Ex-FCL-Junior Britschgi machte klare Ansage
Stürmer Mikolajewski ist in Luzern auf spezieller Mission

Daniel Mikolajewski erzählt im ersten grossen Blick-Interview, weshalb der FCL der richtige Klub für ihn ist, warum er sich von Robert Lewandowski inspirieren lässt und was ihm der Parma-Sportchef sowie Sascha Britschgi mit auf den Weg gegeben haben.
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Darum gehts

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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Daniel Mikolajewski, Sie haben gleich im ersten Spiel das erste Tor erzielt. Die Erwartungen an Sie sind bereits hoch.
Alle schauen jetzt natürlich noch genauer auf mich – klar. Mehr Druck verspüre ich deswegen nicht. Zumal meine persönlichen Ziele auch hoch sind. Bevor ich hierherkam, witzelte ein Parma-Verantwortlicher: «Du kommst nicht aus Luzern zurück, ohne dass du 20 Skorerpunkte gesammelt hast.»

Dies soll Ihnen auch Ex-FCL-Junior Sascha Britschgi, mit dem Sie in Parma zusammengespielt haben, mit auf den Weg gegeben haben. Werden Sie diesen Wert erreichen?
Das hat er mir tatsächlich gesagt (lacht). 20 Skorerpunkte wären zwar perfekt. Ich mache mir darüber aber nicht viele Gedanken. Ich bin einer, der einfach in jedem Spiel viele Tore schiessen und jedes Spiel gewinnen will. Am Ende sehen wir, wozu es gereicht hat.

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Daniel Mikolajewski ist der neue Stürmer beim FC Luzern.
Foto: Martin Meienberger/freshfocus

Was hat Ihnen Britschgi sonst noch über Luzern erzählt?
Wir haben sehr viel miteinander gesprochen, als feststand, dass ich hierherkomme. Er hat mir viele Insights über die Stadt, den Klub und die Leute im Verein gegeben. Hier könne ich einfach ich selbst sein. Und ich solle so spielen wie bei Parma. Dann käme es schon gut.

Das ist Daniel Mikolajewski

Am 24. Januar 2006 kommt Daniel Mikolajewski in Nienburg/Weser (D) zur Welt. Zwei Jahre später ziehen seine Eltern zurück nach Polen, wo er in Danzig mit einer älteren Schwester und einem jüngeren Bruder aufwächst. Seine fussballerische Laufbahn beginnt bei Jaguar Gdańsk. 2022 wechselt er nach Italien zu Parma, wo er im vergangenen April sein Debüt für die Profis in der Serie A gibt. In der Primavera überzeugt der polnische Stürmer in der letzten Saison mit 20 Toren in 29 Spielen.

Am 24. Januar 2006 kommt Daniel Mikolajewski in Nienburg/Weser (D) zur Welt. Zwei Jahre später ziehen seine Eltern zurück nach Polen, wo er in Danzig mit einer älteren Schwester und einem jüngeren Bruder aufwächst. Seine fussballerische Laufbahn beginnt bei Jaguar Gdańsk. 2022 wechselt er nach Italien zu Parma, wo er im vergangenen April sein Debüt für die Profis in der Serie A gibt. In der Primavera überzeugt der polnische Stürmer in der letzten Saison mit 20 Toren in 29 Spielen.

Zurück zu Ihrem Debüt in St. Gallen: Kurz vor Schluss wären Sie beinahe fälschlicherweise vom Platz geflogen. Wie haben Sie diesen Moment erlebt?
Als der Schiedsrichter mir die Rote Karte zeigte, hatte ich kurz Angst. Weil alles so schnell ging, wusste ich nicht mehr, ob ich zuvor schon eine Gelbe bekommen hatte. Ich dachte: Oh nein, wenn ich bereits eine Gelbe hatte und jetzt Rot sehe, wäre das sehr schlecht. Mein perfekter Start wäre damit kaputt gewesen.

Am Ende verwechselte Schiri Dudic Sie mit Mio Zimmermann. Ist die Ähnlichkeit mit Ihrem Mitspieler auch in der Kabine ein Thema?
Oh ja. Schon seit dem ersten Tag reden die Jungs darüber und machen Witze. Sie sagten: «Du siehst genau aus wie Mio.» Darauf antwortete ich: «Nein, das ist unmöglich, weil ich doch hübscher bin als Mio.»

Dieser FCL-Spieler hat den schlechtesten Style
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Mikolajewski im Interview:Dieser FCL-Spieler hat den schlechtesten Style

Vergleiche mit Robert Lewandowski gab es zuletzt ebenfalls – vor allem wegen Ihrer Position sowie Ihrer polnischen Herkunft. Ist er ein Vorbild für Sie?
Natürlich. Früher habe ich immer seine Videos angeschaut: wie er Tore erzielt, wie er sich bewegt. Für mich ist Lewandowski der perfekte Fussballer, an dem man sich orientieren kann, wenn es darum geht, sich zu verbessern.

Von welchem Aspekt seines Spiels versuchen Sie sich besonders etwas abzuschauen?
Vielleicht beim Kopfball. Es fehlen mir noch ein paar Tore per Kopf. So wie sie Lewandowski regelmässig macht. Wobei er ja mit allen möglichen Körperteilen trifft (lacht).

