Lugano-Keeper von Ballmoos vor YB-Wiedersehen
«Ich bereue den Wechsel überhaupt nicht»

Vor ziemlich genau einem Jahr wechselte David von Ballmoos von YB zu Lugano. Im Tessin ist der ehemalige Berner Stammgoalie inzwischen angekommen – und empfängt am Samstag seinen Ex-Klub. Mit Blick spricht er über dieses Duell.
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

«Ich bereue den Wechsel überhaupt nicht», sagt David von Ballmoos (31) zu Blick. Vor ziemlich genau einem Jahr wechselte die langjährige Nummer eins von YB zu Lugano. Das Emmental hat er gegen das Tessin eingetauscht. Am Samstag kommt es zum Wiedersehen. Bereits zum dritten Mal.

Auf der Südseite des Gotthards fühlt er sich pudelwohl. Das merkt man ihm an. Einerseits auf dem Platz, wo er wieder jene Ruhe ausstrahlt, die ihn bei YB über Jahre ausgezeichnet hat. Andererseits daneben: Von Ballmoos wirkt entspannt und locker. Der Lebensstil im südlichsten Kanton hat es ihm, seiner Frau und seinen beiden Kindern angetan – das jüngere feierte am Donnerstag seinen ersten Geburtstag.

«War nicht immer einfach»

Dass es ihm in Lugano so gut geht, hat auch sportliche Gründe. Bei den Bianconeri ist er inzwischen die klare Nummer eins. Letzte Saison musste er sich noch mit Amir Saipi (26) um den Platz zwischen den Pfosten duellieren. «Im Nachhinein war es nicht immer einfach. Aber wo kriegt man schon eine Stammplatzgarantie? Letztlich haben wir beide von diesem Zweikampf profitiert.»

Eine Garantie erwartet er auch heute nicht. «Wie schon bei YB.» Am Ende sei ihm bewusst, dass einzig die Leistung entscheide. «Wenn du die nicht bringst, hast du vielleicht als Goalie noch das Glück, dass du ein Spiel mehr bekommst als ein Feldspieler. Aber du musst dich immer wieder aufs Neue bestätigen.»

Lugano kassiert kaum Gegentore

Bislang tut von Ballmoos genau das – als Rückhalt einer bockstarken Lugano-Defensive. Nur 0,67 Gegentore kassieren die Tessiner pro 90 Minuten. Nun kommt mit YB die stärkste Offensive der Liga in die AIL Arena. Die Berner erzielen im Schnitt 3,7 Tore pro Spiel. Das ist ein Grund, weshalb dieses Duell eine besondere Spannung verspricht.

Auf lange Sicht dürfte jene Mannschaft im Vorteil sein, die weniger Gegentore kassiert – zumindest, wenn man der Fussballweisheit glaubt, wonach der Angriff Spiele, die Verteidigung aber Meisterschaften gewinnt. «Wenn man Ende Mai durch die verschiedenen Ligen geht, sieht man tendenziell Mannschaften ganz vorn, die wenige Tore kassiert haben. Das zeigt, wie wichtig die Defensive ist», sagt von Ballmoos.

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Foto: PIUS KOLLER

Sticheleien vor dem Spiel? Fehlanzeige

Doch auch er weiss: Ganz ohne eigene Tore geht es nicht. «Du kannst ein Spiel mal 1:0 gewinnen, das ist völlig okay. Aber du kannst nicht jedes Spiel so gewinnen. Der Mix macht es aus.» Bei YB stimmt dieser Mix bislang noch nicht. Trotzdem weiss von Ballmoos um die grosse Stärke seines Ex-Klubs. «Was sie auszeichnet, ist die Power, die sie haben. Offensiv bringen sie sehr viel Energie und Qualität auf den Platz.»

Auf einen Resultattipp lässt sich der Goalie nicht ein. Auch Sticheleien gegen seine Ex-Teamkollegen sind nicht sein Ding. «Ich bin in verschiedenen Chats und habe mit dem einen oder anderen persönlichen Kontakt. Aber zu 95 Prozent geht es dabei gar nicht um Fussball.»

Vom Titel spricht von Ballmoos noch nicht

Spezieller als andere wird die Partie gegen seinen Jugendklub trotzdem. «Viele Leute, die mir wichtig sind, werden da sein. Für sie ist es etwas Spezielles.» Er selbst werde sich wie immer vorbereiten und hoffen, dass er es nach Schlusspfiff ein bisschen geniessen könne.

Sollte Lugano gewinnen, beträgt der Vorsprung schon 6 Punkte – mit einem Spiel weniger. Der Titel sei aber noch überhaupt kein Thema. «Wir wollen am Ende auf dem Platz ganz vorn stehen. Nicht jetzt mit Worten oder einer grossen Ankündigung.» Zumal der Hauptfokus der vergangenen Wochen auf dem Erreichen der europäischen Ligaphase gelegen habe und nicht auf der Super League. 

«Wer weiss»

Das Erfolgsrezept zum Titel kennt von Ballmoos aber nur zu gut. Sechsmal wurde er mit YB Schweizer Meister. Ob er jeweils früh gespürt habe, dass es klappen könnte? «Ich wünschte, ich hätte es jeweils früher gemerkt. Aber du bist als Spieler in einem Film drin. Selbst wenn du dreissig Punkte Vorsprung hast, denkst du: aufpassen, genau so weitermachen.»

Erst nach dem letzten Spiel könne er wirklich abschalten. «Dann kann man ein Häkchen daruntersetzen. Vorher konnte ich das nie richtig geniessen.» Ob von Ballmoos am Ende dieser Saison tatsächlich seinen siebten Meistertitel feiern darf? Der Goalie gibt sich zurückhaltend: «Wer weiss?»

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18
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FC Sion
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6
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12
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FC St. Gallen
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FC Thun
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7
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