Darum gehts
- FC Zürich engagiert Marcel Koller als Trainer, Fans kritisieren Identitätsverlust
- Agent Lamberti berät FCZ-Trainer und Spieler, arbeitet eng mit Präsident
- Lamberti hat mehrere Klienten beim FCZ, kein offizielles Anstellungsverhältnis beim Verein
Der FC Zürich kommt nicht zur Ruhe. Die am Dienstag verkündete Verpflichtung von Marcel Koller als Cheftrainer für die neue Saison kommt nicht bei allen Fans gut an. Am Mittwochmorgen hängt vor dem Home of FCZ im Heerenschürli in Schwamendingen an einem Gitter ein grosses Spruchband mit der Aufschrift: «Canepas: En wiitere Entscheid in Richtig Identitätsverlust.»
Doch die Personalie Koller verspricht nicht nur Brisanz, weil der 65-Jährige eine GC-Legende und mit 539 Partien der Rekordspieler des FCZ-Stadtrivalen ist. Koller wird auch von der Berateragentur Fairplay Agency vertreten, deren CEO und Präsident Dino Lamberti ist. Auf Blick-Anfrage schreibt FCZ-Präsident Ancillo Canepa: «Die Verhandlungen mit Marcel Koller wurden seitens FCZ wie üblich durch die Vereinsführung geführt. Selbstverständlich war auch Dino Lamberti unterstützend involviert.»
Das Problem: Seit dem 1. Januar arbeitet Lamberti auch in einem befristeten Mandatsverhältnis für den FCZ. «Er arbeitet dabei eng mit dem Präsidium zusammen und setzt die strategischen und operativen Transferentscheide des FC Zürich um», hiess es damals vonseiten des Klubs. Gegenüber Blick betont Canepa nun, dass Lamberti nicht in einem «Anstellungsverhältnis», sondern in einem «Auftragsverhältnis» für den FCZ tätig sei. Während der Heimspiele sitzt Lamberti jeweils in der Loge an der Seite des Präsidenten-Ehepaars sowie des Technischen Direktors Alessandro Mangiarratti (47).
Mehrere Lamberti-Klienten
Koller ist nicht der einzige Mitarbeiter des FCZ, der von Lambertis Agentur beraten wird. Auch die Interessen von Carlos Bernegger (57), nach der Freistellung Hedigers am Dienstag zum Cheftrainer bis Ende Saison befördert, werden von der Fairplay Agency vertreten. Mit Lindrit Kamberi und Nevio Di Giusto gehören auch zwei Spieler der 1. Mannschaft zu den Klienten Lambertis. Und auch der vor einer Woche als Talentmanager und Koordinationstrainer verpflichtete Silvio wird von Lamberti beraten, wobei der Ex-FCZ-Spieler laut Canepa schon lange auf einer «Scouting-Liste» gewesen ist.
Ist das alles Zufall? Kaum. Canepa aber sieht kein Problem. Schliesslich gebe es beim FC Zürich eine klare Trennung zwischen Klub-Interessen und externen Beratungsmandaten. «Allfällige Konstellationen werden konsequent entlang anerkannter Governance- und Compliance-Standards beurteilt.» Für ihn besteht auch kein Interessenkonflikt, weil es klar definierte Prozesse zur Vermeidung und Behandlung von solchen gebe. «Sie gelten verbindlich für alle Beteiligten.»
Wie geht es mit Lamberti weiter?
Das Ganze erinnert stark an die Ära von Ex-FCZ-Sportchef Milos Malenovic (41). Der Spielerberater war im Sommer 2023 zuerst auf Mandatsbasis und danach als vollamtlicher Sportchef von den Canepas verpflichtet worden. Unter Malenovic blieb im Home of FCZ kein Stein auf dem anderen; viele Personalwechsel sorgten von Beginn an für Unruhe, ebenso seine Art, alles kontrollieren und mitentscheiden zu wollen.
Auch Malenovic installierte mehrere langjährige Wegbegleiter in der FCZ-Organisation. Der Bekannteste: Steven Zuber, der kurz nach Malenovics Abgang seinen Vertrag als Spieler wieder auflöste. Auch der am Dienstag freigestellte Hediger war ein langjähriger Klient Malenovics, ehe er sich nach der Trennung des FCZ von seinem Sportchef kurz vor Weihnachten von diesem emanzipierte. Nun ist aber auch seine Zeit beim FCZ abgelaufen.
Wiederholt sich die Geschichte nun unter Lamberti? Droht dem FCZ ein Déjà-vu und eine ähnliche Abhängigkeit, quasi ein Malenovic 2.0? Auf die Frage, ob Lamberti demnächst offiziell eine Anstellung beim FCZ erhalte, hält sich Canepa bedeckt. «Zu einzelnen personellen Überlegungen oder internen Prozessen äussern wir uns grundsätzlich nicht im Detail», so der Präsident. «Die personelle und organisatorische Weiterentwicklung erfolgt im Rahmen der klar definierten sportlichen Führungsstruktur und ist nicht von Einzelpersonen abhängig.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 33 | 24 | 60 | |
3 | FC Lugano | 33 | 12 | 57 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 33 | 16 | 52 | |
6 | BSC Young Boys | 33 | 5 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 33 | 3 | 40 | |
2 | Servette FC | 33 | 0 | 40 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 33 | -10 | 39 | |
4 | FC Zürich | 33 | -18 | 34 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 33 | -25 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 33 | -51 | 19 |

