Das sagen Wüthrich, Keller und Seoane vor dem Derby
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«Nicht nur Wut, auch Energie»:Das sagen Wüthrich, Keller und Seoane vor dem Derby

14 Punkte Vorsprung sind kein Zufall
Drei Gründe, was Thun besser macht als YB

14 Punkte Vorsprung nach 20 Runden. Sollte Thun das Derby heute gewinnen, sind es gar unfassbare 17. Das ist kein Zufall. Da haben die Oberländer einiges besser gemacht als YB. Doch was genau? Wir dröseln auf.
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In Bern gewinnt YB Ende September das erste Derby der Saison 4:2. Sergio Cordova, einer der YB-Enttäuschungen, schiesst dabei das 1:1.
Foto: Claudio de Capitani/freshfocus
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Thun macht Spieler besser, YB schlechter

Es ist ein Phänomen, das man in den letzten anderthalb Saisons der relativen bis totalen Erfolglosigkeit in Anbetracht der Berner Ansprüche immer wieder beobachtet hat: Spieler, die andernorts performt haben, kommen zu YB – und performen nicht. Von Darian Males erwartete man nach seiner starken Zeit beim FCB viel, doch lange Zeit kommt wenig. Dasselbe gilt für Gregory Wüthrich, zumindest bis zum starken Spiel gegen Lyon. Oder Armin Gigovic, Stammspieler in der Bundesliga, nun drauf und dran, seinen Platz zu verlieren, weil YB mit ihm national notorisch erfolglos war. Oder Sergio Cordova. Letzte Saison in der türkischen Süper Lig regelmässiger Torschütze bei Alanyaspor. Bei YB meistens ein Ärgernis.

Thun-Präsident lobt seine Ex-Spieler Fassnacht und Lauper
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Und vor allem: Kastriot Imeri. Bei seinem Wechsel von Servette zu YB 2022 ist er mit über drei Millionen Franken der teuerste YB-Zuzug aller Zeiten. Bei YB aber nur Mitläufer und Symbolfigur für das Out im Cup-Halbfinal letzte Saison bei Promotion-Ligist Biel. Und nun in Thun in einem Umfeld der Wohlbehütung? Zeigt er endlich wieder das, was in ihm steckt. Man sieht aber auch die beste Version von Marco Bürki, die es je gab. Dasselbe gilt wohl auch für Leo Bertone. Michael Heule erreicht ein Level, das für ihn neu ist, weshalb er auf dem Einkaufszettel von YB gelandet ist. Und auch all jene, die zuvor noch nie in der Super League unterwegs gewesen waren, erklimmen neue Leistungssphären.

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Nid fascht, sondern wie ne Familie

Gewusst hatte man es schon vorher, dass das mit der Thuner Familie keine Floskel ist. Doch dann folgt dieser 18-stündige Ausflug auf den Brünig in eine Hütte mit Massenlager, der von den Spielern selber organisiert wurde. Kochen, spielen, putzen. «Wir haben uns alle zum Affen gemacht», sagt Jan Bamert über die «Brünig-Olympiade». Der Zürcher, der in seinen fünf Sion-Jahren alles erlebt hat, was Fussballer erleben können, inklusive Survival-Camp in Südfrankreich, bringt es auf den Punkt: «Es ist nicht so, dass die Stimmung bei meinen früheren Stationen schlecht gewesen wäre. Aber in Thun sieht man den Spieler vor allem auch als Menschen – nicht einfach als Fussballer, der abzuliefern hat.» Auch Kastriot Imeri gibt sich gegenüber Blick viel Mühe bei der Formulierung: «Hier wollen alle das Gleiche. Ich glaube, dass niemand für etwas kämpfen will, wenn es keinen Grund dafür gibt. Hier gibts einen starken Grund: die Familie, die der Klub ist. Mehr sage ich nicht, weil die anderen Mannschaften dann beginnen, es zu verstehen.»

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YB weilt zu dieser Zeit in Belek in einem Fünfsternehotel. Nichts dagegen einzuwenden. Aber der Gegenschnitt könnte härter nicht sein. Man spricht zwar immer von der YB-Familie. Man lebt sie aber nicht. YB wirkt oft seelenlos und steril. Kaum je authentisch und wild. Ausser wenn es ums Kassieren von Roten Karten geht. Da sind die Stadtberner sehr wild.

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In der Trainerzahl gewinnt YB gegen Thun 6:1

Dieser Punkt ist sehr einfach.

Der Thun-Trainer 2022/23: Mauro Lustrinelli. Der YB-Trainer 2022/23: Raphael Wicky.

Der Thun-Trainer 2023/24: Mauro Lustrinelli. Die YB-Trainer 2023/24: Rapheal Wicky, Joël Magnin.

Der Thun-Trainer 2024/25: Mauro Lustrinelli. Die YB-Trainer 2024/25: Patrick Rahmen, Joël Magnin, Giorgio Contini.

Der Thun-Trainer 2025/26: Mauro Lustrinelli. Die YB-Trainer 2025/26: Giorgio Contini, Gerardo Seoane.

Derweil Thun mit einem Trainer in dreieinhalb Saisons auskam, verschliss der Stadtklub sechs Trainer, wenn man Magnin doppelt zählt. Und es reifte im Lauf der Zeit die Erkenntnis: Raphael Wicky zu entlassen, war ein Fehler. YB war ja Erster. Spielte einfach nicht, sagen wir, schön … Heute wäre man froh um solche Probleme in Anbetracht dessen, dass selbst das Erreichen der Top 6 aktuell in Frage gestellt ist.

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
20
18
43
2
FC Lugano
FC Lugano
21
11
39
3
FC St. Gallen
FC St. Gallen
19
16
37
4
FC Basel
FC Basel
20
8
33
5
FC Sion
FC Sion
21
6
32
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
20
-2
29
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
21
3
28
8
FC Zürich
FC Zürich
20
-7
25
9
FC Luzern
FC Luzern
21
-3
22
10
Servette FC
Servette FC
20
-7
21
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
21
-11
18
12
FC Winterthur
FC Winterthur
20
-32
10
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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