Sie lassen Trainer Lichtsteiner im Stich
Die FCB-Führungsspieler versagen (fast) alle

Basel in der Krise: Der neue Trainer Stephan Lichtsteiner verliert die ersten drei Spiele. Dabei zeigt sich bei den Leistungen: Besonders die vermeintlichen Führungsspieler erfüllen ihren Job allesamt nicht – mit einer Ausnahme.
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Alles andere als ein Start nach Mass für Stephan Lichtsteiner beim FCB.
Foto: Freshfocus

Darum gehts

  • FC Basel verliert unter Trainer Stephan Lichtsteiner drei Spiele in Folge
  • Kapitän Xherdan Shaqiri kämpft, doch Führungspersönlichkeiten fehlen im Team
  • Basels Durchschnittsalter: 25,2 Jahre, keine Leistungsträger in Krisenzeiten
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Tobias WedermannFussballchef

Drei Spiele, drei Niederlagen und mindestens zwei Wettbewerbe futsch – es ist das Worst-Case-Szenario, das Stephan Lichtsteiner bei seinem Debüt als Trainer im Profifussball durchleben muss. Der Basler Horror-Hattrick. War es der richtige Zeitpunkt für den Trainerwechsel? Hätte man mit Ludovic Magnin auch drei Spiele verloren? Ist Lichtsteiner dieser Aufgabe wirklich gewachsen?

Klar, dass bei einem solchen Start bereits diverse Fragen im FCB-Umfeld auftauchen. Gut für den 42-Jährigen und einstigen GC-Bueb: Ausgerechnet jetzt kommt der FCZ am Sonntag ins Joggeli (Anpfiff 16.30 Uhr), der aktuelle Aufbaugegner der Liga.

Nach dem schwachen Cup-Auftritt in St. Gallen stellen sich allerdings nicht nur Fragen um den Trainer, sondern auch eine essenzielle Frage rund um das Team: Wo sind eigentlich die Leader beim FC Basel?

Erfahrung ist da, nur merkt man es nicht

Captain Xherdan Shaqiri geht voran – und wenn es nur der verbale Austausch mit einzelnen Fans aus der eigenen Kurve ist oder dass er sich sowohl bei Lichtsteiner als auch zuvor bei Magnin bei den kritischen Journalistenfragen schützend vor den Trainer stellt. Ein Leader eben, der auch auf dem Feld immer wieder für Zaubermomente verantwortlich ist. Doch sowohl als Anführer als auch auf dem Feld wird er kläglich alleingelassen.

Entgegen dem Klischee und der einstigen Philosophie von FCB-Präsident David Degen (42), nur junge Spieler zu holen und für viel Geld zu verkaufen, sind die Basler aktuell mit einem Durchschnittsalter von 25,2 Jahren nur im Mittelfeld der Super-League-Alterstabelle. Also eigentlich genügend erfahrene Spieler, die in Krisenzeiten vorangehen müssten. Doch sie tun es nicht.

Ein Teenager zeigt Ajeti, wie es geht

Kandidat Nr. 1: Albian Ajeti, eigentlich auch der Stürmer Nummer eins bei den Baslern. Seine Statistik ist allerdings eine einzige Enttäuschung: drei Törchen in der Liga und ein Assist in der Champions-League-Quali. Sonst nichts. Gegen St. Gallen am Mittwoch ein Totalausfall, der nach 45 Minuten Feierabend hat und zusehen darf, wie ein 18-jähriger Giacomo Koloto ihm in seinem zweiten Profispiel (!) zeigen muss, welche Leistung der Mindestanspruch in der FCB-Sturmspitze wäre.

Eigentlich wollte der 28-jährige Stürmer in dieser Saison eine Leaderrolle übernehmen – entgegen dem Vorurteil über ihn, faul zu sein. Im Sommer-Trainingslager sprach Ajeti mit Blick über die Führungslücke nach dem Abgang von Taulant Xhaka. Dieser habe ihn und Dominik Schmid als neue Leader beim FCB in die Pflicht genommen: «Jungs, kommendes Jahr seid ihr dran und müsst schauen, dass hier alles funktioniert.» Ob Taulant Xhaka wohl zufrieden ist mit der Ausführung seines Auftrags an die Nachfolger aufgrund der aktuell gezeigten Leistungen?

Kein Feuer, dafür Slapstick und Gespött

Kandidat Nr. 2: Dominik Schmid ist der zweite Spieler, der das Basler Führungszepter von Xhaka im Sommer übernehmen durfte. Wie Ajeti ein Basler, wie Ajeti ein richtiges FCB-Kind. In der Hinrunde hat er diese Rolle mit Leistungen ohne Zweifel mehr als erfüllt. Doch auch der 27-jährige Linksverteidiger zeigt zuletzt wenig bis gar nichts mehr davon auf dem Feld. Sinnbildlich dafür seine Aktion vor dem St. Galler Führungstreffer im Kybunpark am Mittwoch. Wenn jetzt selbst auf Schmid nicht mehr Verlass ist, auf dem Platz Leidenschaft und Feuer zu zeigen, auf wen dann?

Sicher nicht auf Kevin Rüegg, den Kandidaten Nr. 3. Auch vom 27-Jährigen mit reichlich Super-League-Erfahrung dürfte man aktuell erwarten, in miesen FCB-Zeiten ein Ausrufezeichen zu setzen. Doch mit seinen Slapstick-Aktionen in der Defensive gegen St. Gallen brachte er nicht nur Captain Shaqiri und Trainer Lichtsteiner sichtlich zur Verzweiflung, er sorgte auch für reichlich Gespött auf der Tribüne.

Wirds für Hitz noch ein versöhnlicher Abschluss?

Kandidat Nr. 4: Weiss Koba Koindredi eigentlich, dass die Winterpause vorbei ist? «Er bringt einiges an internationaler Erfahrung mit», sagte FCB-Sportchef Daniel Stucki im Sommer über die Verpflichtung des 24-jährigen Franzosen. Dieser sagte derweil: «Ich werde mein Bestes geben, um mit dem Team in der kommenden Saison die angestrebten Ziele zu erreichen.» Fazit nach bald acht Monaten Leihe: Job nicht erfüllt.

Kandidat Nr. 5: Was ist nur mit Marwin Hitz los? Der 38-Jährige ist prädestiniert für eine Führungsrolle, um aktuell voranzugehen. Doch es ist kaum Zufall, dass seit der Bekanntgabe seines FCB-Endes im Sommer auch seine Leistungen schwächer geworden sind. Zuletzt musste Hitz zwei Spiele verletzt pausieren, doch nach seiner Rückkehr muss man von ihm mehr erwarten können als den Eindruck, dass er schon gern Sommer hätte. Kaum zu glauben, dass der 38-Jährige seine Basler Zeit mit einer Saison im Sturzflug abschliessen möchte. Oder?

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
22
22
49
2
FC Lugano
FC Lugano
22
11
40
3
FC St. Gallen
FC St. Gallen
21
14
38
4
FC Basel
FC Basel
22
8
36
5
FC Sion
FC Sion
22
6
33
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
22
-2
32
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
22
2
28
8
Servette FC
Servette FC
22
-5
25
9
FC Zürich
FC Zürich
22
-11
25
10
FC Luzern
FC Luzern
22
-3
23
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
22
-11
19
12
FC Winterthur
FC Winterthur
21
-31
13
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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