Die Baustellen fürs Trainingslager
Die YB-Defensive ist löchrig, dazu fehlen Disziplin und Teamspirit

YB ist auf dem halbgefrorenen Kunstrasen des Wankdorfs in die Rückrunde gestartet. Am Samstag gehts in die lauschige Südtürkei. Mit dem Belek-Camp soll alles besser werden: Disziplin, Wille, Defensive.
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Darum gehts

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Alain KunzReporter Fussball

Es war für niemanden in unserem Land nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana ein einfaches Aufwachen in den ersten Stunden des neuen Jahres. «Wahnsinn! Das relativiert und zeigt uns auf, was im Leben wichtig ist», sagt Christian Fassnacht. «Unsere Kleine hatte ein bisschen Fieber, und da hatte ich schon Angst», ergänzt der Zürcher, der vor gut anderthalb Jahren erstmals Vater geworden war. Und Trainer Gerardo Seoane: «Das erschüttert auch uns! Mein herzliches Beileid und viel Kraft den Angehörigen.»

«Berührt uns alle, was in Crans-Montana passiert ist»
2:40
Seoane über YB-Trainingsstart:«Berührt uns alle, was in Crans-Montana passiert ist»

Die Tabelle? Nicht der gewünschte Anblick

Dennoch: The Show must go on. Und die soll bei YB erfolgreicher werden als in der Vorrunde, als man sich einen Elf-Punkte-Rückstand auf Thun einhandelte. «Das ist nicht der Anblick, den wir uns vorgestellt haben», so der Trainer. «Aber wir haben uns selbst in diese Situation gebracht. Wir müssen uns nun darauf konzentrieren, konstant gute Leistungen zu zeigen.»

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YB und Gerardo Seoane wollen in der Rückrunde aus dem Schatten der schlechten Vorrunde treten.
Foto: keystone-sda.ch

In den beiden letzten Spielen 2025 war man abgedriftet mit dem 2:6 gegen GC und dem 0:3 in Lugano. «Da müssen wir Spieler unabhängig vom Staff zurückfinden», sagt Fassnacht. «Man muss in jedem Training und in jedem Spiel an die Grenzen gehen. Das alles nützt nichts, wenn man keine verschworene Einheit ist.» Das waren die Berner in der Vorrunde nicht immer? «Nein. Das zeigen doch die Resultate. Wir sind teils auseinandergefallen. Das darf nicht sein.»

38 Tore einmal top, einmal flop

YB stellt die beiden Führenden in der Torschützenliste, hat mit 38 am zweitmeisten Tore geschossen. Gleichzeitig hat man aber auch mit 38 am zweitmeisten Tore kassiert. Brauchts da neues Defensivpersonal? Seoane bleibt unverbindlich:«Es ist doch längst nicht mehr so, dass der Trainer sagt, er wolle den und den Spieler. Das wird in der Sportführung gemeinsam angeschaut. Und das passiert logischerweise nicht nur in den Transferperioden, auch wenn die Fragen zu diesem Thema verständlicherweise dann gestellt werden, sondern rollend. Wir hinterfragen kritisch, wo wir etwas justieren können, und halten die Augen und Ohren offen.»

«Müssen im Trainingslager auch neben dem Platz schaffen»
2:59
Fassnacht über Rückrunde:«Müssen im Trainingslager auch neben dem Platz schaffen»

Der fünffache Meister Fassnacht glaubt: «Wir haben gezeigt, dass wir es können. Das Kader wird schlechtgeredet, wenn die Resultate fehlen, was ich verstehe. Aber dieses hier ist nicht schlechter als gewisse Meisterkader. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass es das beste in dieser Liga ist. Was aber nichts nützt, wenn wir nicht endlich die nötige Konstanz hinbringen.»

Seoane: «Man muss Grenzen der Intensität einberechnen»

Dazu gehört weniger Pech mit Verletzten. Aber auch weniger Rote Karten. Sechs Platzverweise allein in der Super League: Gelb-Rot gegen Gigovic und Janko. Glattrot gegen Janko, Raveloson, Fernandes und Zoukrou. «Die Spieler müssen lernen, einzuberechnen, dass es Grenzen der Intensität gibt. Der Fussball hat sich verändert. Man kann nicht mehr mit voller Intensität in ein Tackling gehen», so Seoane. «Wir wollen heute saubere Tacklings ohne Verletzungs-Inkaufnahme. Zudem führt jede Rote Karte zu physischem und mentalem Verschleiss.»

Fernandes fehlt noch ein paar Wochen, Entwarnung bei Hadjam

Neue Spieler sind keine im Anflug, dafür kehren Verletzte zurück. Seoane: «Edimilson Fernandes ist in der letzten Phase des Aufbautrainings.» Prognose: Der Mittelfeld-Stabilisator spielt in rund drei Wochen wieder. Jaouen Hadjam verletzte sich am Afrika-Cup bei einem Brutalo-Foul von Gustavo Sangaré von Burkina Faso am Knöchel. Aber er bleibt in Marokko, die Bänder sind maximal überdehnt. Es besteht Hoffnung auf weitere Einsätze für Algerien. Zu früh kommt für ihn der Achtelfinal gegen den Kongo. 

YB hebt am Samstag in Richtung Belek ab ins neuntägige Vorbereitungscamp. Perfekt getimt in Anbetracht des baldigen Frosts bei uns.

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
19
16
40
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
19
16
37
3
FC Lugano
FC Lugano
19
5
33
4
FC Basel
FC Basel
19
8
32
5
BSC Young Boys
BSC Young Boys
19
0
29
6
FC Sion
FC Sion
18
4
27
7
FC Zürich
FC Zürich
19
-7
24
8
FC Luzern
FC Luzern
19
0
21
9
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
18
0
21
10
Servette FC
Servette FC
18
-6
20
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
19
-9
17
12
FC Winterthur
FC Winterthur
18
-27
10
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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