Am Sonntag wird die Swissporarena kochen: Der FC St. Gallen ist zu Gast beim FC Luzern. Die beiden Fanlager können sich seit Jahren nicht ausstehen. Doch längst ist es nicht nur für die Anhänger ein besonderes Spiel – auch die Spieler haben die Rivalität verinnerlicht. Genauso wie Luzern-Trainer Mario Frick (51).
Eigentlich müsste der Liechtensteiner eine enge Verbindung zur Ostschweiz haben: Schliesslich machte er beim FCSG seine ersten Schritte als Profi im grün-weissen Trikot. Doch davon ist wenig geblieben. Als er kürzlich gefragt wurde, ob er sich nach seiner Zeit beim FCL ein weiteres Engagement in der Schweiz vorstellen könne, sagte er: «Sollte sich hier etwas ergeben – ausser bei den grün-weissen Erzrivalen –, würde ich das nicht ausschliessen.»
Frick und das enttäuschende FCSG-Ende
Dieses «ausser bei den grün-weissen Erzrivalen» sitzt. Weil Frick den Nachsatz von sich aus so klar formuliert. Und weil er viel über sein Verhältnis zum FCSG verrät. Sentimentale Gefühle hegt er für seinen ehemaligen Klub keine mehr. Zu viel ist seit 1994 passiert, als er im Espenmoos seine Karriere lancierte.
Dabei geht es weniger um seine Anfänge in St. Gallen, sondern vielmehr um das zweite Kapitel. 2009 holen die Espen Frick nach neun Jahren in Italien zurück in die Schweiz. Doch bereits eineinhalb Jahre später trennen sich die Wege wieder – offiziell aus sportlichen Gründen, tatsächlich aber kommt es einem Rauswurf gleich.
Heute sagt Frick: «Dieses Ende spielt für mich sicher auch in die Rivalität mit ein. Es war sehr enttäuschend und die grösste Enttäuschung meiner Spielerkarriere.» Gleichzeitig räumt er ein, die Erwartungen in der Ostschweiz damals nicht erfüllt zu haben: «Für mich war das danach abgeschlossen.»
Die ikonische Jubelpose
Neue und vor allem intensive Berührungspunkte mit St. Gallen ergaben sich erst wieder mit seinem Einstieg als Trainer beim FCL. «Erst damals habe ich von dieser speziellen Rivalität zwischen diesen beiden Klubs erfahren», sagt Frick. Seither lebt er sie gemeinsam mit den Fans. Gegen keinen anderen Gegner feierte er emotionaler – unvergessen etwa sein Siegesjubel im Kybunpark im September 2024, als er dort erstmals als Trainer gewann.
Mit weit aufgerissenem Mund, geballten Fäusten und gefletschten Zähnen posiert Frick damals vor dem Gästeblock – ein Bild, das in St. Gallen alles andere als gut ankommt.
Für noch mehr Unmut sorgt eine andere Aktion – wenige Tage davor: Frick schickt seinen Sohn nach St. Gallen, um ein Training auszuspionieren. Der Luzern-Coach bezeichnete die Aktion danach zwar als «unglücklich», zeigte aber kein schlechtes Gewissen – im Gegenteil: «Das ist aus meiner Sicht part of the business.»
«Könnte richtig spektakulär werden»
Nun steht für Frick das vorerst letzte Aufeinandertreffen mit den Espen an. «Ich möchte das Duell nicht unnötig aufbauschen, sonst wird es mir wieder vorgeworfen. Aber wir wissen um die Bedeutung», sagt er. Gleichzeitig appelliert er an Fairplay – und erwartet ein attraktives Spiel vor vielen Zuschauern: «Beide Mannschaften spielen sehr vertikal nach vorne. Es könnte ein richtig spektakuläres Spiel werden.»
Während für St. Gallen danach in der Championship Group noch mehrere wichtige Partien warten, ist es für den FC Luzern so etwas wie das letzte grosse Highlight der Saison. «Natürlich kann ich nicht sagen, es ist ein Spiel wie jedes andere», sagt Frick. Gleichzeitig betont er, dass es nicht das Spiel ist, auf das er in den verbleibenden sechs Partien bis Saisonende am meisten hinfiebert.
Eines ist für ihn dennoch klar: Die makellose Heimbilanz gegen St. Gallen soll bestehen bleiben. Unter Frick hat Luzern zu Hause gegen die Espen noch nie verloren. «Wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen und unsere Bilanz weiter verbessern.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen 0:1 | 33 | 23 | 59 | |
3 | FC Lugano | 33 | 12 | 57 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion 0:0 | 33 | 13 | 50 | |
6 | BSC Young Boys 0:0 | 33 | 5 | 48 | |
7 | FC Luzern 1:0 | 33 | 4 | 42 | |
8 | Servette FC 0:0 | 33 | 0 | 40 | |
9 | FC Lausanne-Sport 0:0 | 33 | -7 | 40 | |
10 | FC Zürich | 33 | -18 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 33 | -25 | 27 | |
12 | FC Winterthur | 33 | -51 | 19 |

