Rund 20 Jahre verbrachte Marcel Koller als Spieler und Trainer bei GC. Nun kehrt er nach seinem Abenteuer in Ägypten ausgerechnet als Cheftrainer des FCZ in die Schweiz zurück. «Ich bin ein Zürcher. Natürlich habe ich überlegt, was passieren kann. Aber das Präsidenten-Ehepaar war sehr überzeugend und ich freue mich, mit ihnen zu arbeiten. Das war am Ende ausschlaggebend», so der 65-Jährige bei seiner ersten PK bei seinem neuen Verein.
Dass die Zürcher mit Koller einen erfahrenen Trainer gewählt haben, ist laut Ancillo Canepa (73) kein Zufall. «Bei jungen Trainern ist das Risiko gross, dass sie irgendwann Fehler machen. Jetzt haben wir entschieden, dass die jungen Trainer die Fehler bei einem anderen Klub machen sollen», so der FCZ-Präsident mit einem leichten Augenzwinkern. «Wenn ein solcher Trainer zum FC Zürich kommt, macht uns das stolz. Das ist ein Glücksfall.»
Genaue Ziele will Canepa für die kommende Saison noch nicht formulieren. Koller hingegen stellt klar: «Wir wollen unter die ersten sechs und dann schauen wir weiter.» Die Mannschaft dürfte sich dabei nicht allzu gross von jener der letzten Spielzeit unterscheiden. «Es gibt keinen Umbruch. Wir werden mit 90 Prozent des jetzigen Kaders in die neue Saison gehen», so Canepa. Und er fügt an: «Das ist der Unterschied zwischen guten und sehr sehr guten Trainern. Marcel hat keine Sekunde lang Forderungen bezüglich des Kaders gestellt.»
Die Pressekonferenz zum Nachlesen im Ticker:
Das wars
Damit sind alle Fragen beantwortet. Die PK ist damit zu Ende. Vielen Dank fürs Mitlesen und einen schönen Nachmittag.
Ist Canepa zuversichtlich?
«Wir wollen auf jeden Fall besser positioniert sein, als letztes Jahr. Das kann ich schonmal als Ziel bekannt geben.»
Wie sieht Koller die Super League?
«Wie ich das verfolgt habe, konnte jeder jeden schlagen. YB und Basel haben etwas federn lassen und konnten deshalb nicht so dominieren, wie sie sich das vielleicht vorgestellt haben. Das ist natürlich interessant für die Fans, wenn man nicht bereits im Vorhinein weiss, wer Meister wird. Das macht die ganze Liga spannend. Wir wollen schauen, dass wir unter die ersten sechs kommen und dann schauen wir weiter. Wir wollen alles tun, damit wir das erreichen können.»
Ziele des FCZ
Canepa: «Mir ist wichtig, dass die Mannschaft in den Zielsetzungsprozess integriert wird. Dann ist die Chance deutlich grösser, dass die Ziele auch erreicht werden. Das wird in den nächsten Wochen passieren. Aber der FCZ ist und bleibt ambitioniert.»
Canepa über Dino Lamberti
«Wichtig ist, dass unsere Zusammenarbeit transparent ist. Ich habe Vertrauen in Dino und Marcel. Ich habe keine Angst, dass es einen Interessenskonflikt geben wird.»
Canepa über die Präsidentschafts-Nachfolge
«Wir wollen in den nächsten paar Monaten Klarheit schaffen. Das heisst aber nicht, dass wir in den nächsten Monaten zurücktreten. Wir wollen noch drei, vier oder fünf Jahre im Amt bleiben.»
Comenencias WM-Treffer
Canepa: «Am Anfang hat es natürlich etwas schwierig ausgesehen. Dann ging ein riesen Schrei durch unser Haus, als Comenencia das Tor gemacht hat. Wir waren von Anfang an stolz, dass er überhaupt an die WM fahren durfte. Ich gehe aber jetzt nicht davon aus, dass die Zehn-Millionen-Offerten reinflattern. Wir wollen ihn behalten.»
Canepa über Tsawa und Kény
«Es ist allgemein bekannt, das vor allem Tsawa bei sehr vielen Klubs in Europa auf der Liste steht. Er ist jung und hat extrem grosses Potential. Dass er für viele Klubs interessant ist, ist uns bewusst. Wenn für uns die Rahmenbedingungen stimmen, legen wir dem Spieler keine Steine in Weg. Stand jetzt ist noch alles offen. Dasselbe gilt bei Kény. Wenn es ein vernünftiges Angebot gibt, ist ein Transfer nicht ausgeschlossen. Momentan ist es aber noch zu früh, um etwas zu sagen.»
Koller über junge Spieler
«Junge Spieler brauchen eine gewisse Führung. Natürlich brauchen sie individuelle Qualität, aber wir können ihnen auch helfen – zum Beispiel im taktischen oder körperlichen Bereich. Das sind Dinge, die wir immer wieder erwähnen müssen, damit es einen automatischen Ablauf gibt.»
Was sind die Ziele?
Koller: «Das Ziel ist es, besser werden. Unter die ersten sechs zu kommen, wäre mal ein guter Start.»
