
Canepa und Degen ärgern sich über «lächerliche» TV-Einnahmen
Dass die Schweiz im Uefa-Ranking hinter vergleichbaren Fussballnationen zurückliegt, ist für Canepa kein Zufall. Er stellt klar, dass die finanziellen Rahmenbedingungen für den europäischen Erfolg mitentscheidend sind, und bezeichnet die heimischen TV-Einnahmen damit zusammenhängend als «lächerlich».
Während die Super League im Branchenvergleich gut 20 Millionen Franken an Fernsehgeldern kassiert, streichen die Top-Ligen in Dänemark und Norwegen laut Unterlagen der Uefa von 2024 rund das Doppelte ein, wobei in Norwegen 16 Teams der obersten Liga angehören. Die polnische Ekstraklasa nimmt rund 60 Millionen Franken ein, allerdings hat Polen vier Mal mehr Einwohner als die Schweiz.
Aus Sicht von FCZ-Präsident Canepa ist dies ein gravierender Strukturnachteil: «Mit 20 Millionen TV-Geld kannst du keinen Profifussball in der Schweiz betreiben. Es ist unmöglich.» Wenn sich keine nachhaltige Wende abzeichne, drohe den Schweizer Vereinen in zehn Jahren das Schicksal, reine «Farmklubs» von internationalen Grossvereinen zu werden.
Auch Degen spart nicht an Kritik. Die rund 1,2 Millionen Franken, die ein Klub derzeit erhält, seien im Gesamtbudget schlicht irrelevant. Zwar verweise der Übertragungspartner Swisscom bzw. Blue stets auf Spardruck und Profitabilität, doch der FCB-Präsi sieht dabei ungenutztes Potenzial: «Wenn man an dieser Schraube mal drehen würde, wäre viel mehr möglich.» Wie stark man an dieser Schraube drehen kann, ist allerdings mehr als fraglich. In Frankreich kam es zur Kündigung eines laufenden Vertrages, was die Klubs in finanzielle Nöte brachte, in Österreich brachen die Einnahmen zuletzt um ein Drittel ein.
Fehlende Marktkonkurrenz als Ursache
Als wesentliche Ursache für die schwache Einnahmensituation wird die fehlende Marktkonkurrenz und die Komplexität des Schweizer Marktes ausgemacht. Während Länder wie Dänemark über mehrere private Sender verfügen, fehle in der Schweiz der Wettbewerb unter den Anbietern, so Canepa. Allerdings werden in Dänemark von den beiden Rechtebesitzern sehr hohe Gebühren erhoben.
Während sich Spycher zum Thema bedeckt hält, äussert sich auch Hüppi zurückhaltend: «Bei den Rechte-Einnahmen mache ich mir keine grossen Hoffnungen, weil der Schweizer Fernsehmarkt schon speziell ist.» Er verweist auf die Vielsprachigkeit des Landes, die Business im Vergleich zu einsprachigen Märkten wie Österreich verkompliziere. Dennoch ist für Canepa klar: Die Liga muss ihre Verhandlungsposition künftig härter zementieren und nach Alternativen suchen, um den Schweizer Fussball finanziell zukunftsfähig aufzustellen.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 3 | 9 | 9 | |
2 | BSC Young Boys | 3 | 8 | 7 | |
3 | FC St. Gallen | 3 | 2 | 7 | |
4 | FC Sion | 3 | 2 | 6 | |
5 | FC Basel | 3 | 2 | 6 | |
6 | FC Lausanne-Sport | 3 | 1 | 5 | |
7 | Servette FC | 3 | -1 | 3 | |
8 | FC Zürich | 3 | -5 | 3 | |
9 | FC Thun | 3 | -6 | 3 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 3 | -4 | 1 | |
11 | FC Luzern | 3 | -5 | 1 | |
12 | FC Vaduz | 3 | -3 | 0 |


