Darum gehts
- FC Basel wechselte 2026 Trainer: Lichtsteiner ersetzt Magnin nach drei Spielen
- Punkteschnitt: Magnin 1,58 pro Spiel, Lichtsteiner nur 1,26 derzeit
- FCB gewann 3 von 4 Spielen, Defensive jetzt stärkster Ligawert
Die Führung des FC Basel wollte es zwar auf keinen Fall so nennen. Aber es war halt doch eine Wette auf die Zukunft, als sie nach nur drei Spielen im Jahr 2026 den Trainer gewechselt hat. Die Hoffnung? Dass mit Stephan Lichtsteiner (42) irgendwie alles besser wird, als es unter Ludovic Magnin (47) war.
Im Nachhinein sind alle klüger. Und es lässt sich feststellen: Der Trainerwechsel war schon allein mit Blick auf den Totomat ein Schlag ins Wasser. Magnin wurde mit einem Punkteschnitt von 1,58 pro Spiel entlassen. Lichtsteiner steht heute derzeit bei traurigen 1,26 Zählern pro Partie.
Die schlechten Resultate waren kein Zufall
Fast noch deprimierender: Es war kein Zufall, dass die Punkteausbeute in der vergangenen Saison unter dem neuen FCB-Trainer noch schwächer geworden ist als unter Vorgänger Magnin. Die Resultate waren nicht die Folge von Pech, wie Lichtsteiner immer wieder erzählte. Sie waren die logische Folge der Leistungen.
Das beweist der Blick auf eine Statistik namens «Erwartbare Tore» oder Englisch Expected Goals (xG). Sie misst die Qualität der Chancen, die sich ein Team erspielt – und die es dem anderen Team zugesteht. Vereinfacht gesagt: Wer mehr und bessere Chancen hat als der Gegner, hat bessere Aussichten auf einen Sieg.
Die Kurven sind eindeutig: Mit Amtsantritt von Lichtsteiner brach die Zahl der FCB-Chancen ein. Nun war die Torproduktion schon unter Magnin ein Problem gewesen. Aber unter ihm erspielten sich die Basler immerhin noch Torgelegenheiten, die sie dann kläglich vergaben. Unter Lichtsteiner kamen sie nicht mal mehr zu Abschlüssen.
Gleichzeitig wurde auch die einst so solide Abwehr zur Problemzone. Über weite Strecken von Lichtsteiners Amtszeit erspielte sich der FCB weniger Torchancen, als er dem Gegner zugestand. Kurz: Zum Ende der letzten Saison hätte es einige Argumente für einen Trainerwechsel gegeben.
Aber die Basler Führung hat sich entschieden, Lichtsteiner eine Sommervorbereitung zu geben. Und der hat sich durchaus ambitionierte Ziele gesetzt. «Wir haben einen Spielstil, der mitreissen soll, der dominant sein soll», hat er vor dem Testspiel gegen Juventus Turin gesagt. «Abgesehen vom Siegen will ich einen Fussball spielen, der Spass macht. Der ist etwas komplizierter als Kick and Rush.» Bildlich gesprochen: «Es soll eher kein Offroader sein, sondern ein Rennauto.»
Vom schnellen Flitzer ist bislang noch wenig zu sehen. Der Basler Angriff ist trotz der vier Tore gegen ein Thuner B-Team noch immer reichlich zahm. Das zeigt unter anderem der Blick auf die Zahl der Schüsse. Nur GC, Zürich und Lausanne haben in dieser Saison weniger Abschlüsse in der Super League.
Aber eine andere Kennzahl hat sich markant verändert: Der FCB ist in der neuen Saison defensiv wieder eine Festung. Kein anderes Team lässt weniger Chancen zu als die Basler. Es scheint, dass der einstige Abwehrspieler Lichtsteiner einer alten Trainerweisheit folgt: Teams werden von hinten her aufgebaut.
Die Folge: Der FCB ist zwar noch weit entfernt von einem rassigen Rennauto. Aber er hat immerhin drei von vier Wettbewerbsspielen gewonnen. Bleibt die Frage, ob das reicht, um seinen Job zu retten? Die Vorzeichen scheinen klar: Beim Klassiker gegen den FCZ am Samstag braucht der FCB-Trainer eine felsenfeste Defensive UND eine fantasievolle Offensive. Sonst könnte es bereits eng werden.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 3 | 9 | 9 | |
2 | BSC Young Boys | 3 | 8 | 7 | |
3 | FC St. Gallen | 3 | 2 | 7 | |
4 | FC Sion | 3 | 2 | 6 | |
5 | FC Basel | 3 | 2 | 6 | |
6 | FC Lausanne-Sport | 3 | 1 | 5 | |
7 | Servette FC | 3 | -1 | 3 | |
8 | FC Zürich | 3 | -5 | 3 | |
9 | FC Thun | 3 | -6 | 3 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 3 | -4 | 1 | |
11 | FC Luzern | 3 | -5 | 1 | |
12 | FC Vaduz | 3 | -3 | 0 |
