«Schiri, Schiri, der hat Mohrenkopf gesagt»
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GC-Spielerin beleidigt:«Schiri, Schiri, der hat Mohrenkopf gesagt»

Auch ein zweiter Funktionär muss gehen
Luzern feuert nach Rassismus-Fall Ex-NLA-Profi

Der FC Luzern reagiert im Rassismus-Fall anlässlich des U20-Spiels der Frauen am Sonntag zwischen dem FCL und GC. Die Zentralschweizer stellen die fehlbare Person per sofort frei, auch ein zweiter Funktionär muss gehen.
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Der FCL zieht aus dem Rassismus-Skandal Konsequenzen und stellt zwei Staff-Mitglieder per sofort frei.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • FC Luzern trennt sich von Funktionären nach Rassismus-Vorfall am Ostersonntag
  • Eine rassistische Beleidigung gegen GC-Spielerin Deborah Nyota Kabela wurde dokumentiert
  • SFV-Verfahren läuft, mögliche Strafen: Bussen, Sperren, Lizenzentzug
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Der FC Luzern zieht Konsequenzen aus dem Rassismus-Vorfall, der sich am Ostersonntag in Luzern in der Partie der U20-Meisterschaft der Frauen zwischen dem FCL und GC ereignet hat. Dort hatte ein Staff-Mitglied des Luzerner Teams die dunkelhäutige GC-Stürmerin Deborah Nyota Kabela (17) rassistisch beleidigt. Auf Videoaufnahmen ist zu hören, wie die fehlbare Person sagt: «Es ist mir scheissegal, ich sage auch Mohrenkopf.»

Nach interner Aufarbeitung des Falls trennen sich die Zentralschweizer per sofort von der fehlbaren Person, welche gegen «die klaren Werte des FC Luzern in Bezug auf Rassismus und Diskriminierung verstossen hat», so der Klub in einem Statement. Bei der Person handelt es sich um den langjährigen Ex-Nationalliga-Fussballer F. G. (Name der Redaktion bekannt), der erst vor wenigen Monaten zum Team gestossen ist.

Ebenfalls per sofort freigestellt wird ein zweiter Funktionär. Dieser hatte die fehlbare Person nach deren Aussage versucht zu verteidigen. Auf den im Internet kursierenden Videos ist zu hören, wie er nach dem Vorfall gegenüber dem aufgebrachten GC-Trainer sagt, dieser solle in der Coaching Zone bleiben. Und: «Er hat es nicht so gesagt.»

Nulltoleranz-Haltung

Sportchef Remo Meyer wird im FCL-Communiqué wie folgt zitiert: «Das Verhalten der beiden Funktionäre war in keiner Weise akzeptabel – weder in der Wortwahl noch in der Reaktion auf die dadurch ausgelöste Dynamik.» Er betont unmissverständlich: «Wir distanzieren uns entschieden davon. Bezüglich Rassismus verfolgt der FC Luzern eine klare Nulltoleranz-Haltung.»

Der FCL lässt damit seinen Worten Taten folgen. Bereits am Ostermontag hatte der Klub in einem Statement verlauten lassen, dass «Rassismus und jede Form von Diskriminierung beim FC Luzern keinen Platz haben» und entsprechendes Verhalten verurteilt würde. Der Klub hat mit der betroffenen Spielerin sowie mit GC Kontakt aufgenommen und sich für den Vorfall entschuldigt.

SFV-Verfahren läuft

Der fehlbaren Person droht womöglich weiteres Ungemach. Der Schweizerische Fussballverband hat, wie von Blick berichtet, am Dienstag ein Verfahren eingeleitet. Die beiden Klubs haben bis am Donnerstag Zeit, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Auch der Schiedsrichter der Partie wird noch einmal befragt, nachdem dessen Spielrapport eingetroffen und ausgewertet wurde.

Im Reglement des SFV heisst es: «Wer eine Person wegen ihrer Hautfarbe oder Rasse herabsetzt oder diskriminiert, wird disziplinarisch bestraft.» Mögliche Strafen sind Verweise, Bussen und Suspensionen, eine Funktionssperre, ein Platzverbot oder im Extremfall sogar der Entzug von Diplomen und Lizenzen.

Auch Embolo solidarisiert sich mit dem Opfer

Dem Opfer schlägt derweil eine Welle der Solidarität entgegen. Nachdem die Nati-Spielerinnen Coumba Sow und Alayah Pilgrim, die am Mittwoch ins Nati-Camp in Zürich eingerückt sind, bereits am Dienstag in den sozialen Netzwerken ihr Mitgefühl ausgedrückt hatten, zeigte auch Nati-Star Breel Embolo auf Instagram seine Solidarität mit der jungen GC-Stürmerin. Der Stürmer von Rennes teilte einen Post Kabelas und kommentierte diesen mit einem Herzen.

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