Cup-Blamage trifft Frick hart
Kommt es beim FC Luzern schon zum Trainer-Urknall?

Erreicht Luzern-Trainer Mario Frick seine Spieler wirklich noch? Der Horror-Start in den Cup-Viertelfinal gegen Lausanne-Ouchy wirft jedenfalls Fragen. Der Urknall scheint in der Zentralschweiz nicht mehr weit entfernt.
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Erreicht FCL-Coach Mario Frick seine Spieler wirklich noch?
Foto: Martin Meienberger/freshfocus

Darum gehts

  • Luzern scheidet im Cup gegen Challenge-Ligist Stade-Lausanne-Sport aus.
  • Trainer Frick kritisiert fehlende Spannung und stellt «Nichtleistung» fes
  • In den letzten zehn Super-League-Spielen hat Luzern nur einen Sieg geholt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Alain KunzReporter Fussball

Er wird ganz genau darauf hingewiesen haben, was seine Stars auf der Pontaise, diesem Friedhof der Oberklassigen, wo zum Beispiel auch Sion vor drei Jahren in der Barrage abgestiegen ist, erwartet: ein miserabler Rasen, ein altes, düsteres Stadion, kaum Zuschauer, ein zuletzt starker Gegner. Einzig die (ultramoderne) Laufbahn stört das Bild des Olympiastadions, wo der Tartan die einzige Hommage an die Moderne ist.

Einzig: Genützt haben die Worte von FCL-Coach Mario Frick (51) rein gar nichts. Und nicht nur der Chef hat darauf hingewiesen, auch der Assistent. «Claudio Lustenberger hat eine packende Ansprache direkt vor dem Anpfiff gehalten», sagt Frick in der «Luzerner Zeitung».

Der Effekt? Luzern legt einen veritablen Horror-Start hin.

Frust über leichtfertig weggeworfene Chance

Nach drei Minuten und dreizehn Sekunden darf Barbet ungehindert das erste Tor machen. Freimann lässt ihn gewähren. Und nach 17 Minuten darf Bah seinerseits ungehindert schiessen, nachdem kurz zuvor Teamkollege Vasco Tritten bei seinem Versuch auch nicht auf wesentlichen Widerstand getroffen war. Den ersten giftigen Aufsetzer kann Pascal Loretz parieren. Den zweiten nicht. Der Horrorstart ist Tatsache.

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Frick dazu sichtlich enttäuscht gegenüber dem SRF: «Es ist schwierig, dafür Worte zu finden. Unglaublich, wie wir in den Match gestartet sind, mit wie wenig Spannung. Uns war nicht bewusst, welche Chance wir da verpasst haben. Und so werfen wir den Sieg und damit den Halbfinal-Einzug leichtfertig weg.»

Ohropax in den Ohren?

Stellt sich nun also die Frage: Erreicht der Coach die Spieler wirklich noch, wie er zuletzt immer wieder betont hatte? Immer gleich anfügend, dass er andernfalls von selbst gehen würde. Müsste, wenn dem wirklich so ist, dass die Spieler auf ihren Trainer hören, ein derartiger Start ins Spiel nicht ausgeschlossen sein? Denn zu einer solchen, wie es Frick nennt, «Nichtleistung», dürfte es nicht kommen, wenn die Welt wirklich noch heil ist. Und wenn sie ist, dann hatten sich die Spieler Ohropax in die Lauscherchen gestopft.

Und dann grüsst auch noch das Murmeltier immer wieder. Nicht täglich, aber jährlich. Frick: «Es ist immer dasselbe: Immer wenn, wir die Chance haben, etwas Grosses zu erreichen, versagen uns die Nerven oder wir sind nicht auf den Punkt bereit. Das ist extrem frustrierend.» Das hat auch Captain Pius Dorn festgestellt. «Es kotzt mich langsam an, immer wieder gegen unterklassige Gegner aus dem Cup auszuscheiden. Wir werfen die grosse Chance in zwanzig Minuten leichtfertig weg», so der Deutsche in der «LZ».

Frust-Gipfel am Samstag im Tourbillon

Schon am Samstag kommts im Wallis zum grossen Frust-Gipfel. Luzern ist an einem Unterklassigen gescheitert. Sion dominierte seinerseits im Cup-Viertelfinal GC 75 Minuten lang nach Belieben – und fliegt dann doch raus. «Nun gehts darum, weg aus der Abstiegszone zu kommen», sagt Frick. Und der Liechtensteiner fügt an: «Aber der Stachel dieser Niederlage sitzt schon tief.»

Die Gefahr, die hinten lauert, heisst vor allem GC. Ein offensichtlich verwandeltes GC. Wer gesehen hat, mit welcher unfassbaren Mentalität die Zürcher mit ihrem neuen Leithammel Michael Frey Sion nach einem Match, in dem sie 75 Minuten lang nichts, aber rein gar nichts, zu bestellen hatten, noch niedergerungen haben, der muss tief beeindruckt sein. Ganz im Gegensatz zum FCL, die in den letzten zehn Super-League-Spielen einen einzigen Sieg gelandet und schon neun Punkte Rückstand auf einen Championship-Group-Platz hat.

Sollte es nicht schon jetzt nach dem Cup-Debakel zum Knall komme, wird spätestens der Barrage-Gipfel am nächsten Dienstag im Letzigrund gegen GC zum absoluten Showdown für Mario Frick. Es wäre ein verfrühter Urknall vor jenem Schmutzigen Donnerstag (12. Februar). Die Luzerner Fasnächtler hätten ihr Hauptsujet.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
22
22
49
2
FC Lugano
FC Lugano
22
11
40
3
FC St. Gallen
FC St. Gallen
21
14
38
4
FC Basel
FC Basel
22
8
36
5
FC Sion
FC Sion
22
6
33
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
22
-2
32
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
22
2
28
8
Servette FC
Servette FC
22
-5
25
9
FC Zürich
FC Zürich
22
-11
25
10
FC Luzern
FC Luzern
22
-3
23
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
22
-11
19
12
FC Winterthur
FC Winterthur
21
-31
13
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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