Gibt es noch andere Vorbilder, zu denen Sie aufschauen?
Lewandowski ist definitiv mein grösstes Vorbild. Genauso wie Lionel Messi. Aber wenn es speziell um klassische Mittelstürmer geht, dann Lewandowski sowie den echten Ronaldo aus Brasilien.

Was bei Ihnen sofort ins Auge fällt, ist Ihr unbändiger Siegeswille. Sinnbildlich dafür war Ihr Verhalten nach Ihrem Tor in St. Gallen: Sascha Meyer wollte eigentlich mit Ihnen feiern, Sie aber wollten sofort den Ball holen und weiterspielen. Was ging Ihnen in diesem Moment durch den Kopf?
Ich hatte die ersten beiden FCL-Spiele gesehen, die sie verloren hatten. Deshalb war mein erster Gedanke: «Wir müssen dieses Spiel unbedingt gewinnen.» Nach dem Ausgleichstor habe ich deshalb den Ball genommen und wollte sofort noch eines schiessen.

War das schon immer eine Eigenschaft von Ihnen?
Anscheinend ja. Das hat mir vor ein paar Wochen mein allererster Trainer erzählt. Er sagte mir, dass genau das eine meiner besten Charaktereigenschaften sei. Schon als Sechsjähriger sei ich nach jedem Treffer wieder zum Tor gelaufen, habe den Ball genommen und wollte noch eines schiessen.

Sie sind mit 16 Jahren von Polen nach Italien in die Akademie von Parma gewechselt. Wie war das damals für Sie?
Am Anfang war es schwierig. Ich sprach weder Englisch noch Italienisch. Ich habe jeden Tag mehrmals mit meinen Eltern telefoniert. Manchmal habe ich auch geweint, weil ich sie vermisst habe und nach Hause wollte. Nach ein paar Monaten wurde es aber besser. Meine Familie hat mich sehr unterstützt.

Weshalb ist nun Luzern der richtige Schritt?
Hier sind Menschen, die mir sehr vertrauen und mich unterstützen. So kann ich mein Bestes geben. Deshalb ist Luzern der perfekte Ort für mich, um Tore zu schiessen und viele Minuten zu spielen.

In Italien wechseln Spieler in Ihrem Alter – trotz Ausnahmen wie jüngst Aleksandar Stankovic, Riccardo Calafiori, Federico Dimarco – häufig in die Serie B. Weshalb haben Sie sich bewusst für das Ausland als ersten Schritt im Profifussball entschieden?
Ich wollte in eine höchste Liga. Ob du in der höchsten Schweizer Liga viele Tore erzielst oder in der Serie B, wird teilweise anders bewertet. Deshalb habe ich mich für diesen Weg entschieden.

Was wussten Sie vor Ihrer Unterschrift von der Super League?
Ich wusste, dass es eine sehr offensive Liga ist, in der viele Tore fallen. Die Stürmer können somit viele Tore schiessen. Das war mit ein Grund, weshalb ich mit meinem Berater zum Schluss kam, dass dies der perfekte Schritt für mich sein könnte.

Welchen Eindruck haben Sie bisher von Trainer Udo Portmann, der erstmals auf diesem Niveau arbeitet?
Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Wir haben bereits einige Male miteinander gesprochen, und er hat mir gesagt, dass seine Türen jederzeit offenstehen. Ganz egal, was passiert. Auch die Trainings gefallen mir bisher sehr gut. Jeder will zeigen, was er kann und dass er spielen möchte.

Wie erleben Sie die Mannschaft bisher?
Die Stimmung ist sehr gut, trotz der zwei Niederlagen zum Start. Ich habe mich schon in den ersten Tagen sehr wohlgefühlt.

Wer hat Ihnen in den ersten Tagen am meisten geholfen, sich einzuleben?
Definitiv Andrejs Ciganiks. Er spricht polnisch und ist einer der ältesten Spieler im Team. Er ist sehr offen und gleichzeitig unglaublich witzig.

Sie sind für eine Saison ausgeliehen, der FCL besitzt keine Kaufoption. Was hat Ihnen Remo Meyer über Ihre Rolle gesagt?
Er sagte mir, dass ich ein sehr guter Spieler bin, der viele Tore schiessen kann. Ein Versprechen hat er mir nicht gegeben. Dafür meinte er: Wenn ich mein Bestes gebe, wird auch der Klub sein Bestes für mich geben.

Ihr mittelfristiges Ziel dürfte aber klar sein: Irgendwann wieder für Parma auf Torejagd zu gehen?
Es ist der Plan, dass ich nach Ablauf der Leihe zu Parma zurückkehre und versuche, dort ein wichtiger Spieler zu sein. Das ist aber noch weit weg. Jetzt geht es zunächst darum, in Luzern eine sehr gute Saison zu spielen. Hier will ich möglichst viele Minuten bekommen und so viele Tore schiessen wie nur möglich.

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
BSC Young Boys
BSC Young Boys
4
10
10
2
FC Lugano
FC Lugano
3
9
9
3
FC Basel
FC Basel
4
3
9
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
3
2
7
5
FC Sion
FC Sion
3
2
6
6
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
4
0
5
7
FC Luzern
FC Luzern
4
-4
4
8
Servette FC
Servette FC
3
-1
3
9
FC Thun
FC Thun
3
-6
3
10
FC Zürich
FC Zürich
4
-6
3
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
3
-4
1
12
FC Vaduz
FC Vaduz
4
-5
0
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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