Etwas über drei Minuten lang erklärt Becir Omeragic seine Enttäuschung über die Basler Heimpleite gegen den FC Sion (1:2). Dann verschwindet der FCB-Verteidiger wieder in der Kabine. Interviews mit weiteren Spielern werde es keine geben, teilt die Medienstelle des Klubs kurz darauf mit. Zu gross sei die Enttäuschung nach der Partie im Joggeli.
Dafür nimmt Trainer Stephan Lichtsteiner ein paar Minuten später ausführlich Stellung und erklärt: «Wir reden viel über Details, die es braucht, um Spiele zu gewinnen. Da waren wir heute einfach nicht gut genug.»
Es sind aber keine Details, sondern zwei Dummheiten, die dafür sorgen, dass der FCB gegen Sion eine 1:0-Führung aus der Hand gibt. Die erste davon begeht Kazeem Olaigbe, als er sich bei seiner Auswechslung zu viel Zeit lässt. Die Folge: Einwechselspieler Philip Otele muss 60 Sekunden warten, bevor er das Feld betreten darf. Und genau in dieser Zeit, in der die Basler auf der linken Seite in Unterzahl agieren müssen, kassiert Linksverteidiger Moussa Cissé für ein taktisches Foul seine erste Gelbe Karte.
Während man seine erste Verwarnung noch als unglücklich bezeichnen kann, ist die zweite Gelbe Karte nur 44 Sekunden später dann einfach nur dämlich. Der Franzose trifft Gegenspieler Rrudhani mit voller Wucht oberhalb des Knöchels. Mit Gelb-Rot ist Cissé am Ende sogar noch gut bedient. «Sehr unnötig. Wir waren gut im Spiel und schlagen uns dann selber. Der Platzverweis hat uns das Genick gebrochen», bilanziert Lichtsteiner.
«Das muss er unbedingt lernen»
Über die Entstehung der ersten Gelben Karte ärgert sich der FCB-Trainer aber deutlich mehr. Seit dieser Saison dürfen sich Spieler bei ihrer Auswechslung nicht länger als zehn Sekunden Zeit lassen. Ansonsten darf der neue Spieler erst nach einer Wartezeit mittun. Lichtsteiner: «Das ist eine neue Regel. Kazeem war noch nicht da, als diese erklärt worden ist.»
Ganz in Schutz nehmen will er den Flügelspieler aber nicht. «Das war sicher dumm, weil ich ihm noch gewinkt habe, dass er sich beeilt. Aber er hat das wahrscheinlich nicht wahrgenommen.»
Lichtsteiner mit klaren Worten
Nachdem er sich nach dem 3:3 gegen YB noch demonstrativ hinter Cissé gestellt hatte, muss sich dieses Mal auch der Linksverteidiger Kritik von seinem Trainer gefallen lassen. «Das ist etwas, das er unbedingt lernen muss, auf diesem Level sowieso. So etwas darf uns nicht passieren», sagt Lichtsteiner.
Das dürfte der FCB-Coach nach Abpfiff auch seinen Spielern gesagt haben, als er sie in der Kabine versammelte. Viel Zeit, um an solchen «Details» zu arbeiten, bleibt aber nicht. Schon am Sonntag kommt der Leader aus Lugano ins Joggeli. Dann fehlen wird Moussa Cissé, der für ein Spiel gesperrt ist.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 5 | 11 | 15 | |
2 | BSC Young Boys | 6 | 12 | 14 | |
3 | FC Basel | 6 | 2 | 10 | |
4 | FC Sion | 5 | 2 | 9 | |
5 | FC Luzern | 6 | -3 | 8 | |
6 | FC St. Gallen | 5 | -1 | 7 | |
7 | FC Thun | 5 | -5 | 7 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 6 | -1 | 6 | |
9 | FC Zürich | 6 | -7 | 6 | |
10 | Servette FC | 5 | -2 | 4 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 5 | -5 | 4 | |
12 | FC Vaduz | 6 | -3 | 3 |
