Darum gehts
- Der FC St. Gallen feiert einen Cupsieg
- Aber personelle Veränderungen sorgen für Unruhe
- Präsident Hüppi soll gehen, 80 Prozent der Leser wollen ihn behalten
Mit dem Cupsieg hat der FC St. Gallen den grössten sportlichen Erfolg der jüngeren Klubgeschichte gefeiert. Doch hinter der Euphorie tobt im Verein ein richtungsweisender Machtkampf. In der Führungsetage bahnen sich personelle Veränderungen an, mehrere Verwaltungsratsmitglieder stehen vor dem Abgang.
Auch die Zukunft von Präsident Matthias Hüppi (68), der den Klub während der vergangenen acht Jahre geprägt hat, ist offen. Sein auslaufender Vertrag soll gemäss den aktuellen Entwicklungen nicht verlängert werden. Unterschiedliche Vorstellungen über die künftige Ausrichtung des Vereins sorgen damit ausgerechnet im Moment des grössten Erfolgs für Unruhe beim FC St. Gallen. Hüppis Nachfolger dürfte bereitstehen: Stefan Kölliker.
«Man isst die St. Galler Bratwurst auch nicht plötzlich mit Senf»
Das Ganze beschäftigt auch die Blick-Community. Unsere Umfrage mit über 18'000 Teilnehmenden zeigt klar, wie die Leserschaft zu Matthias Hüppi steht: 80 Prozent finden, er sollte Präsident des FC St. Gallen bleiben.
Was bei den Meinungsbeiträgen aus der Community ebenfalls mehr als deutlich wird: Viele positionieren sich unmissverständlich gegen eine Neuausrichtung des Klubs und äussern sich aufgebracht und verständnislos. «Never change a winning team», kommentiert Beat Hirz. Oder in anderen Worten: «Warum etwas ändern, das sich so gut bewährt hat?», so der Kommentar von Urs Hilfiker. «Man isst die St. Galler Bratwurst ja jetzt auch nicht plötzlich mit Senf!»
Auch Hanspeter Vetterli versteht die Welt nicht mehr. «Absolut unbegreiflich, ein solches Vorgehen genau jetzt in die Wege zu leiten und das Ganze eskalieren zu lassen», kommentiert er. Das werde nicht nur bei den Fans sehr schlecht ankommen. Zu ihnen zählt er auch sich selbst: «Seit 52 Jahren bin ich auch einer mit tiefem grünweissem Herz. Sie waren selten so gut wie jetzt. Das alles scheint offenbar urplötzlich Makulatur zu sein!»
«Bringt viel zu viel Unruhe in den Verein»
Auch Karl Kind missfällt die aktuelle Entwicklung: «Wenn ich die Namen der neuen Verwaltungsräte lese, dann kommt mir das grosse Grauen. Ebenso wenn ich das Wort Investoren in diesem Zusammenhang lese. Hierbei wird es primär um Geld und Macht gehen und erst später um den Sport.»
Ebenfalls eine Mehrheit ist sich einig, dass solche radikalen Wechsel selten gut kommen. «Das Ganze bringt viel zu viel Unruhe in den Verein», ist sich Guido Fritz sicher. «Hier möchten sich wieder einmal Personen profilieren.» Weitere Stimmen aus der Community kritisieren die Führungsetage des Klubs und vermuten wie Fritz, dass sich Einzelne mit dem aktuellen Erfolg des Vereins schmücken wollen. Ulrich Greub bläst ins selbe Horn: «Einer baut über Jahre etwas auf, und Schmarotzer setzen sich ins gemachte Bett! Absturz vorprogrammiert, schade!»
«Dankbarkeit sieht definitiv anders aus!», schreibt Daniel Rottmeier und ist überzeugt: Der Klub werde vieles verlieren. Allem voran seine Identität, befürchten viele Leserinnen und Leser. «Und nicht nur das», so Reto Caluori, «er verliert auch die grünweisse Seele und sehr viele Anhängerinnen in der Region».
Veränderungen seien nicht per se schlecht, aber ...
Community-Mitglieder, die sich positiv zum Umbruch äussern, finden sich kaum welche. Wenn, dann äussern sich einige gespalten. Veränderungen seien nicht per se schlecht, betont etwa Jürg Willi. «Aber es gibt jetzt absolut keinen Grund für grossen Wirbel und Umbrüche beim super geführten FC St. Gallen.»
Jonas Mielsch ist ebenfalls zwiegespalten: «Einen Neuanfang kann ich zum Teil verstehen. Allerdings war die bisherige Strategie mit der Trennung von Aktionären und Verwaltungsrat die DNA des FC St. Gallen.» Zudem findet auch er den Zeitpunkt «sehr schlecht gewählt».
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 38 | 28 | 75 | |
2 | FC St. Gallen | 38 | 25 | 70 | |
3 | FC Lugano | 38 | 17 | 67 | |
4 | FC Sion | 38 | 23 | 63 | |
5 | FC Basel | 38 | -3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 38 | 11 | 55 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |
