Darum gehts
- Luigi Nocentini führt den FCB als Interimstrainer zu einem 4:2-Sieg.
- Er träumt von der Cheftrainerrolle, hat jedoch keine UEFA-Pro-Lizenz.
- Nocentini arbeitet seit 12 Jahren als Assistenztrainer bei Topteams.
Trainingseinheiten, Kommunikation, Fussball-Know-how, Spielidee – egal, wo man aktuell hinhört beim FCB, über den Interimstrainer Luigi Nocentini wird geschwärmt. Mit seinem ersten Spiel als Chefcoach hat der 37-jährige Italiener mit dem 4:2-Sieg gegen den FC Luzern auch ein Ausrufezeichen gesetzt.
Könnte es also bei der ganzen Schwärmerei auch passieren, dass Nocentini die Nachfolge von Lichtsteiner fix antritt? Laut Blick-Informationen soll dieses Szenario innerhalb der Sportkommission zumindest im Laufe der Woche diskutiert worden sein.
Nocentini will am Freitag in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen St. Gallen nichts davon wissen, als ihn Blick damit konfrontiert. «Ich wurde gefragt, für zwei Spiele zu übernehmen, und meine einzige Priorität ist es, auch dieses zweite Spiel zu gewinnen.» Er und die Spieler sollen keinen unnötigen Gedanken an die Zukunft des FCB-Trainerstuhls verschwenden. «Ich mache mir ehrlich keine Gedanken darüber, am Montag werden wir sehen, was entschieden wird, und ich werde machen, was der Klub von mir verlangt», so Nocentini.
Nach mehrfacher Nachfrage der anwesenden Journalisten gibt der Italiener aber auch zu: «Natürlich wäre es eine fantastische Sache, Cheftrainer des FC Basel zu sein. Es wäre ein Traum.» Damit wolle er aber keineswegs Druck auf den Klub machen, betont er. «Ich hoffe, mein Englisch ist gut genug, um euch das zu erklären.»
Nocentini hätte anderes Profil als gesucht
So oder so würde es einen Haken geben. Nocentini war zwar schon im Trainerstab von Topteams wie SSC Napoli, dem FC Genua, Empoli oder dem ukrainischen Nationalteam. Doch über die notwendige Uefa-Pro-Trainerlizenz verfügt der Italiener nicht, um den FCB als Cheftrainer übernehmen zu können. Doch es existiert eine Hintertür, wie der FCZ und auch der FCB zuletzt bewiesen haben. Befindet sich ein Trainer in der Ausbildung zur Pro-Lizenz, gilt eine Ausnahmeregelung. Diese griff sowohl bei Dennis Hediger als auch bei Stephan Lichtsteiner, die sich im Endstadium ihrer Trainerausbildung befanden, doch die Pro-Lizenz noch nicht abgeschlossen hatten.
Damit das mit Nocentini klappt, müsste man also noch kurzfristig einen Ausbildungsplatz finden. Auch das soll zumindest hinter verschlossenen Türen thematisiert worden sein. Eine Ernennung Nocentinis wäre allerdings auch mit einem gewissen Widerspruch zum bisher verfolgten Trainerprofil verbunden. Im klubeigenen Podcast Achzädreyenünzig äusserte sich Andreas Hermann, technischer Direktor, im Laufe der Woche zur Trainersuche: Man suche einen Kandidaten mit Erfahrung auf höchstem Level. Ein Trainer mit «einer gewissen Autorität und Seniorität, um für Krisensituationen gewappnet zu sein.»
Von mangelnder Erfahrung will Nocentini aber auch nichts wissen. «Ich mache diesen Job nun seit bald 12 Jahren als Assistenztrainer bei unterschiedlichen Klubs und Nationen. Ich bin stolz auf diese Erfahrung, die ich mit unterschiedlichen Trainern sammeln durfte, und hoffe, dass mich das eines Tages zu einem bestmöglichen Cheftrainer macht. Wo, weiss ich nicht.» Wichtig sei für ihn nur das Heimspiel gegen St. Gallen – und der zweite Sieg in Folge.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 8 | 16 | 22 | |
2 | FC Sion | 8 | 9 | 18 | |
3 | BSC Young Boys | 8 | 12 | 16 | |
4 | FC Basel | 8 | 2 | 13 | |
5 | Servette FC | 8 | -1 | 10 | |
6 | FC St. Gallen | 8 | -5 | 10 | |
7 | FC Zürich | 8 | -6 | 10 | |
8 | FC Luzern | 8 | -5 | 9 | |
9 | Grasshopper Club Zürich | 8 | -7 | 8 | |
10 | FC Thun | 8 | -9 | 7 | |
11 | FC Vaduz | 8 | -2 | 6 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 8 | -4 | 6 |

