Darum gehts
- Sion verspielt mit 2:2 gegen Lugano wohl die Chance auf den direkten Europa-Platz
- Sions Trainer Tholot sieht kaum noch Hoffnung auf Platz drei
- Was passiert mit den 5500 von Stade-Lausanne-Ouchy retournierten Cupfinal-Tickets?
Es ist ein banaler Einwurf in der 90. Minute. Baltazar, bloss 1,78 Meter klein, steigt am höchsten, doch der Ball fliegt von dessen Hinterkopf dem eingewechselten Philström vor die Füsse. Der ebenfalls eingewechselte Sow lässt sich viel zu einfach vernaschen, und das gleich zweimal. Goalie Racioppi hält Philströms Schuss zwar, doch Innenverteidiger Papadopoulos erbt in Mittelstürmer-Manier. 2:2. Für Sion ist der Final um Europa mit diesem Remis verloren, denn Lugano bleibt vor den Wallisern. Das wichtigste Tor der Saison? «Das weiss ich nicht. Aber es bedeutet, dass wir alles nach wie vor in den eigenen Händen haben. Und das war das grosse Ziel», sagt Trainer Mattia Croci-Torti, der dieses Tor wie irre bejubelte.
Tholot sieht kaum noch Chancen auf Platz drei
Ganz anders die Stimmungslage auf Walliser Seite. «Unsere Chance auf Platz drei ist nur noch sehr klein, da muss man realistisch sein», sagt Coach Didier Tholot, der das Szenario der Qualifikation über Platz vier ohne Umweg Cupfinal abgehakt hat. «Lugano wird sich das nicht mehr nehmen lassen.» Er sagt das wohl vor allem wegen des schwachen FC Basel, dem bei der Dernière im Cornaredo die Rolle des Schlachtopfers zukommen soll. Niemand glaubt, dass die Tessiner nicht gewinnen werden. Derweil Sion gegen das befreite YB – elf Tore in zwei Spielen, seit es um nichts mehr geht – einen weit schwierigen Gang vor sich hat.
Tholot sagt, man werde St. Gallen supporten
Bedeutet: Der FC St. Gallen muss es für die Tholot-Elf richten, indem er seiner überragenden Favoritenrolle gerecht wird und Stade-Lausanne-Ouchy am 24. Mai im Cupfinal schlägt. Das Wankdorf-Stadion wird grösstenteils in Grünweiss gehüllt sein. Zudem SLO von seinem Kontingent von 12'500 Tickets 5500 zurückgegeben hat.
«Wir haben immer gesagt: Wenn es so ist, werden wir die Ersten sein, die St. Gallen unterstützen», sagt Tholot. «Aber wenn mir einer vor sechs Monaten gesagt hätte, dass wir da stehen würden, wo wir nun stehen – ich hätte Ja gesagt. Es ist trotz allem eine sehr grosse Leistung, besser abzuschliessen als Basel und YB!»
Barth Constantin will Görtler um sein Trikot bitten ...
Das Wallis muss also am Cupfinaltag statt rot-weiss ausnahmsweise grün-weiss sein? «Ich könnte ja Lukas Görtler fragen, ob er mir sein Trikot schickt», sagt Barthélémy Constantin schmunzelnd. «Klar sind wir nun Fans von St. Gallen, weil wir unbedingt in den Europacup wollen. Aber Stade-Lausanne-Ouchy macht einen Superjob. Soll also der Bessere gewinnen», so der Sportchef fair.
Nichts gegen SLO. Aber für den Schweizer Fussball, der im Uefa-Ranking unbedingt wieder nach oben klettern will, wäre ein Challenge-Ligist nicht die ideale internationale Besetzung, um es vorsichtig und respektvoll auszudrücken. Zumal in Anbetracht dessen, dass schon Basel und YB fehlen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 37 | 28 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 37 | 25 | 69 | |
3 | FC Lugano | 37 | 13 | 64 | |
4 | FC Sion | 37 | 23 | 62 | |
5 | FC Basel | 37 | 1 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 37 | 11 | 54 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 37 | 7 | 50 | |
2 | Servette FC | 37 | 6 | 50 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 37 | -12 | 42 | |
4 | FC Zürich | 37 | -21 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 37 | -28 | 30 | |
6 | FC Winterthur | 37 | -53 | 23 |

