Darum gehts
- FC Luzern verpflichtet Aurelio Oehlers aus Holland, Trainingsauftakt mit neuem Coach
- Trainer Portmann sorgt mit Initialen «JP» statt «UP» für Lacher
- Neuzugang Oehlers kommt von Volendam, das 2026 abgestiegen ist
Pünktlich zum Trainingsauftakt präsentiert der FC Luzern seinen ersten Neuzugang: Aurelio Oehlers (22). Der Flügelspieler wechselt vom holländischen Absteiger Volendam in die Zentralschweiz. Erst am Mittwochabend ist er in Luzern angekommen – und schon am Donnerstag wurde er ins kalte Wasser geworfen.
Als eine seiner grössten Stärken gilt die Schnelligkeit. Doch beim ersten physischen Härtetest hatte auch Oehlers zu leiden. Beim Rundenlauf wurde er unter der prallen Sonne als Erster von seinen Teamkollegen überrundet und musste kräftig beissen.
Noch mehr Aufmerksamkeit als dem Neuzugang galt allerdings dem neuen Trainer, Udo Portmann (49). Nicht zuletzt wegen eines kuriosen Details: Auf seinem Trainingsshirt stehen die Initialen «JP» statt «UP». Will sich der Nachfolger von Mario Frick (51) also doch mit seinem Taufnamen Jörg ansprechen lassen? Portmann verneint lachend. «Ich wusste, dass diese Frage kommt. Ich bin froh, wenn man mich bei meinem Rufnamen Udo nennt.»
Weg vom Frick-System 4-4-2?
Der neue FCL-Coach sprüht vor Tatendrang. «Offiziell hatte ich zwar Ferien, aber ich stand die ganze Zeit in engem Austausch mit Remo Meyer bezüglich der Saisonplanung. Deshalb bin ich gar nicht richtig weggefahren. Ich wollte jederzeit erreichbar sein», erzählt er.
Über seine konkreten Pläne lässt sich Portmann jedoch kaum in die Karten blicken. Weder bei möglichen weiteren Transfers noch bei seinem bevorzugten Spielsystem. «Ich spreche grundsätzlich nur über die Spieler, die hier sind», sagt er zu möglichen Neuzugängen.
Auch bei der taktischen Ausrichtung bleibt Portmann vage: «Da lege ich mich noch nicht fest. Aber wir wollen variabel sein.» Der Transfer von Oehlers deutet allerdings darauf hin, dass der frühere Nachwuchstrainer auch bei den Profis auf sein bevorzugtes 4-2-3-1 setzen könnte.
Captain ist zum Scherzen aufgelegt
Etwas offener spricht Captain Pius Dorn (29). «Remo Meyer und ich hatten eine sehr ähnliche Saisonanalyse. Deshalb glaube ich schon, dass auf der einen oder anderen Position noch etwas passieren wird.» Vor allem im zentralen Mittelfeld besteht nach dem Abgang von Taisei Abe noch Handlungsbedarf.
Dass er beim Sportchef besonders grossen Einfluss geniesst, bestreitet Dorn aber mit einem Schmunzeln: «Es ist nicht so, dass Remo Meyer einfach immer das macht, was ich ihm sage.» Und noch einen lockeren Spruch hat der Deutsche auf Lager. Angesprochen auf die vielen Eigengewächse im Team und den langjährigen Nachwuchstrainer Portmann an der Seitenlinie, meint er: «Ich habe langsam das Gefühl, der FC Luzern entwickelt sich zum SC Freiburg der Schweiz.»


