«Als Trainer würden mir die Haare ausfallen»
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YB-Transfers in der Kritik:«Als Trainer würden mir die Haare ausfallen»

Fast vier Tore im Schnitt
Seoane erklärt das spektakulärste YB der Geschichte

Bei GC wars auch schon Harakiri. Bei YB ein Erfolgsmodell. Vollgas-Fussball. Mit wenig Rücksicht auf Verluste. Trainer Gerardo Seoane hat keine Lust, da irgendwelche Kompromisse einzugehen. Seine Erklärung des totalen YB-Fussballs.
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YB und Christian Fassnacht haben im Moment gut lachen. Es fällt Tor um Tor.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Young Boys erzielen diese Saison im Schnitt 3,7 Tore pro Spiel, viel mehr als Leader Lugano
  • Trainer Seoane setzt trotz defensiven Schwächen auf offensive Strategie
  • 26 erzielte Tore, aber 14 Gegentore – viertschlechteste Defensive der Liga
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Alain KunzReporter Fussball

Magst du unterhaltsame Fussballspiele? Dann bist du bei den Young Boys an der richtigen Adresse! 4:2. 6:0. 2:2. 4:2. 3:3. 4:2. 3:3. Ergibt einen Schnitt von mehr als 5,7 Toren pro Match. Solche Zahlen konnten wohl weder das Ajax Amsterdam der Johan-Cruyff-Ära, das gnadenlose Pressing-Spiel der verschiedenen Red-Bull-Jünger noch das Tiki-Taka-Barcelona unter Pep Guardiola mit gefühlten tausend Pässen pro Spiel vorweisen.

«Wir kalkulieren keine Gegentore, aber Tore»

YB hat den Angriffsfussball total zur unbestrittenen Maxime erhoben. Und so soll es auch bleiben. Trainer Gerardo Seoane: «Wir haben immer gesagt, dass unsere Spielrichtung offensiv sein soll. Weil wir von unseren Offensiv-Skills überzeugt sind. Die Wucht und die Dynamik sind ein grosses Plus. Da können wir versuchen, gewisse Dinge zu forcieren, auch wenn dann nicht immer alles perfekt herausgespielt ist.»

«Zwei Tore habe ich schon oft gemacht, aber drei...»
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Fassnacht über Hattrick:«Zwei Tore habe ich schon oft gemacht, aber drei...»

Dann geht der Coach noch mehr ins Detail seiner ungestümen Offensivstrategie: «Wir haben nominell vier Stürmer auf dem Platz. Dann zwei offensive zentrale Mittelfeldspieler. Dazu zwei Aussenverteidiger, die Assists liefern. Das ist eine bewusste Strategie. Und die heisst: nach vorne spielen.»

Und wie ist das mit den Gegentoren, die mit Ausnahme des Thun-Spiels in ebenso beeindruckender Regelmässigkeit kassiert werden? «Wir kalkulieren keine Gegentore. Niemand hat gesagt, dass wir glücklich seien, wenn wir Tore kassieren. Aber wir kalkulieren, dass wir Tore schiessen. Egal, wie das Resultat ist. Mit diesem Mindset wollen wir unsere Spieler auch entwickeln, dass sie mit Selbstvertrauen auftreten. Wenn wir dann ab und zu ein Gegentor erhalten, dann dürfen wir uns nicht verrückt machen lassen.» Natürlich werde das dann aufgearbeitet. Natürlich wolle man sich dann verbessern. «Aber wir erfreuen uns an den Sachen, die wir gut machen.»

YB hat neun Tore mehr gemacht als Leader Lugano

Die Zahl dazu heisst: 26. Einsame Spitze. 3,7 Tore im Schnitt pro Match. Neun mehr als Leader Lugano, die zweitbeste Mannschaft in dieser Domäne. Der nackte Wahnsinn. Doch auch die Zahl zur Untermauerung der defensiven Anfälligkeit ist beeindruckend: 14 Gegentore! Das sind die viertmeisten in der Super League. Im Schnitt genau zwei Tore pro Match. Bedeutet: YB muss dreimal treffen, um gewinnen zu können. Da lastet schon ein ziemlich grosser Druck auf den Offensivkräften, wenn man in ein Spiel geht und weiss: Wenn wir keine drei Buden machen, gewinnen wir nicht. Und selbst bei dreien ist das keine Garantie, wie die Spiele gegen den FCB und Luzern gezeigt haben.

Gerade gegen Luzern hat Seoane einiges ausgemacht, das nicht gut war. «Wenn man ein Tor kassiert, sieht man auf einem Foto immer nur den Goalie und die Viererkette. Und wenn man ein Tor schiesst, immer nur den Stürmer und den Flügel. Aber zum Toreschiessen braucht es einen guten Spielaufbau. Zum Verteidigen ein funktionierendes Verhalten zwischen den Ketten. In die defensive Struktur sind alle Spieler involviert. Man muss die Gefahr erkennen. Es braucht klare Aktionen im Zweikampf. Wir aber bekunden Mühe mit der Physis in den Duellen. Also im Einsatz des Körpers, im Abschirmen des Balles, im Wegdrücken des Gegners. Da müssen wir uns definitiv verbessern.»

Kann das auf Dauer gut gehen? Kubi sagt: Nein!

Die Grundhaltung ist aber klar: Vollgas mit wenig Rücksicht auf Verluste. Kann das gut gehen bis zum Titel? Blick-Kolumnist Kubilay Türkyilmaz ist sehr skeptisch. «Ich verstehe Seaone nicht. Das mag alles spektakulär sein. Aber auf die Dauer schiesst YB nicht immer drei Tore. Weshalb ich sicher bin: Wenn das Team die Balance nicht findet, wird es ganz schwierig, ganz vorne zu stehen.»

Egal. Einen Titel haben Seoane und seine Jungs bereits gewonnen: den der spektakulärsten YB-Mannschaft aller Zeiten! Die Teams vor sechs, sieben Jahren mögen auch einen hohen Unterhaltungswert gehabt haben. Aber meistens wars einseitig. Jetzt kommt zur reinen Unterhaltung auch das Prickeln und Bibbern dazu, weil die meisten Spiele eng sind. That’s entertainment!

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Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
6
13
18
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
7
12
15
3
FC Sion
FC Sion
6
3
12
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
6
1
10
5
FC Basel
FC Basel
7
0
10
6
FC Luzern
FC Luzern
7
-3
9
7
FC Thun
FC Thun
6
-6
7
8
FC Zürich
FC Zürich
7
-7
7
9
FC Vaduz
FC Vaduz
7
-1
6
10
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
7
-3
6
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
6
-5
5
12
Servette FC
Servette FC
6
-4
4
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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