Darum gehts
- YB verliert viertes Spiel in Folge, Europa-League-Playoffs als Mission Impossible
- Seoanes Rotation mit sechs neuen Spielern sorgt für Kritik und Unsicherheit
- Cordova: 2 Tore, Bedia: 17 Treffer, Topskorer Fassnacht ebenfalls nur auf der Bank
In einem Punkt sind sich Gerardo Seoane und sein Vorgänger Giorgio Contini einig. Sie beide befleissigen die Devise, dass man bei Belastung durch englische Wochen die halbe Mannschaft gegenüber dem letzten Spiel zu wechseln habe. So stiessen gegen Lyon mit Males, Fernandes, Raveloson, Janko, Virginius und Cordova gleich sechs Neue gegenüber dem 1:3-Desaster gegen Lausanne ins Team.
Gut, Raveloson war gesperrt und Fernandes lange verletzt gewesen. Aber der Rest? Die Blue-Experten haben auch Fragen. Blerim Dzemaili stellt fest, dass es mit derart vielen Wechseln keine Kontinuität geben könne. «Man sollte mal 12, 13 Spieler definieren und auf die setzen. Auch wenn sie mal nicht gut spielen.» Derweil sich Daniel Gygax die Frage stellt, weshalb Fassnacht und Bedia auf der Ersatzbank sitzen. «Das ist viel Qualität. Ich hoffe, dass die nicht fehlt, dass es auch so gut kommt.»
Die hineinrotierten Cordova und Virginius am Ursprung der Niederlage
Kam es nicht. YB blieb punktelos. Wegen zwei entscheidenden Szenen. Die erste: Das Siegtor der Lyoner. Virginius hat zweimal die Chance, den Ball in den letzten hundert Sekunden vor der Pause zu klären. Zweimal agiert er katastrophal. Virginius, der wahlweise für Monteiro oder Fassnacht in die Startelf rotiert worden ist. Die zweite: Der Sanches-Ausgleich. Der vermeintliche. Der im Offside stehende Cordova macht zu wenig, um einem Franzosen nicht im Weg zu sein. Prompt kommt der VAR. Prompt die (strenge) Annullierung des Tors. Wegen Cordova, der für Bedia gespielt hat.
23 Meisterschaftstore lässt Seoane schmoren. Warum? «Es geht in solchen Spielen oft darum, den Ball vorne festzumachen und für Entlastung zu sorgen. Das ist Cordova nicht immer ideal gelungen», sagt Seoane. Also wars ein Schlag ins Wasser, den Seoane erklären muss. «Bedia hatte nach der Mini-Vorbereitung gesundheitliche Probleme, war nicht topfit, und hatte nach dem Lausanne-Spiel länger für die Erholung gebraucht.» Da habe sich Cordova für dieses Spiel angeboten, weil er mehr Laufwege in die Tiefe mache als Bedia. «Das war vom Profil her für das heutige Spiel geeigneter.» Na gut. Und dann sind noch die Zahlen: Cordova hat wettbewerbsübergreifend zwei Tore auf dem Konto, Bedia 17 …
Seoanes Erklärung
Dasselbe im Fall Fassnacht. Der Zürcher ist einer der wenigen Leader von YB. Und solche braucht es auch auf dem Platz. Man kann ja mit Monteiro, Virginius und Males hin- und herspielen. Aber Fassnacht? Der Führende in der Skorerliste mit 17 Punkten? Der müsste einen Fixplatz haben. Prompt hatte er in den letzten zehn Minuten die beiden Ausgleichschancen …
Also noch ein Versuch: Warum der Verzicht auf Bedia und Fassnacht? «Das war nicht ein Entscheid gegen Fassnacht und Bedia, sondern für die Qualität im Kader. Gerade im Offensivbereich haben wir viele mit hoher Qualität doppelt besetzte Positionen zur Verfügung. Es geht nicht immer nur um die Starting Eleven, sondern auch um die Finishing Eleven. Es war wichtig, mit Fassnacht, Monteiro, Bedia und Gigovic nochmals Impulse setzen zu können, die hat man auch gespürt.»
