«Man merkt, dass jemand mit einer Aura vor dir steht»
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FCZ-Profis über Koller:«Man merkt, dass jemand mit einer Aura vor dir steht»

Die GC-Legende als FCZ-Trainer
Koller und Canepa – zuerst haben sie sich gezankt

Warum Marcel Koller nicht bei den Grasshoppers gelandet ist. Warum er trotz Pensionierung den Job beim FC Zürich angenommen hat. Und welches Ziel er jetzt ausgibt.
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Alles im Blick. Der neue FCZ-Cheftrainer Marcel Koller beim ersten öffentlichen Training mit seinem neuen Team.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Marcel Koller will unter die ersten Sechs
  • Koller gewann 14 Titel, führte Österreich zur EM, trainierte Al Ahly
  • Anfrage des FCZ erreichte ihn nach seiner Pensionierung
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Florian RazReporter Fussball

Die erste persönliche Begegnung mit Ancillo Canepa (73)? Marcel Koller (65) lacht. «Ich kenne Cillo aus meiner Zeit beim FC Basel. Da haben wir manchmal an der Seitenlinie gezankt», erzählt der neue Trainer des FC Zürich. Das heisst, er als Zürcher sagt natürlich «chiflet». FCZ-Präsident Canepa sitzt daneben und strahlt, als er die Geschichte hört.

Es herrscht gerade gute Stimmung bei den Zürchern. Gut, das ist beim FCZ eigentlich immer so, wenn es in eine neue Saison geht. Schier unerschütterlicher Optimismus gehört dazu, seit Canepa vor 20 Jahren das Präsidium übernommen hat.

Koller arbeitete vor allem in seinem Garten

Diesmal heisst der Grund also Marcel Koller. 14 Titel als Trainer, eine EM-Qualifikation mit zuvor notorisch erfolglosen Österreichern. Gestählt aus dem Abstiegskampf in der Bundesliga mit Bochum und dem grundsätzlichen Irrsinn, der um den ägyptischen Spitzenklub Al Ahly tagtäglich herrscht.

Koller war vor allem mit Gartenarbeit beschäftigt, als ihn die Anfrage des FCZ erreichte. So erzählt er das am Tag seines zweiten Trainings mit den Zürchern. Nach drei auslaugenden Jahren in Kairo wollte er seine Batterien wieder laden. Und stellte dann fest: «Ich wurde zwar pensioniert. Aber ich habe bemerkt, dass ich mich noch jung fühle.»

Ein Engagement in Arabien hätte ihn zwar gereizt. Aber irgendwie mochte er das Gefühl, wieder in der Schweiz zu sein. Und der Iran-Krieg hat die Lust auf ein Abenteuer in der Golfregion auch nicht erhöht.

Koller redet häufig davon, nach drei anstrengenden Jahren in Ägypten nach Hause zu kommen. Auch, als es um seine Vergangenheit bei den Grasshoppers geht, die in Teilen der FCZ-Fangemeinde für Aufregung sorgt: «Ich komme heim. Ich bin in Schwamendingen aufgewachsen und habe auf dem Heerenschürli mit Fussball angefangen.»

Das ändert aber natürlich nichts daran, dass er GC-Rekordspieler ist und der letzte Trainer, der mit den Hoppers einen Meistertitel gefeiert hat. 2003 war das. Aber danach habe er nie wieder etwas von den Hoppers gehört, erzählt Koller.

Stattdessen ist er jetzt also beim Stadtrivalen gelandet. Natürlich wusste er, dass es negative Reaktionen geben würde. «Darum habe ich es auch mit meiner Familie besprochen. Aber dann stand fest: Ich mache das.»

«Er ist ein Glücksfall», sagt Präsident Canepa

Was Koller dem FCZ bringen soll, ist klar: Die Zürcher brauchen dringend Stabilität, Verlässlichkeit und einen Trainer, der genügend natürliche Autorität mitbringt, um seine Linie durchziehen zu können. Nicht nur gegenüber den Spielern. Auch gegenüber der Klubführung, die in den letzten 13 Monaten mit Ricardo Moniz (61), Mitchell van der Gaag (54), Dennis Hediger (39) und Milos Malenovic (41) drei Cheftrainer und einen Sportchef entlassen hat.

An der Rückendeckung von oben sollte es nun nicht mehr scheitern. «Wir sind auch etwas stolz, dass es uns gelungen ist, Marcel Koller zum FCZ zu holen», sagt Canepa. Ja, er redet gar von einem «Glücksfall».

Und dann ist da ja noch Dino Lamberti (56), dessen Mandat beim FCZ verlängert worden ist. Offizieller Titel «consultant of the president», wie Canepa sagt. Heisst auf Deutsch: Lamberti ist derzeit nicht nur Spieler- und Trainer-, sondern auch noch Präsidentenberater. Weil Koller seit 30 Jahren Lambertis Klient ist, müsste die Machtbasis des neuen Trainers recht solide sein.

Das Team soll zusammenbleiben

Stabil soll endlich auch die Mannschaft werden. Viele Transfers sind laut Canepa nicht geplant. Weder auf der Zu- noch auf der Abgangsseite. Logische Abgangskandidaten sind Cheveyo Tsawa (19) und Philippe Kény (27), der am Montag wegen eines Todesfalls in der Familie im Training fehlt. Dafür ist es dem FCZ laut Blick-Informationen gelungen, Damienus Reverson (22) und seinen Berater von einer weiteren Saison in Zürich zu überzeugen.

Wohin diese neue Ruhe die Zürcher führen soll? Marcel Koller gibt ein Ziel aus, das seiner nüchtern-realistischen Art entspricht: «Der FCZ ist in der letzten Saison Drittletzter geworden. Wenn wir jetzt unter die ersten Sechs kommen, ist das ein guter Start.»

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