Es ist die Reaktion nach dem Desaster gegen Lausanne. YB zeigt gegen den Europa-League-Leader Lyon sein Europa-Gesicht, und das war mit Ausnahme des Spiels gegen Panathinaikos Athen immer gut. Und doch verliert YB. Zum vierten Mal in Folge. Das schlägt dann irgendwann auf die Moral, auch wenn der Weg stimmt. Und nun gehts zu Leader Thun…
Lyon hingegen reiht nun den siebten Sieg in Folge aneinander. Die Equipe von Paulo Fonseca hat sowas von einen Lauf. Doch es gab sicher zwingendere Erfolge als dieser in Bern. Auch wenn der Coach sagt, dass die Berner erst in den letzten zwanzig Minuten gut gespielt hätten. «Erst dann haben sie uns vor Probleme gestellt. Bis dann haben wir das Spiel kontrolliert.»
Fehler ermöglichen 0:1
Berner Dämlichkeit hingegen war das Game-winning-Goal. Es fällt in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Erst leistet sich Supertechniker Fernandes einen technischen Fehler. Dann schiesst Virginius gleich zwei Megaböcke. Lauper sieht komisch aus. Und Benito verliert den Zweikampf gegen Maitland-Niles, der die Kugel unter die Latte jagt. «Da muss man mit einem 0:0 in die Pause, das ist vielleicht eine Frage der Cleverness», sagt Goalie Marvin Keller. «Das wird auf diesem Level halt einfach bestraft. Aber das war die Ausnahme. Sonst wars defensiv eine Topleistung.»
VAR-Entscheid gibt zu reden
Auch Lyon leistet sich zwei Mega-Aussetzer. Doch Sanches haut den Ball nach einem Blackout von Goalie Descamps, der Cordova angespielt hat, an die Latte. Und als Kluivert den Ball als quasi letzter Mann an Sanches verliert und dieser den Ausgleich schiesst, schaltet sich VAR Cuadra Fernandez aus Spanien ein. Ref Aghayev aus Aserbaidschan geht zum Schirm und annulliert das Tor.
Weil der offsidestehende Cordova zuerst zwei Schritte macht, dann stehenbleibt, wodurch sich der Laufweg von Maitland-Niles mit jenem des Venezolaners kreuzt. Maximal unglücklich, weil der Engländer nie mehr an den Ball gekommen wäre. «Dieses Tor kann man doch geben! Der Schiri gibts ja. Es ist für mich ein Fifty-fifty-Entscheid und dann muss der VAR nicht eingreifen. Aber wir dürfen nicht hadern. Wir hatten die Chancen für Tore. Immer zuerst in den Spiegel schauen und nicht mit den Fingern auf andere zeigen», sagt Gregory Wüthrich, der sein bisher klar bestes Spiel seit seiner Rückkehr zu YB macht.
Und dann hat auch der defensiv miserable, aber offensiv belebende Virginius Pech bei einem Pfostenschuss (73.). Die beiden letzten guten Ausgleichschancen vergibt dann noch Joker Fassnacht. Was also bleibt, ist Frust, sich für eine gute Leistung nicht belohnt zu haben. Und die Gewissheit, dass man in einer Woche in Stuttgart gewinnen muss, um weiterzukommen. Beim starken VfB. Und das ohne Fans. Mission impossible?
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