Lyon rotiert kaum, Real rotiert kaum
Genau das, was Dzemaili gesagt hat, machen viele grosse Mannschaften. Ganz grosse! Auch weil die Stars immer spielen wollen. Wie alle Fussballer. Nehmen wir das Beispiel Lyon. Wie viel hat Paulo Fonseca gegenüber dem 2:1 gegen Brest geändert? Den Goalie, okay. Und Endrick musste er rausnehmen, weil der Brasil-Superboy in der Europa League nicht spielberechtig is. Dazu ersetzte Merah den verletzten Abner. Fonseca wechselte also nur einen einzigen Spieler freiwillig.
Das wäre die YB-Stamm-Dreizehn
Seoane könnte sich auf dieses Team festlegen: Janko, Wüthrich, Lauper, Benito, Fernandes, Sanches, Fassnacht und Bedia. Diese acht sollten gesetzt sein. Dann Monteiro, Virginius, Males, Raveloson und Gigovic als Ergänzungen. Dreizehn Spieler. Das Skelett. Die restlichen sind Backups. So wie das auch Didier Tholot in Sion konsequent macht. Vielleicht kein Zufall, liegen die Walliser vor den Bernern.
Das Spiel gegen Lyon war nach drei Niederlagen endlich wieder ein Fortschritt, der aber dennoch in der vierten Niederlage in Folge endete und somit das Erreichen der K.o.-Phase in der Europa League gefährdet. Doch zuerst steht das wichtige Kantonsderby bei Leader Thun an. Eine fünfte Niederlage in Folge würde eine Sinnkrise auslösen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Olympique Lyon | 7 | 11 | 18 | |
2 | Aston Villa | 7 | 7 | 18 | |
3 | SC Freiburg | 7 | 7 | 17 | |
4 | FC Midtjylland | 7 | 8 | 16 | |
5 | SC Braga | 7 | 6 | 16 | |
6 | AS Rom | 7 | 7 | 15 | |
7 | Ferencvaros Budapest | 7 | 5 | 15 | |
8 | Real Betis Balompie | 7 | 5 | 14 | |
9 | FC Porto | 7 | 4 | 14 | |
10 | KRC Genk | 7 | 3 | 13 | |
11 | FK Crvena Zvezda Belgrade | 7 | 1 | 13 | |
12 | PAOK Thessaloniki | 7 | 5 | 12 | |
13 | VfB Stuttgart | 7 | 5 | 12 | |
14 | RC Celta de Vigo | 7 | 4 | 12 | |
15 | Bologna FC | 7 | 4 | 12 | |
16 | Nottingham Forest | 7 | 4 | 11 | |
17 | FC Viktoria Pilsen | 7 | 4 | 11 | |
18 | Fenerbahce Istanbul | 7 | 3 | 11 | |
19 | Panathinaikos Athen | 7 | 2 | 11 | |
20 | GNK Dinamo Zagreb | 7 | -2 | 10 | |
21 | OSC Lille | 7 | 2 | 9 | |
22 | SK Brann | 7 | -1 | 9 | |
23 | BSC Young Boys | 7 | -5 | 9 | |
24 | Celtic Glasgow | 7 | -4 | 8 | |
25 | Ludogorets 1945 Razgrad | 7 | -4 | 7 | |
26 | Feyenoord Rotterdam | 7 | -3 | 6 | |
27 | FC Basel | 7 | -3 | 6 | |
28 | FC Salzburg | 7 | -4 | 6 | |
29 | Fotbal Club FCSB | 7 | -7 | 6 | |
30 | Go Ahead Eagles | 7 | -8 | 6 | |
31 | Glasgow Rangers | 7 | -7 | 4 | |
31 | SK Sturm Graz | 7 | -7 | 4 | |
33 | OGC Nizza | 7 | -7 | 3 | |
34 | FC Utrecht | 7 | -8 | 1 | |
35 | Malmö FF | 7 | -10 | 1 | |
36 | Maccabi Tel Aviv FC | 7 | -17 | 1 |


